Eltern fragen Elternfragen: Sind alle Jugendlichen so unordentlich?

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Im Laufe der Zeit stellen wir unseren Eltern Tausendundeine Frage. Wir drehen den Spieß um und hören ausnahmsweise mal ihnen zu. Bei uns dürfen Eltern all das fragen, was sie an uns noch nie verstanden haben.

Die Eltern einer 19-jährigen Tochter aus Velbert fragen: „Sind alle Jugendlichen so unordentlich?“

Viktoria Koch aus der funky-Jugendredaktion antwortet: Erinnere ich mich an die mal mehr, mal weniger vorhandene Ordnung in meinem Jugendzimmer zurück, fällt mir eine Sache direkt wieder ein. Jeden Morgen vor der Schule um kurz vor 8 Uhr musste ich noch meinen Haustürschlüssel, den ich am Tag zuvor einfach irgendwo im Chaos abgelegt hatte, suchen. Die Unordnung entstand aber auch immer wie von selbst. Warum auch nicht? Wozu sollte man überhaupt das Bett machen oder die getragene Kleidung zurück in den Schrank hängen? Lohnt sich doch nicht. Nachts zerwühle ich das Bett doch ohnehin wieder. Und frühmorgens zerre ich einmal alles aus meinem Kleiderschrank auf der Suche nach etwas Brauchbarem.

Nur eines hat geholfen (Achtung: Damit mache ich mich jetzt bestimmt bei allen Jugendlichen unbeliebt, aber ich muss schließlich den Eltern eine Frage beantworten): Die Drohung meiner Eltern. „Wenn du bis heute Abend um 18 Uhr nicht alles aufgeräumt hast, komme ich mit dem blauen Müllsack, sammle alles ein und schmeiße es in die Tonne!“ Die Augen schreckgeweitet habe ich mich in einen räumenden und putzenden Wirbelwind verwandelt.

Ja, es könnte beim ersten Mal nicht ziehen und darauf hinauslaufen, dass sich Mama und Papa wirklich die Mühe machen müssen, alles einzusammeln. Aber sie werden es nur einmal tun müssen. Ihre Chaotenkinder werden sofort bettelnd versprechen, sich umgehend zu ändern, und flehen, den Sack – oder die Säcke – wieder ausräumen zu dürfen. Und ja: Es wird keine zwei Wochen dauern, bis es wieder wie bei Hempels unterm Sofa aussieht. Einfach wieder drohen. Wir werden rotieren – und dann wieder das Zimmer im Chaos versinken lassen.

Eine gute Nachricht gibt es dann aber doch, liebe Eltern: Wenn wir ausgezogen sind, müsst ihr das Chaos nicht mehr sehen.

Du willst mehr? Du bekommst mehr!

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.

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