Wir haben uns einmal quer durch die funky-Jugendredaktion gefragt, um die fünf außergewöhnlichsten Schul-AGs zu finden. Dabei sind am Ende sechs zusammengekommen. ¯_(ツ)_/¯

Der gute Ton

Meist tritt man einer AG bei, um in seiner Freizeit gemeinsam mit anderen Spaß zu haben. Aber nicht, um zu lernen, wie man richtig mit Messer und Gabel isst, oder?
Oh doch. So eine AG gibt es an dem B.M.V Gymnasium in Essen. Dort kann man ein Teil der etwas anderen AG namens „Der gute Ton“ werden, in der die Teilnehmenden lernen, wie man sich richtig kleidet, tanzt und isst. Aber so richtig spaßig hört sich diese AG nicht an. Wie ist es dann möglich, dass so viele daran teilnehmen, und das sogar freiwillig? Die 15-jährige Nina G. kennt die Antwort: „Es hat mir gefallen, dass die sonst so starren und ernsten Angelegenheiten locker herübergebracht wurden. Einmal mussten wir Süßigkeiten als Übung mit Messer und Gabel essen. Das war wirklich lustig und hat nicht ganz so gut funktioniert.“

Aber auch sonst ging einiges schief. Beim Tanzen wurde sich gegenseitig des Öfteren auf die Füße getreten und auch die gebundenen Krawatten sahen wohl nicht wirklich wie Krawatten aus. Doch am Ende konnten alle bei dem Abschlussessen in einem teuren Restaurant unter Beweis stellen, dass die vielen Übungen sich gelohnt hatten.
Von Emma Kadach, Essen

Ghana

2010 verbachte eine Abiturientin des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Heiligenhaus ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Ghana, um dort in einer kleinen Schule in Cape Coast in der Nähe der Hauptstadt Accra auszuhelfen. Als sie beschrieb, wie marode das Schulgebäude und die Lernmaterialien waren, war schnell klar, dass unsere Schule eine Partnerschaft mit der ghanaischen Ayifua St. Mary‘s Anglican Primary School eingehen wollte. Eine AG, die sich um die Partnerschaft kümmert, wurde im selben Atemzug gegründet.

Neben zahlreichen Spendenaktionen, um zum Beispiel einen Computerraum und einen Wassertank für die Schüler zu finanzieren, hat es sich die Leiterin der AG zur Aufgabe gemacht, den Schülern die Kultur Westafrikas näherzubringen. „Ich erfahre Unvorstellbares über eine Kultur, der ich ziemlich lange wenig Beachtung geschenkt habe“, erzählt eine der (leider nur) fünf Teilnehmerinnen nach einem Besuch im afrikanischen Voodoo-Museum in Essen, der im Rahmen der AG stattfand. Auch Schüleraustausche nach Cape Coast werden an dem Gymnasium angeboten. „Die Schüler sind weltoffen, kulturell interessiert und sozial engagiert – und zwar in globaler Hinsicht“, schwärmt die Leiterin der AG.
Von Carla Rüngeler, Heiligenhaus

Imkern

Eine der außergewöhnlichsten AGs des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Wolfenbüttel ist die Imker-AG. Hier lernen die Teilnehmer alles über Honigbienen, ihre Lebensweisen und warum sie so wichtig für die Umwelt sind. Außerdem wird natürlich auch praktisch gearbeitet. Schließlich muss der Honig der Bienen im Schulgarten geerntet werden! Dazu schleudern die Imker den Honig aus den Honigwaben. Er wird dann verkauft. Jan aus der 6. Klasse sagt: „Vorher hatte ich etwas Angst, gestochen zu werden, aber die Kleidung schützt gut! Und der Honig ist sehr lecker.“
Von Kim Sarah Lange

Fairtrade

Wie kann ich die Welt ein bisschen besser machen? Wie kann ich anderen Menschen helfen? Die Fairtrade AG, die es ebenfalls am B.M.V Gymnasium in Essen gibt, beschäftigt sich mit genau diesen Fragen. Einige Antworten hat sie auch schon gefunden. Denn ein Ziel dieser AG ist es, die Schule zu einer Fairtrade-Schule zu machen. Die Schülervertretung bietet zwar schon Fairtrade-Schulkleidung an, jedoch reicht das nicht aus, um das Ziel der AG zu erreichen. Hierfür müssten beispielsweise noch Fairtrade-Produkte in der Cafeteria verkauft werden und es müsste Unterrichtseinheiten zu diesem wichtigen Thema geben.

Die 14-jährige Milena Hövelmeyer ist schon sehr lange ein Teil der AG und kennt auch die Probleme, die eine etwas untypische AG mit sich bringt: „Um eine Fairtrade-Schule zu werden, brauchen wir viel mehr Teilnehmer, damit wir mehr Aktionen umsetzen können. Leider gibt es zu wenige Leute, die sich für ein solches Thema interessieren.“ Doch es gibt schon Pläne zum Lösen des Problems. „Momentan machen wir viel Werbung für unsere AG. Vor Kurzem haben wir zum Beispiel Fairtrade-Osterschokolade verkauft.“
Von Emma Kadach, Essen

Infolette

Am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Berlin gibt es die AG Infolette. Die Teilnehmer sammeln die Termine von unserer Schule und lustige oder spannende Fakten. Mit diesen Fakten gestalten sie regelmäßig Plakate, die in den Toiletten der Schule aufgehängt werden. So machen sie den Toilettenbesuch der Schüler etwas angenehmer. Da steht dann so etwas wie: Am 21. Juni ist der Tag des Schlafes oder am 6. Juli ist der Tag des Kusses. Auf den Plakaten können aber auch Schüler für etwas werben: für eine neue AG oder eine Party in der Schule.

Natürlich werden so auch große Veranstaltungen wie das jährliche Hoffest oder das Sportfest noch einmal ins Gedächtnis der Schüler gerufen. Das ist sehr praktisch, da man so, was schulische Termine betrifft, immer auf dem neuesten Stand ist und nicht beim Sportfest ohne Sportsachen vor der Schule steht. Außerdem hat man auf der Toilette eigentlich nichts zu tun. So kann man entspannt etwas lesen und bleibt dabei praktischerweise noch auf dem neuesten Stand, entdeckt eine neue AG, auf die man vielleicht Lust hat, oder muss ein wenig schmunzeln, weil man gerade gelesen hat, dass in Lippenstiften Fischschuppen enthalten sind.
Von Lorenz Wilmen, Berlin

Roboter-AG

Die Roboter AG des Essener B.M.V Gymnasiums gibt es nicht erst seitdem auch Jungen an dem einstigen Mädchengymnasium aufgenommen werden, sondern schon viel länger. In dieser AG bauen die Schülerinnen und Schüler einen Roboter aus verschiedenen Einzelteilen zusammen und programmieren diesen später, um dann beispielsweise am zdi-Roboterwettbewerb teilzunehmen. Im letzten Jahr waren die Teilnehmer dieser AG erfolgreich mit am Start. Sie erreichten auf der deutschen Meisterschaft den dritten Platz und verpassten die Qualifikation zu der Europameisterschaft nur knapp. Auch dieses Jahr wird das B.M.V Gymnasium wieder an dem Roboterwettbewerb teilnehmen. Bestimmt genauso erfolgreich wie im Jahr zuvor.
Von Emma Kadach, Essen

 

Titelbild: Eine Schülerin kümmert sich um den schuleigenen Bienenstock. (c) imago/Michael Schick