Meinung

Zur Therapie zu gehen darf kein Tabu-Thema mehr sein

Depression
Betroffene haben Angst, mit Freunden über ihre Probleme zu sprechen und verstecken sich hinter einer Maske.
Mehr als eine Million Jugendliche leiden unter einer psychischen Krankheit – und es werden jährlich mehr. Dennoch ist das Thema tabu. Auch unsere Autorin hatte Angst als „Psycho“ abgestempelt zu werden.

Von den Begriffen Depression, Schulangst, Essstörung oder Borderline hat heutzutage fast jeder schon einmal gehört. Doch was wirklich hinter diesen ernst zu nehmenden Krankheiten steht, wissen nur die wenigsten. Oft fallen Sätze wie „Nur Verrückte müssen zur Therapie“ oder „Nun stell dich nicht so an!“. Dabei sehen viele Außenstehende nicht, wie ernst die Lage des Betroffenen bereits ist und durch was für Qualen er täglich gehen muss.

Laut einer Studie der Kaufmännischen Krankenkasse – KKH, für welche Daten der letzten zehn Jahre verglichen wurden, leiden deutschlandweit über 1,1 Millionen Jugendliche an einer psychischen Krankheit – und es werden jährlich mehr.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Gesundheit ist, sich die Krankheit bewusst einzugestehen und anzusprechen, dass man ein Problem hat. Das fällt vielen Betroffenen meist am schwersten. Viel größer ist die Angst, von anderen, vor allem von Freunden und Familie, als „Psycho“ abgestempelt oder sogar ignoriert zu werden.

Zur Therapie zu gehen ist ein Zeichen wahrer Stärke.

funky-Jugendreporterin

Auch ich befand mich einst in einer ähnlichen Situation. Insgesamt war ich drei Jahre in Therapie. Zunächst erschien es mir sehr unangenehm, darüber zu sprechen, da auch ich Angst hatte – insbesondere, wie meine Freunde darauf reagieren würden. Doch schnell stellte ich fest, dass diese Ängste einfach völlig unbegründet waren. Überraschenderweise stieß ich auf viel Interesse und erfuhr sogar von Freunden, dass sie selbst schon einmal in Therapie waren beziehungsweise darüber nachdenken, sich professionelle Hilfe zu suchen. Ich war also nicht allein!

Zur Therapie zu gehen, ist nichts, wofür man sich schämen sollte. Im Gegenteil, es ist ein Zeichen wahrer Stärke, sich selbst einzugestehen, dass man es allein nicht schafft. Ein Therapeut ist schließlich auch nur ein Mensch, der helfen und unterstützen möchte. Also steh zu dir selbst und trau dich auch, offen darüber zu sprechen. Das sorgt nicht nur für ein stärkeres Selbstwertgefühl, sondern auch für mehr Verständnis bei Angehörigen.

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.

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