five funky facts – die außergewöhnlichsten Sportarten

Screenshot Pig'n'Race 2015

Wer denkt, Hockey unter Wasser oder Foot-Volley seien freaky, der hat sich echt getäuscht! Das hier sind die fünf wahren Spitzenreiter der außergewöhnlichen Sportarten!

Von Anna Schlicker

1. Bubble Soccer

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Enstehung
Bubble-Fußball hat seinen Ursprung in Norwegen. Zwei Norweger hatten im Jahr 2011 die Idee, sich aufblasbare Bälle über den Oberkörper zu stülpen, und nutzen sie erstmals nur in ihrer eigenen TV-Show Golden Goal. 2012 gab es zunächst nur in England und im angrenzenden englischsprachigen Raum die ersten Unternehmen, die Bubble-Fußballspiele gegen eine kleine Gebühr anboten. Innerhalb der nächsten Jahre wurde Bubble-Fußball im asiatischen, europäischen und amerikanischen Raum bekannt und populär.

Spielweise
Gespielt wird in einer Blase, die im Durchmesser ungefähr eine Größe von 1,5 Metern besitzt. Die sogenannten Bubbles sind einfache, transparente, aufblasbare Kugeln, die den Oberkörper und den Kopf schützen. Jedes Team darf für sich entscheiden, ob alle fünf Spieler auf dem Feld stehen oder einer von ihnen als Torwart spielt. Wechsel innerhalb einer Mannschaft sind während des Spiels maximal zweimal erlaubt.

Spielablauf
Zur Begrüßung tippen die Spieler der gegnerischen Mannschaften sich kurz mit den Bubbles an und schon beginnt die zehnminütige Partie. An Fouls ist fast alles erlaubt: Den Gegner umrennen, anrempeln oder heftig zur Seite stoßen ist beim Bubble-Soccer sogar erwünscht! Die einzige Bedingung: All dies muss von vorne geschehen, da die Verletzungsgefahr sonst zu hoch ist. Das Ziel des Spiels ist genau gleich mit dem Ziel des „normalen“ Fußballspiels: Wer die meisten Tore erzielt, gewinnt die Partie.

Austragungsort
Austragungsort ist in den meisten Fällen eine normale Turnhalle, Kunst- oder Naturrasen. Für den Lustigkeitsfaktor spielen manche Teams auch in Sand und Schnee.

Popularität
Schon mehrere deutsche Anbieter bieten seit kurzem diesen Spaßsport auch als eigenständige Events an, bei denen einige Menschen zusammenkommen, um sich die Erfahrung des Bubble-Soccers nicht entgehen zu lassen. Die Kugeln können jedoch auch ausgeliehen werden – mit 50 € die Stunde zwar nicht gerade günstig, doch für diesen Spaß lohnt es sich auf jeden Fall!

Fazit
Sollte man definitiv einmal ausprobiert haben, auf längere Zeit jedoch keine Freude für den normalen Geldbeutel …

2. Extrembügeln

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Enstehung
Das Extrembügeln wurde in den Neunzigerjahren von dem Briten Phillip Shaw erfunden. Er war damals leidenschaftlicher Bergsteiger  und es leid, seine Wäsche zwischen den eigenen vier Wänden zu bügeln. Also zog er mit seiner Bügelwäsche und einem Bügelbrett sowie -Eisen auf eine Wanderung los.

Ausstattung
Alles was benötigt wird, ist ein Bügeleisen, ein Bügelbrett, seine Bügelwäsche und natürlich ein paar Kenntnisse rund ums Bergsteigen.

Bewertungskriterien
Bewertet werden bei dem Parcours, bei dem die Teilnehmer an vorher festgelegten Orten bügeln, die Komplexität und die Individualität der gezeigten Performance sowie der Aspekt, ob die gebügelte Wäsche knitterfrei ist. Die Jury bilden professionelle HauswirtschaftlerInnen.

Disziplinen

  1. Rocky Style: Bügeln in den Bergen oder in Steilwänden
  2. Water Style: Bügeln unter oder auf dem Wasser
  3. Urban Style: Bügeln in der Stadt, zum Beispiel auf Hausdächern
  4. Forest Style: Bügeln in der Natur, zum Beispiel im Wald
  5. Synchron Style: Mannschaftswettbewerb (Synchronität)
  6. Freestyle: Alle Orte, die keiner Kategorie zugewisen werden
  7. Air Style: In Ultraleichtflugzeugen und beim Base-Jumping
  8. Tourism Style: An touristischen Orten unter möglichst vielen Menschen

Extrembügeln in Deutschland
In Deutschland wurde dieser Bügelsport durch Kai Zosseder bekannt, der Shaw auf einer seiner „Bügelreisen“ in Neuseeland traf. Fasziniert von dieser Idee, gründete er die German Extreme Ironing Section in München, die 2002 ihre erste Weltmeisterschaft in München ausrichtete. Insgesamt 75 Männer und Frauen aus neun Nationen nahmen damals teil.

Popularität
Schon nach kurzer Zeit begeisterten sich viele Tausende von Menschen weltweit für diese gefährliche, außergewöhnliche Sportart. Immer mehr Leute begannen, ihre Wäsche nicht mehr zwischen ihren vier Wänden zu bügeln. Der Rekord in den Bergen liegt zurzeit bei 6.962 Metern.

Fazit
Lustige Aktion auf jeden Fall, kann leider nur sehr gefährlich werden, wenn man kein sicherer Bergsteiger ist.

3. Jugger

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Entstehung
Seinen Ursprung hat Jugger in dem Spielfilm „Die Jugger – Kampf der Besten“. Das Spiel wurde nur für die Handlung des Filmes erfunden. Gegnerische Dörfer kämpfen um ihren Lebensunterhalt und hoffen, in die Liga der Gladiatorenwettkämpfe aufgenommen zu werden. Das erste deutsche Jugger-Spiel fand 1993 statt. Die Regeln wurden durch Ausprobieren festgelegt. Die erste Meisterschaft fand 1998 in Berlin statt.

