Außergewöhnlich kreativ: Der Traum vom eigenen Buch

Markus Hoppe liest
Er ist 15 Jahre alt und mehrfacher Autor. Grund genug, um Markus Hoppe mal zu fragen, wie es dazu eigentlich kam.

Als sich Markus Hoppe bei uns meldete, um für funky zu schreiben, haben wir in der Redaktion nicht schlecht gestaunt. Mit offenem Mund und vor Erstaunen geweiteten Augen haben wir die Mail gelesen, uns durch seine Webseite geklickt und seinen Namen gegoogelt. Um daraufhin zu entscheiden: Der ist einer für unsere Kategorie „jung und außergewöhnlich“! Markus hat schon vier eigene Bücher veröffentlicht, einen Kurzkrimi für die Anthologie „Mörderisches Buffet“ und ein Gedicht für den Band „Ein Strauß voller Poesie“ beide herausgegeben von Astrid Seehaus geschrieben, und sein preisgekrönter Beitrag für den Thüringer Buchlöwen findet sich auch in gedruckter Form wieder. Und so haben wir ihn noch vor seinem ersten Artikel für ein Interview bei WhatsApp verpflichtet.

Du hast ja schon sehr jung dein erstes Buch geschrieben. Wie alt warst du damals?

Ich habe die Geschichte von Trollnase schon mit elf geschrieben, damals für den Kulturfreitag. Dann habe ich Astrid Seehaus (Autorin, Verlegerin im Undine-Verlag) getroffen und sie gefragt, ob sie denn ein Buch mit mir machen könnte. Sie ist glücklicherwiese dieses Risiko eingegangen und wir haben von da an an der Geschichte gearbeitet. Ich war zwölf, als das Buch rauskam, 11 Tage später wurde ich erst dreizehn!?

Wie bist du auf die Idee gekommen, a) diese Geschichte zu schreiben und b) überhaupt zu schreiben?
Und dann noch den Mut aufzubringen eine Verlegerin anzusprechen…

Ich fange mal mit b) an und geh dann in die anderen Fragen über.
Im Kindergarten, so wurde mir erzählt, hab ich wohl schon gerne Geschichten erzählt! ? Das ist ja die erste Vorraussetzung!
Seit dem fünften Lebensjahr schreibe ich kleine Geschichten und früher verstärkt noch viele Gedichte. Immer wieder ließ ich meinen Gedanken und meiner Fantasie freien Lauf. Meine Eltern unterstützten mich schon immer dabei und ließen mich machen. Ich denke, das Schreibtalent hab ich von meiner Mutter geerbt.
Dann zogen wir von Leinefelde nach Rengelrode, einem Ort vor Uder. In Heiligenstadt lernte ich als erstes die Stadtbibliothek und dann den Kulturfreitag kennen, bei dem es mir von Jana Bauer möglicht wurde, meine Geschichten vorzutragen und erstmals mit der Öffentlichkeit zu teilen. Es stand ein Weihnachtsspecial vor der Tür und ich machte mir Gedanken über Weihnachtsgeschichten, die ohnehin meine Leidenschaft sind. Ich liebe Weihnachten und den Winter und habe in dem Genre die meisten Ideen. Ich kann nicht sagen, wo diese Idee her ist, ich hatte einen Geistesblitz und dann war sie da, die Idee. So geht es mir bei fast allen Geschichten, ich hab ne Idee aus dem Nichts und schreib sie nieder.
Zu den Lesungen kam der Traum meines eigenen Buches. Fast jeder, der Geschichten schreibt, hat, denke ich mal, irgendwann den Traum seines eigenen Buches. Zu dem Zeitpunkt habe ich schon an einigen Schreibwettbewerben teilgenommen und manchmal  sogar gewonnen! Ich habe einfach meine Chance genutzt und bin ohne groß nachzudenken vor einer Lesung von Frau Seehaus zu ihr gegangen. Das ich das aber einfach so gemacht habe, liegt glaube ich einfach an dem Selbstbewusstsein, was ich habe… ? Ein Versuch war es ja wert! Und dann hat Frau Seehaus zugesagt und ich durfte miterleben, wie ein Buch entsteht!

Ziemlich gut! Wie ging es dann weiter? Was hat Frau Seehaus gemacht? Musstest du noch viel verändern an deiner Geschichte?

Markus Hoppe
Markus Hoppe kommt aus Heilbad Heiligenstadt in Thüringen und schreibt Geschichten und Gedichte.

