Halloween ist ursprünglich ein christlicher Brauch. Doch mittlerweile geht es am Tag vor Allerheiligen nur um eins: Gruseln.
Von Katrin Hirsch

Die Vorfreude ist wie immer riesig: Bald ist Allerheiligen! Oder etwa nicht? Wie bitte, ihr wisst nicht einmal, wann der Feiertag ist und worum es bei diesem christlichen Fest geht? Aber die Kürbisse, Spinnen und Skelette kündigen es doch allenthalben an. Denn Halloween ist praktisch der Heiligabend von Allerheiligen, der Abend vor dem Fest: auf Englisch „all hallows’ evening“.

Puppe mit Blutfleck

Ganz schön schaurig: die alten Halloween-Fotos unserer Autorin.

Der Brauch kommt aus dem katholischen Irland und bezieht sich auch auf das Trauerfest Allerseelen am 2. November. Manche sagen allerdings auch, dass er ursprünglich von den Kelten stammt, die zu Beginn des Novembers alljährlich ein großes Totenfest feierten. Jedenfalls haben irische Auswanderer das Fest in den USA etabliert, wo es dann zu einem richtigen Kult wurde – und als riesiges und durchkommerzialisiertes Fest so bekannt, dass es sich auch in vielen anderen Ländern verbreitete. So ist Halloween auch in Deutschland ein Ding, selbst bei denjenigen, die mit der Kirche nichts am Hut haben. „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ kennt jeder und wahrscheinlich waren die meisten schon mal auf einer Halloween-Party.

Frau vor gerahmten Bildern

Was ist gruseliger: Dieses Foto oder die Fotos auf dem Foto?

Vor einigen Jahren hat eine Freundin die gruseligste Party überhaupt geschmissen, in einer kleinen Hütte im Wald. Es gab nur wenige Kerzen, keinen Strom, alte Familienfotos an der Wand. Wie immer habe ich selbst Fotos gemacht – nur dieses Mal dem schaurigen Anlass entsprechend im Dunkeln. Erst der Blitz der Kamera hat gezeigt, was ich da eigentlich fotografiert habe. Es gab natürlich eine Menge Bilder, die nichts geworden sind. An Allerheiligen muss ich dabei ehrlich gesagt nicht denken. Aber die Fotos gruseln mich noch heute.

Alle Fotos: Katrin Hirsch