Während der Highschool ist Andrew Bazzi aus Michigan alleine nach Los Angeles gegangen. Inzwischen war er mit Justin Timberlake auf Tour. Wie er das geschafft hat, verrät er uns im Interview.

Von Jessica Schattenberg

Auf der Bühne gibt er alles, lässt seinen Emotionen freien Lauf. Privat ist Bazzi eher der Ruhige. Der 21-jährige Popstar aus Michigan, der eigentlich Andrew Bazzi heißt, machte durch Plattformen wie Vine, Snapchat und YouTube auf sich aufmerksam. Mit 6-Sekunden-Clips hat er angefangen, nun tourt er als Vorband von Megastar Justin Timberlake durch Nordeuropa. Zu seinem Hit „Mine“ gibt es einen Filter auf Snapchat. Wir trafen den Newcomer zu seinem Auftakt in Berlin.

Du spielst in den nächsten Wochen vor Tausenden Zuschauern. Hast du Muffensausen?
Vielleicht bin ich ein wenig aufgeregt, ich muss erst lernen, wie das so abläuft im Tourbetrieb. Aber selbst, wenn was schiefgeht, weiß ich, dass da eine Basis an Fans sitzt, und im Kontakt mit ihnen zu stehen, bin ich ja gewohnt.

Während der Tour steht auch dein Geburtstag an – wie wird der aussehen?
Ach, den feier ich nicht wirklich. Eher genieße ich jeden Tag für sich, da brauche ich keinen speziellen Schokokuchen für.

„Niemand weiß, wo die Zukunft einen hinbringt.“
Bazzi, Popstar

Wo bist du in 24 Stunden und wo in 24 Monaten oder 24 Jahren?
Puh. Morgen werde ich wohl genau das Gleiche tun wie heute auch. Ich bin kein Mensch, der plant. Wer weiß, wie sich das alles entwickelt und wo ich in der Zukunft lande?

Schon während der Highschool bist du allein nach Los Angeles umgezogen, um deine Karriere voranzutreiben. Wie gehst du damit um, so weit entfernt von Freunden und deiner Familie zu sein?
Gar nicht, um ehrlich zu sein. Es ist sehr schwer, Kontakt zu halten. Meine Eltern unterstützen mich sehr, das war nicht immer so. Das macht es ein wenig leichter, auch wenn wir uns nicht oft sprechen. Generell gelingt mir das nur mit wenigen Personen.

Was hat dich motiviert, am Ball zu bleiben? Was kannst du aufstrebenden Musikern mit auf den Weg geben?
Du musst voll und ganz hinter dir selbst stehen und vertrauen. Dich akzeptieren und lieben lernen, auch entgegen allen Konventionen. Du musst dich eben selbst feiern. Ich zum Beispiel liebe meine Musik und höre sie auch in meiner Freizeit. Wie sollen mich andere unterstützen, wenn nicht mal ich das tue?

Hast du Angst, dieses Gefühl einmal zu verlieren?
Das wird nicht passieren. Es war schwierig, mir dieses Bewusstsein zu erarbeiten. Aber wenn du die Liebe für dich selbst entdeckt hast, dann bleibt sie dir und gerät allerhöchstens mal aus dem Blickwinkel.

Woran können wir erkennen, dass du dich selbst gefunden hast?
Wenn ich mit Freunden durch harte Zeiten gehe und ihnen helfen muss, dann siehst du es. Das könnte ich wohl nicht, wenn ich mit mir selbst zu kämpfen hätte. Und natürlich auf der Bühne, meine Emotionen sind absolut echt.