Schüler und Lehrer haben keine ganz einfache Beziehung. Um mehr Harmonie in die Klassenräume zu bringen, dürfen Lehrer hier all das fragen, was sie noch nie an ihren Schülern verstanden haben – und Schüler antworten.

Ein Sport- und Englischlehrer aus Dortmund fragt: Warum dauert es nach der Pause jedes Mal mindestens fünf Minuten, bis wir mit dem Unterricht fortfahren oder beginnen können?

Markus Hoppe aus der funky-Jugendredaktion antwortet: Das Problem mit den Pausen in der Schule ist: Sie sind einfach immer zu kurz! Wir haben unseren Mitschülern schließlich immer so viel zu erzählen … Im Unterricht kommen wir gewöhnlich nicht dazu, uns zu unterhalten. Wir treffen uns auch nicht jeden Nachmittag oder jedes Wochenende, und mit der Zeit sammelt sich deshalb so einiges an Gesprächsstoff an.

Natürlich gibt es die großen Pausen, in denen wir 20 Minuten Zeit haben, unsere Erlebnisse loszuwerden. Doch blöderweise – und es hat noch kein Mensch herausbekommen, warum – fällt uns kurz vor Unterrichtsbeginn noch was ein: „Ach, das wollte ich ja noch fragen!“ „Das habe ich noch gar nicht erzählt!“ „Da war ja was!“ – Wir können nichts dafür!
Und nach 45 Minuten hat man seinen Einfall ja wieder vergessen, also schnell raus damit. Unser Gesprächspartner hat dann etwas beizutragen, wir diskutieren – und dabei hätte der Unterricht schon längst beginnen sollen.

Um jetzt mal ganz ehrlich zu sein: 45 Minuten Unterricht sind wirklich eine lange Zeit … Also warum nicht einfach so tun, als hätte man die Stundenklingel überhört? Und munter weiter erzählen. Jede verlorene Unterrichtsminute ist schließlich gewonnene Freizeit. Das bedeutet weniger Mühe. Der Mensch, insbesondere der Schüler, ist eben bequem.

Wenn der Lehrer dann auch noch wartet, bis Ruhe einkehrt, hat er verloren. Eins muss ihm klar sein: Von allein wird nie Ruhe einkehren. Nie.