Vater sucht verschwundene Tochter – die Story kennt man. Die Erzählweise allerdings nicht. Superspannend und hochinnovativ!
Von Julia Sauer

Der moderne Thriller „Searching“ wäre wohl vor einigen Jahren noch nicht möglich gewesen. Warum? Der Film wird ausschließlich über Bildschirme erzählt. Da wären beispielsweise Mitschnitte von Videoanrufen, Postings in sozialen Netzwerken, YouTube-Videos, Aufnahmen der Fernsehberichterstattung und Chatverläufe, die „live“ mitlaufen. Es ist schwer vorstellbar, dass daraus ein fesselnder Film entstehen kann, doch das Experiment ist hier gelungen.

Die besondere Kameraperspektive ist es auch, die den Film sehr authentisch macht. Denn die Kamera, sonst unerklärte Barriere zwischen Zuschauer und Geschichte, ist plötzlich unabdingbar für die Logik des Films. Denn man schaut quasi mit den Augen der Protagonisten.

Doch nicht nur der einzigartige Blick der Kameras, sondern auch die erzählte Geschichte ist spannend und unvorhersehbar. David sucht seine 16-Jährige Tochter Margot, die spurlos verschwunden ist. Seine Suche verläuft größtenteils auf „digitalen Spuren“, den Social-Media-Profilen von Margot. Professionell unterstützt wird er von Rosemary Vick, einer Polizei-Detektivin. Eine Geschichte voller Drehungen, Wendungen und Vater-Liebe.

Ikon für sehr gut

Unsere Meinung:
Eine gelungene Erfrischung des meist eintönig dahinplätschernden Hollywood-Filmgeschehens. Auf jeden Fall einen Kinobesuch wert!

 

Beitragsbild (Ausschnitt): Sebastian Baron