Ich bin leidenschaftlich gerne Straßenmusikerin und träume von Auftritten in aller Welt. Doch wie kommt man dazu und ist das Feedback durchweg positiv?
Von Hanna Rüpke, Klasse 10, Gymnasium Meiendorf, Hamburg

Ich wache an einem sonnigen Tag auf, packe meine Gitarre, den Verstärker und sämtliche Kabel zusammen und mache mich auf den Weg in die Hamburger Innenstadt.
Angekommen gehe ich zu meinem ersten Standort, an dem ich mich sicher und wohl fühle und an dem Passanten kurz verweilen können, denn das ist das Wichtigste.

Ich packe schließlich meine Gitarre aus, hänge sie mir um den Hals, stelle das Mikrofon ein und spiele den ersten Song an. Anfangs zittern meine Hände, denn es ist natürlich aufregend. Doch dann schaue ich auf und schon steht eine kleine Menschentraube vor mir. Die lächelnden Gesichter der älteren Leute sowie der kleinen Kinder sind einfach toll. Junge Mädels singen die Songs mit, viele kenne sie bereits aus dem Radio.

Doch, wie kommt man überhaupt dazu, Straßenmusikerin zu werden? Ich finde es toll, in eine Stadt zu fahren, die belebt ist und Musik trägt meiner Meinung nach, einen großen Teil dazu bei, dass man sich an einem Ort wohl fühlt. Schon damals habe ich Musiker bewundert, die ohne große Mittel, einfach mit ihrem Talent in der Fußgängerzone standen.

Dazu gehört natürlich eine große Überwindung und viel Mut, denn man weiß vorher nie, wie man bei Menschen, die einem total fremd sind, ankommt. Ich spiele Gitarre und habe eine lange Zeit Gesangsunterricht gehabt. Am Tag verbringe ich meistens ein paar Stunden in meinem Zimmer und spiele vor mich hin, denn das hilft mir, den Stress in der Schule und im Alltag zu verarbeiten.

„Ich machte mich auf den Weg, um Menschen allein mit meiner Stimme und der Gitarre ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“

Hanna Rüpke über ihre Beweggründe zur Straßenmusik

Irgendwann habe ich dann beschlossen, mein Können nicht nur auf Schul- und Wohnzimmerkonzerten zu präsentieren, sondern eine größere Zuhörerschaft anzusprechen. Nachdem die erste Session im Hamburger Umland nicht lief wie gedacht, war die Enttäuschung zuerst groß und ich grübelte, ob ich überhaupt geeignet wäre, um Straßenmusikerin zu werden.

Einige Monate später, nachdem die innerliche Lust, Straßenmusik zu machen unverändert groß war, habe ich mich an einem herrlichen Sommertag auf den Weg in die Hamburger Innenstadt gemacht, um den Menschen ganz alleine mit meiner Stimme und der Gitarre ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Ich war überrascht, wie viel Geld in Münzen, in relativ kurzer Zeit zusammen kommt. Dennoch sind die Einkünfte zweitrangig, denn meine Straßenmusik mache ich nicht wegen des Geldes, sondern aus Leidenschaft.

Kein Grund zur Verlegenheit. Hanna ist Straßenmusikerin (c) Privat

Kein Grund zur Verlegenheit. Hanna ist Straßenmusikerin (c) Privat

Doch es gibt auch Tage und Situationen, in denen man nicht in der richtigen Stimmung ist, sodass man seinen Auftritt nur halb so gut abliefern kann. Finden es alle toll, dass ich Straßenmusik mache? Sicherlich gibt es auch Leute in der Stadt, die meine Darbietungen nicht hören wollen, doch die haben ja schließlich auch die Möglichkeit weiterzugehen. Auch in meinem Bekanntenkreis und in der Verwandtschaft wird meine Leidenschaft unterschiedlich angesehen und es bilden sich verschiedene Meinungen, denen ich mich stellen muss.

Für mich persönlich ist meine Leidenschaft und Freude ungebrochen hoch, dieses Hobby weiter zu betreiben und zu perfektionieren. Insbesondere auch deshalb, weil meine Vorbilder, wie Ed Sheeran und Shawn Mendes genau so ihre Karriere begonnen haben.

Ich träume davon, eines Tages in großen Städten, wie London oder New York an berühmten Plätzen, wie zum Beispiel dem Picadilly Circus zu spielen und ein internationales Publikum zu unterhalten. Das wäre klasse.

Beitragsbild: Privat