Erst einmal hat sie mich ein wenig eingewiesen. Was ich machen muss, denn ein Buch entseht ja nicht von alleine! So haben wir die Grundgeschichte mehrmals angeschaut, Fehler rausgeholt, grammatikalische, aber auch logische Fehler, für die man als Schreiber selber blind ist. Als Schreiber der Geschichte erscheint einem alles logisch, man hat sich was dabei gedacht und versteht alles, wo dem Leser eigentlich Infos fehlen. Es muss immer noch ein objektives Auge drübergehen, ein Lektor. Das waren Astrid, ihr Mann, meine Mutter…..
Dann geht es um das Layout. Das Buch braucht eine Schriftart, Gestaltung, Textanordnung … Ich wurde immer miteinbezogen und  erfuhr, wenn was geändert wurde.
Bei so einem Bilderbuch ist natürlich die Illustration wichtig! Trollnase brauchte ein Gesicht. Heike Georgi zeichnete ein wunderbares Aussehen und ist verantwortlich für die herrlich weihnachtliche Atmosphäre des Buches.
Die Illustrationen wurden an den Text angepasst. Ich hatte noch keine Erfahrung, was Texte in Büchern angeht, deswegen half mir Frau Seehaus sehr. Wir änderten ganze Stellen die undurchsichtig waren, oder nicht gut sind. Wie spricht es Kinder an? Was mögen sie? Wie formuliert man das? Das alles zeigte mit Frau Seehaus und ohne sie hätte ich jetzt nicht so viele Kinderbücher!?

Was haben denn deine Eltern dazu gesagt?

Meine Eltern haben mich, wie gesagt, schon immer unterstützt und gefördert. Sie ließen/lassen mir meine Ideen und aktzeptieren, wenn ich ein wenig Ruhe fürs Schreiben brauche! Der Punkt ist mir wirklich sehr wichtig, ich kann mich nur bei vollständiger Ruhe konzentrieren!?
Auch bei den Büchern stehen sie immer hinter mir. Papa hat schon für manche Bücher gezeichnet und macht Werbung auf Facebook. Mama ist meine Managerin und Finanzmeisterin, meine Chauffeurin und Seelsorgerin … Sie sind da, wo sie können! Beide sind mit meinem Bücherschreiben einverstanden, achten dabei aber immer darauf, dass meine Schulleistung und meine Freizeit nie wegfällt!

Das ist toll! Ich persönlich finde es immer viel schwerer Freunden zu zeigen, was ich schreibe, als fremden beziehungsweise etwas einfach zu veröffentlichen …

Das stimmt! Man will vor seinen Freunden und Klassenkameraden nicht als was Besseres dastehen, darum bin ich auch ganz froh, dass sie es nicht komplett ignorieren und trotzdem mich nicht darauf festnageln! Fremden kann man es viel einfacher erzählen als guten Bekannten, da geb ich dir Recht!

Eine letzte Frage: Schreiben ist ja eher eine Sache, bei der du alleine bist. Was machst du, wenn du Gesellschaft haben willst? Also was unternimmst du gerne mit Freunden?

Ich treffe mich sehr gerne mit Schulkameraden und guten Freunden! Dann unternehmen wir was, gehen ins Kino, essen in Restaurants, usw. In der Schule spielen wir immer einige Skatrunden. Mein Freund und ich haben es allen beigebracht!?
In letzter Zeit ging ich oft Eislaufen mit Freunden. Auch der Tanzkurs macht mir unglaublich viel Spaß! Tanzabschlussbälle sind was Wunderbares!
Ansonsten feiere ich auch gerne mit Freunden oder wir treffen uns zu Hause, meistens bei mir, da wir den meisten Platz haben! Wir haben eine riesige Auswahl an BlueRays und DVD’s, womit wir schon einige Filmabende mit Übernachtung veranstaltet haben!?
Auch in der Jungen Gemeinde bin ich aktiv, ein Zusammentreffen von evangelischen Jugendlichen, wo wir essen und über unseren Glauben diskutieren.

Das klingt cool!? vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!

Markus Bücher „Weihnachtswichtel Trollnase“, „Abenteuer auf Burg Scharfenstein“, „Edgar und das Schniesel“ und „Das Primelchen – Im Bann des Winters“ sind erschienen im Undine Verlag.
Titelbild: Markus bei einer Lesung in Oybin.

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Als ich mit der Schule fertig war, wollte ich nur einen Job, der mir nie langweilig wird. Die Kulturszene, dachte ich mir, ist doch eine Szene voller Wandel. Deswegen habe ich Kulturarbeit studiert. Später habe ich festgestellt, dass es im Journalismus noch mehr Abwechslung gibt, weil man stets auf der konkreten Suche nach den neuen heißen Themen ist. Doch weil über Vergangenheit und Gegenwart schon so viel geschrieben wird, studiere ich nun Zukunftsforschung und schaue, ganz ohne Glaskugel, in die Zukunft.

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