Mathe – katastrophal, insgesamt – gut: So steht es um Hamburgs Schulsystem

Schüler zeichnet im Matheunterricht

In Hamburg, wie in den anderen Bundesländern auch, ist die Integration an Schulen ein großes Thema. Worüber wird sonst noch diskutiert?

Von Nellie Bär

Nach der vierjährigen Grundschule haben die Hamburger Schüler die Wahl zwischen Gymnasien und den 2010 gegründeten Stadtteilschulen, den Gesamtschulen. An beiden erwerben die Schüler alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und II. Dabei führt das Gymnasium in 8 und die Stadtteilschule in 9 Jahren zum Abitur. Hervorgegangen ist sie aus Haupt-, Real- und Gesamtschulen und den Aufbaugymnasien. Das Besondere: Hier lernen alle Schüler gemeinsam, kein Kind muss die Schule nach der 6. Klasse verlassen, sollten die Noten nicht so gut sein. Um dem unterschiedlichen Leistungsniveau der einzelnen Schüler gerecht zu werden, sind die Schulklassen kleiner als im Gymnasium. Stadtteilschulen legen ihren Fokus stärker auf eine berufliche Orientierung aus als die Gymnasien. Daher gibt es Kooperationen mit Partnerbetrieben.

Ein großes Thema im Hamburger Schulsystem ist – wie in anderen Bundesländern auch – die Inklusion. „Sie wurde 2010 quasi über Nacht eingeführt“, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Hamburger Schulbehörde. „Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, die einen Abbau der Sonderschulen vorantreiben, bleiben diese in Hamburg jedoch weiterhin geöffnet.“ Um dem Inklusionsauftrag gerecht werden zu können, müsse das Personal aufgestockt werden.

Der Bildungsmonitor vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sieht den Stadtstaat Hamburg auf Platz fünf in ihrem Ranking. Positiv ist: Schon ab der ersten Klasse beginnen Grundschüler mit einer Fremdsprache. Allerdings hapert es bei der Mathematik, wie die Probeklausuren zum ersten Zentralabitur zeigten: Die Hamburger Schüler kamen auf eine durchschnittliche Mathe-Note von 4,1. „Katastrophal“, nennt Albrecht das Ergebnis. Er räumt jedoch ein, dass die Probeklausuren zu einem Zeitpunkt stattgefunden haben, an dem der abgefragte Stoff noch gar nicht im Unterricht vorkam. Dennoch fordert er: „Der Mathe-Unterricht in Hamburg muss didaktisch besser werden!“ Und die Haltung zum Fach müsse sich ändern. „Mathematik genießt hier kein gutes Image.“

Titelbild: pexels.com

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