Spielweise
Jugger ist eine moderne Sportart, bei der viele andere Sportarten, wie Fechten und Ringen miteinander verbunden werden. Ein Spieler versucht, den Ball ins gegnerische Tor zu bringen, während der Rest des Teams mit gepolsterten Sportgeräten gegen die anderen vorgeht. Ziel des Spiels ist es, den Jugg (Spielball) so oft wie möglich in das gegnerische Tor (Mal) zu bringen.

Besonderheit
Jugger zeichnet sich dadurch aus, dass hier gemischtgeschlechtlich gespielt wird, die Mannschaften also nicht in Männer und Frauen aufgeteilt sind. Eine weitere Besonderheit: Auch wenn das Spiel für Unbeteiligte vermutlich recht schmerzhaft aussieht, ist es nicht viel gefährlicher als andere Sportarten auch.

Sportgeräte
Für die Verteidigung des eigenen Tores werden verschiedene Pompfer genutzt, wie die Geräte und gepolsterten Waffen genannt werden. Mit ihnen versuchen die Spieler, den Gegner zu stoppen. Man darf am gesamten Körper getroffen werden, außer am Kopf. Prallt ein Gegenstand allerdings an der Schulter ab und berührt daraufhin den Kopf, so ist dies erlaubt.

Popularität
Seit der Entstehung schlossen sich vor allem in Amerika viele Tausende von Menschen dem Jugger an. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile eine Jugger-Bundesliga.

Fazit
Man muss wohl ein sehr draufgängerischer, sportlicher Typ sein, um sich dem Jugger anzuschließen …

4. Pig’n’Ford Race

https://youtu.be/-da5z9jp_mc

In Minute 10:45 geht es los.

Enstehung
Vermutlich 1924 oder 1925, so haben es zumindest die Landwirte ihren Kindern und Enkeln erzählt, mussten sich ein paar Farmer aus Tillamook, Oregon, auf die Suche nach entlaufenen Schweinen machen. Sie setzten sich in ihr Ford Modell T, und hatten bei der Jagd so viel Spaß, dass daraus die Idee eines jährlichen Wettbewerbs mit festen Regeln entstand.

Spielweise
Bei dem „Spiel“ rennen meistens Männer in Windeseile in einen kleinen Stall und holen ein Schwein dort heraus. Sie klemmen sich das Schwein unter ihren Arm und rennen so zu einem alten Ford Modell T. Danach wird der Motor gestartet und eine kurze Strecke, die vorher festgelegt wurde, wird abgefahren. Während der gesamten Fahrt muss das Schwein unter den Armen des Mannes verharren und sollte nicht „herausfliegen“. Dies wird anschließend dreimal wiederholt, jedoch nicht immer mit denselben Schweinen: Wenn eine Runde durchfahren ist, wird das Schwein einfach wieder in den Stall gesetzt und sich ein Neues geholt.

Der Mann, der nach diesen drei Runden die schnellste Zeit hingelegt hat, darf sich selbst den neuen Pig’n’Ford-Champion nennen.

Popularität
Sehr populär ist dieser Sport nicht, er begeistert jedoch trotzdem die gesamte Stadt Tillamooks, auch ohne große Anhängerschaft und Millionengagen. Jedes Jahr im August finden die Pig’n’Ford-Races statt – und das schon seit 94 Jahren! Es ist einmalig auf der Welt und doch der ganze Stolz der kleinen Stadt.

Fazit
Ein sehr außergewöhnlicher Sport, der aber vermutlich nicht nur zum Spaß, sondern tatsächlich auch als Ausdauertraining verwendet wird.

5. Schlammschnorcheln

aus Gründen haben wir an dieser Stelle kein Video für euch.

Enstehung
Begonnen mit dieser außergewöhnlichen Sportart haben die Einwohner von Llanwrtyd Wells in Wales im Jahr 1976. So entdeckten sie diese Sportart doch tatsächlich, als ein Kind der Bewohner in einen Sumpf fiel und anfing, darin zu tauchen.

Spielweise
Bei der jährlich ausgetragenen WM im Schlammschnorcheln muss ein 55 Meter langer Graben, der mit eiskaltem Schlamm und Moor befüllt ist, von allen Teilnehmern durchquert werden. Dabei sind als einziges Hilfsmittel Flossen und Schnorchel erlaubt. Gegen einen Neoprenanzug spricht sich die Jury klar und deutlich aus. Es darf nicht „traditionell“ geschwommen werden – das ist die Regel beim Schlammschnorchlen. Gemeint ist damit, dass jeder alles ausprobieren sollte, was er so in seinem Repertoire an Schwimmkünsten hat.

Wer als Erstes im Ziel (sprich: auf der anderen Seite des Ufers) angelangt ist und somit den ersten Kontakt mit festem Boden hat, der darf sich den Gewinner der Partie nennen.

Popularität
Aufgrund der Tatsache, dass in Wales jährlich die Weltmeisterschaften stattfinden, finden recht viele Besucher ihren Weg dorthin. Einige, um an den Meisterschaften teilzunehmen, andere um sich das ganze Spektakel anzuschauen.

Fazit
Schlammschnorcheln mag zwar ganz lustig anzusehen sein, wirkt auf die meisten aber wohl eher etwas abstoßend. Wer dennoch denkt, den Weltrekordhalter Richard Addis schlagen zu wollen, der sollte sich auf nach Wales machen.

 

Titelbild: Screenshot Pig’n’Race 2015, YouTube 

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.

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