Was passiert, wenn sich nach der Schule die Freunde in alle Winde zerstreuen? Halten die Versprechungen aus der Mittelstufe, das man für immer und ewig Freunde bleiben wird?
Von Clara Weiland
Zwei Elefanten als Symbol für Freundschaft
BFFs und Cliquen-Chaos: In dieser Serie widmet sich funky dem Thema Freundschaft.

Freundschaften begleiten uns ein Leben lang. Die ersten sozialen Kontakte knüpft man erfahrungsgemäß schon im Kindergarten, und wenn es gut läuft, dann bleiben die sogenannten Sandkastenfreundschaften auch noch lange bestehen. In den meisten Fällen halten diese Freundschaften jedoch nicht allzu lange, da Kinder nun doch noch etwas anderes unter Freundschaft verstehen als wir Älteren. Die Kinder der Freunde von den Eltern wurden damals nämlich gleich selbstverständlich auch als Freunde angesehen. Zusammen Sandburgen bauen, schaukeln gehen oder das Klettergerüst erklimmen, damals haben so banale Dinge schon gereicht, um den anderen als ,,besten Freund“ zu bezeichnen. Elke Leger fasst es in einem Beitrag für „kizz“, ein Onlinemagazin für Eltern mit Kindern im Kita-Alter, so zusammen: ,,Je jünger ein Kind, desto weniger spielt das Geschlecht des Freundes eine Rolle. Man muss gut miteinander spielen können, das ist die Hauptsache.“

Die Grundvoraussetzungen einer Freundschaft sollten jedoch Ehrlichkeit und Vertrauen sein, Spaß sollte natürlich auch nicht fehlen. Menschen harmonieren sehr gut miteinander, wenn sie dieselben Interessen haben, weshalb auch viele Freundschaften bei einem gemeinsamen Hobby geschlossen werden. Wie Aristoteles schon sagte: ,,Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.“ Die meisten Freundschaften werden im Jugendalter aber immer noch in der Schule geschlossen.

Beste Friends Forever! In der Praxis sieht das anders aus

Wenn ich auf das Ende meiner Schulzeit zurückblicke, dann kann ich mich daran erinnern, dass viele auf die Frage, ob sie die Schule vermissen würden, mit Nein geantwortet haben. Damit meinten sie jedoch eher die vielen Kursarbeiten oder Hausaufgaben, jedoch weniger die Zeit mit Freunden. Denn beim gemeinsamen Ertragen der langen Stunden, beim Hausaufgabenmachen oder in den Schulpausen entstehen schon mal Freundschaften fürs Leben. Jedenfalls wünscht man sich das, denn in der Praxis sieht das ebenfalls etwas anders aus. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Freundschaft schnell verloren gehen kann, wenn man sie nicht gut genug pflegt.

Die ganze Welt liegt uns nach der Schulzeit zu Füßen. Jeder hat Ziele und Träume und möchte diese unbedingt verwirklichen. In der Schule waren wir alle mehr oder weniger auf einem Fleck, doch danach zerstreuten sich unsere Wege auf der ganzen Welt. Neben Studium, Ausbildung, Auslandsaufenthalt und Hobbys bleibt nur noch wenig Platz für die Schulfreunde. Mit dem Treffen wird es immer schwieriger, da uns jetzt nicht mehr nur einige Meter bis zur nächsten Schulbank trennen, sondern ganze Meilen. Hinzu kommt, dass man in seinem neuen Umfeld auch neue Leute kennenlernt, da geraten alte Freunde schnell mal aus den Augen. Es sei denn, einem liegt wirklich etwas an der Freundschaft, und man würde Berge versetzen, um diese Freundschaft aufrechtzuerhalten. Wenn das der Fall ist, dann hält die Freundschaft auch.

Titelfoto: Deagreez / Getty Images