Die Liga hat 306 Spiele, am Ende gewinnen die Bayern – so sah in den letzten Jahren die Fußball-Bundesliga aus. Doch dieses Jahr ist das anders. Zum Glück.
Von Moritz von Blittersdorff

Die vergangenen sechs Jahre haben die Bayern den deutschen Fußball dominiert. Die einzige Frage war, an welchem Spieltag sie vorzeitig Meister werden würden. Das wirkte schon fast wie in Italien und Frankreich, wo Juventus Turin und Paris Saint-Germain nach Lust und Laune gewinnen. Doch diese Saison ist das anders: Die Münchner lassen Punkte gegen Augsburg, Mönchengladbach und Freiburg liegen, zuletzt sogar gegen Aufsteiger Düsseldorf – nach einer 2:0-Führung! So fand sich die Mannschaft in dieser Saison zwischenzeitlich schon auf dem ungewohnten sechsten Platz wieder. Das macht den Titelkampf deutlich spannender, vielleicht gibt es diese Saison auch mal einen anderen Meister.

Vielleicht werden die Bayern in dieser Saison mal nicht Meister

Bei der WM hofften die schlechteren Teams stets auf einen Lucky Punch, die Spiele waren langweilig. Beim Spiel der Düsseldorfer gegen die Bayern konnte man sehen, dass sich das in der Bundesliga nicht fortsetzt: Auch die schwächeren Mannschaften trauen sich etwas.

Zudem gibt es viele Überraschungen: Sei es Frankfurt, Dortmund, Mönchengladbach oder Leipzig, all diese Teams können bisher vollends überzeugen und standen (Stand Mittwoch, 28. November) alle vor dem FC Bayern. Auf der anderen Seite enttäuschen Schalke 04 und Bayer Leverkusen bislang und stehen zu Recht im unteren Tabellendrittel. Da sie aber das Ziel haben, im kommenden Jahr in einem der europäischen Wettbewerbe zu spielen, werden sie sich noch mal zeigen wollen und alles geben. Es bleibt spannend!

Ein weiterer Spaßfaktor: viele Tore. So fielen am 12. Spieltag pro Spiel durchschnittlich vier Tore, am 11. waren es 3,6. Im Vergleich dazu die WM: im Schnitt nur 2,64 Tore pro Spiel. Das belegt nicht nur eine hohe Offensivqualität aller Teams, man kann auch eigentlich noch keine Prognose abgeben, wer sich dieses Jahr die Torjägerkanone schnappt.