Es tut sich was im Kampf gegen Einweg-Plastik

Strohalme
Straw for beverage. Striped colorful drinking straw isolated on background. Plastic pipe. Vector illustration flat design. Set is curved and straight. Cocktail, juice, drink.

Die EU plant Verbote, erste Unternehmen reagieren schon und verbannen Einweg-Plastik aus dem Sortiment. Das ist auch bitter nötig, denn laut Umweltbundesamt ist Deutschland Spitzenreiter in Sachen Verpackungsmüll.

Von Niklas Schulz

Die Zahl der Plastiktüten hat sich dank der EU zwar bereits reduziert, doch der Gesamtverbrauch von Plastik steigt weiter an. Deshalb hat es sich die EU erneut zur Aufgabe gemacht, gegen Plastikmüll vorzugehen. In ihrem Visier sind sämtliche Plastik-Einwegprodukte, vor allem Verpackungen und Besteck.

Noch gibt es keine Verbote, doch schon die Pläne haben Wirkung gezeigt. Lebensmittelhändler Rewe hat sich entschieden, bis Ende des Jahres Plastik-Trinkhalme aus dem Sortiment zu streichen und stattdessen Alternativen aus Papier oder Weizengras anzubieten. Konkurrent Lidl will gar keine Plastik-Einwegartikel mehr verkaufen, bei Lebensmittelverpackungen auf wiederverwendbare Materialien setzen oder die Verpackung ganz weglassen. Und die Café-Kette Starbucks möchte bis 2020 sämtliche Trinkhalme aus ihren Filialen verbannen. Als Alternative soll es einen speziellen Deckel geben, aus dem man direkt trinken kann. In den USA und Kanada gibt es diesen bereits. Starbucks wird durch diesen Schritt nach eigenen Angaben etwa eine Milliarde Plastik-Trinkhalme im Jahr einsparen. Was so vorbildlich aussieht, ist in allen drei Fällen letztlich nichts anderes als eine Präventivmaßnahme, um den künftigen Regelungen der EU zuvorzukommen.

Der Grüne Robert Habeck fordert eine Plastik-Steuer

Der Grünen-Politiker Robert Habeck wird deshalb wohl kaum Ruhe geben. Er ist einer der wenigen deutschen Politiker, die sich aktiv für die Reduzierung des Plastikmülls einsetzen. Er fordert eine EU-weite Steuer auf Wegwerf-Produkte aus Kunststoff und versucht, die Subventionierung von Rohstoffen, die für die Kunststoffherstellung benötigt werden, zu stoppen. Ob Habeck und seine Kollegen im EU-Parlament ihre Vorhaben umsetzen können und ob sie damit unserer Umwelt helfen können, bleibt abzuwarten. Zumindest ist das Plastik-Problem endlich in der breiteren politischen Diskussion angelangt.

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