Irland, das Land des schlechten Wetters. Von wegen!

Irland klingt für dich nach Langeweile, Schafen und schlechtem Wetter. Da liegst du falsch. Unsere Jugendreporterin war mit der Familie da und kann dir sagen: Es ist wirklich so schön, wie auf den Fotos.

Von Leonie Wendt

Das Erste, was ich in meinen Koffer geschmissen habe, als ich für Irland gepackt habe, war natürlich die Regenjacke. Ich kannte es aus Filmen, aus Büchern und aus Erzählungen von Verwandten und Bekannten, die schon mal dort gewesen waren: Irland das Land des schlechten Wetters. Man freut sich auf endlose grüne Wiesen und herrliche Natur, doch weiß, dass der Grund dafür die großen und nicht enden wollenden Wassermassen aus Richtung Himmel sind.

Aber ob es nun an der globalen Erwärmung liegt, oder einfach nur daran, dass ich immer brav meinen Teller aufesse: In den zwei Wochen Irlandurlaub habe ich keinen einzigen Tropfen Regen abbekommen. Auch die endlosen grünen Wiesen erinnerten eher an braune Steppe.

Und trotzdem: Irland ist eine Reise wert!

Um besonders viele abwechslungsreiche Ecken von Irland erkunden zu können, haben wir uns für eine Rundreise entschieden. Angefangen mit Irlands Hauptstadt, Dublin wo wir drei Tage in einem Apartment verbracht haben, ging es dann mit einem Mietwagen weiter an die Westküste. In dem winzigen Küstenort „Fanore“ wohnten wir für eine Woche in einem renovierten Bauernhaus, in den Bergen. Zum Abschluss nahmen wir eine weitere mehrstündige Autofahrt auf uns und ließen den Urlaub auf dem „Sheep‘s Head“, einer der fünf Halbinseln Irlands, ausklingen. Von Cork aus ging es wieder zurück nach Deutschland. Die Reise in Bildern:

Dublin

Dublin
Nicht verpassen: Der „Glasnevin Cemetery“, Dublins größter Friedhof mit dem angrenzenden Botanischen Garten.

Mal abgesehen von dem Nachtleben mit Livemusik in Pubs, kann man auch am Tag viel in Irlands Hauptstadt erleben. Obwohl in der Innenstadt nahezu alles zu Fuß zu erreichen ist, lohnt sich die Fahrt mit einem Sightseeing-Bus. Verschiedene Busunternehmen, bieten mit dem „Hop-on-Hop-off“-Prinzip Stadtrundfahrten an. Entweder ein einheimischer Busfahrer erklärt einem mit sympathisch irischem Akzent die Sehenswürdigkeiten, oder man entscheidet sich für die Kopfhörer und bekommt eine Führung in Muttersprache. Wir haben beide Varianten ausprobiert. Vorbei an der Guinnessbrauerei, dem Hafengebiet, vielen Kirchen und dem berühmten Trinity College, lernt man innerhalb einer Stunde die ganze Stadt kennen. Die Tickets gelten für 24 Stunden, sodass man die Stadterkundung auch geschickt auf zwei Tage verteilen kann. Und natürlich nicht vergessen immer mal wieder auszusteigen, um sich etwas genauer anzuschauen.

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher
Einmal Sonnenuntergang vor traumhafter Kulisse, bitte.

Tagsüber häufen sich die Menschenmassen und Reisebusse an der bekanntesten Sehenswürdigkeit Irlands. Doch das ist noch lange kein Grund die 214 Meter hohe Steilklippe auszulassen. Ab 21 Uhr abends sind die Touristengruppen verschwunden und von dort oben lässt sich ein wunderschöner Sonnenuntergang beobachten. Mehr als acht Kilometer kann man an der Kante entlanglaufen, während die Klippen und die Wiesen dahinter in oranges Licht getaucht werden.

The Burren

The Burren
Die Schafe und Kühe wollten nicht fotografiert werden. Das muss man respektieren.

Im Westen Irlands erstreckt sich über viele Quadratkilometer eine karge Felslandschaft. Es gibt offizielle Wanderwege, doch oft ist es auch möglich diese zu verlassen und die großen Steinplatten auf eigene Faust zu erkunden. Dabei sind wir von einer Ebene zur nächsten geklettert, haben die Aussicht genossen und viele Schafe und Kühe getroffen. Das Wetter war wie immer auf unserer Seite und so luden die von der Sonne gewärmten Steine zur kleinen Pause in luftiger Höhe ein.

Sheep‘s Head Way

Sheap's Head Way
Nur Natur.

Wer wandern mag, wird mit dem Weg entlang der Halbinsel glücklich. Den Bergpass bietet eine herrliche Sicht auf den Atlantik, zu beiden Seiten. Am Ende der Wanderung wird man mit einem kleinen Leuchtturm, ganz an der Spitze der Landzunge, belohnt. Auf dem Weg dorthin gibt es eine kleinere Ausgabe der „Cliffs of Moher“, von der aus man mit etwas Glück Seehunde beobachten kann. Wir sind nicht bis zum letzten Parkplatz gefahren, sondern sind schon vorher losgelaufen, so hatten wir eine lange Strecke des Weges ganz für uns alleine.

Essen

Das beste Essen Irlands gibt es ganz klar in den Pubs. Es gibt vor allem Klassiker wie Fish & Chips, Irish Stew, Burger und Meeresfruchtsuppen. Unser eindeutiger Favorit der Reise ist das „Beef and Guinness Stew“. Rindfleisch mit einer Soße aus dem typischen Dunkelbier, dazu gibt es meistens Kartoffelpüree. Das Personal ist freundlich, bodenständig und genauso, wie die einheimischen Gäste darum bemüht Reisetipps zu geben. Auch das Zahlen in den irischen Kneipen ist sehr unkompliziert: Man zahlt am Tresen, Trinkgeld ist nur beim Essen üblich und auch wirklich nur dann, wenn man sehr zufrieden war.

 

Bilder: Leonie Wendt

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Neben Reisen, Lesen, Kochen und Musik ist Schreiben meine große Leidenschaft. Mal abgesehen von meinem Tagebuch und Laptop, seid jetzt auch ihr, liebe funky-Leser, Zeugen meines Hobbys. Hier beschäftige ich mich vor allem mit den Themen Kino, Freizeit, Lebenstipps und Reisen. Doch wenn ich so darüber nachdenke, am meisten Spaß macht es, Interviews zu führen und mit Menschen in Kontakt zu kommen.