Warum? Wer? Wie? Der Brexit steht vor der Tür. Doch immer noch sind so viele Fragen offen – auch in den Köpfen der Jugend. Wir suchen nach Antworten.
Von Yara Elsässer und Hannah Pieper

Am 23. Juni 2016 stimmten die Briten über den Austritt aus der EU ab. Damals meinte die knappe Mehrheit der Bevölkerung, dass Großbritannien austreten solle. Seitdem versucht die Britische Regierung eine Lösung für die Länder und die EU zu finden, doch der Tag des Austritts – es ist der 29. März – rückt immer näher und noch immer ist keine Lösung in Sicht.

Natürlich stellt man sich in diesem Zusammenhang die Frage, warum die Briten überhaupt aus der EU austreten wollen. Denn aktuell klingt der Brexit so, als würde er keine Verbesserungen für die Bevölkerung Großbritanniens bringen. Also:

Woher kommt die Idee?

Die ursprüngliche Idee für den Brexit stammt aus dem Jahr 1975. Schon zwei Jahre nach Großbritanniens Eintritt in die EU wurde ein Ausstieg von den britischen Bürgern gefordert. Damals gab es auch eine Volksabstimmung, doch 67 Prozent der Bevölkerung stimmte für stay, also bleiben. Seither gibt es immer wieder Diskussionen um einen Austritt.

Bei der Abstimmung vor mehr als zwei Jahren stimmten zwar mehr Menschen für leave als für stay. Doch in Nordirland und Schottland wollten mehr Menschen in der EU bleiben als austreten. Daher wird darüber gestritten, ob die beiden Länder in der EU bleiben und nur England und Wales austreten. Dies ist aber noch nicht geklärt.

Wer kam auf die Idee erneut über einen Austritt abzustimmen?

Auf die Idee eine erneute Abstimmung zu starten, kam der damalige Premierminister David Cameron. Dieser kündigte jedoch am 24. Juni 2016, einen Tag nach er Abstimmung, seinen Rücktritt an. Viele spekulieren, dass er selber gar nicht an den Sieg glaubte und daher mit der Situation überfordert war.

Wie fiel die Wahl aus?

Die Abstimmung der Briten wurde von vielen nicht ernst genommen und nur 72 Prozent der Bevölkerung und hauptsächlich ältere Menschen stimmten ab. Davon stimmten 51,89 Prozent für den Brexit.

Wollen eigentlich noch mehr Länder aus der EU raus?

Auch in anderen Ländern wurde schon über einen möglichen Austritt diskutiert, bis jetzt will aber kein anderes Land aus der EU austreten. Insbesondere in den Niederlanden wurde vor der Wahl 2017 über einen Austritt gestritten. Der Nexit blieb bisher aber aus, genauso wie Geert Wilders, Spitzenkandidat der niederländischen Rechtspopulisten, die Parlamentswahl verlor.

Warum wird sich das Parlament nicht einig?

Das Problem ist, dass die Abgeordneten ganz unterschiedlich zum Brexit stehen, wodurch kein Vorschlag eine Mehrheit erhält. Die meisten Mitglieder der oppositionellen Larbour Partei wollten eigentlich gar keinen Brexit und sind nun für einen möglichst weichen Brexit. Auf der anderen Seite gibt es die Hardliner, die man vor allem in der konservativen Partei von Theresa May findet und die einen harten Bruch mit Europa wollen.

Was würde bei einem harten Brexit passieren?

Bei einem No-Deal würde es zu Chaos in Europa kommen. Durch die Abschaffung der Zollfreiheit müsste es viele Kontrollen geben, die Exporte in Großbritannien und in der EU würden zurückgehen, es wäre viel schwieriger nach Großbritannien zu verreisen … Am stärksten betroffen von einem harten Brexit wäre Deutschland, weil unsere Wirtschaft stark mit Großbritannien verknüpft ist.

Was bringt es überhaupt den Brexit immer weiter zu verschieben?

Die Europäische Union möchte einen No-Deal verhindern und einige Politiker, wie EU-Ratspräsident Donald Tusk, hoffen, dass sich Großbritannien vielleicht doch gegen den Brexit entscheiden wird.

Ist es möglich, dass die Briten doch noch in der EU bleiben?

Ja, das ist möglich. Großbritannien müsste nur erklären, dass sie den Artikel 50 des Vertrags über die europäische Union nicht mehr nutzen möchte. Dieser Artikel 50 besagt, dass jeder Mitgliedsstaat beschließen darf, dass er aus der Europäischen Union austreten will.

Foto: Mick Baker/flickr