Was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie?

Viele sehen sie als das Zahlungsmittel der Zukunft, andere als reines Spekulationsobjekt. Mit dem Dogecoin haben Kryptowährungen nun auch junge Freizeitinvestoren erreicht. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter diesen kryptischen Währungen, über die in letzter Zeit so viel geredet wird?

Hannah Lettl, funky-Jugendreporterin

Was sind Kryptowährungen? 
Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die kryptografisch verschlüsselt sind, daher auch ihr Name. Das heißt, ohne das richtige Werkzeug können die Informationen nicht entschlüsselt werden. Die Währungen sind ausschließlich elektronisch verfügbar und zeichnen sich durch ihre Unabhängigkeit vom zentralen Banksystem und von staatlichen Institutionen aus. 
Allerdings werden Kryptowährungen derzeit weniger als Zahlungsmittel und mehr als Investment gesehen. Bitcoins sind die älteste und wichtigste Kryptowährung, aber die Anzahl an Alternativen steigt stetig. Zuletzt sorgten „Cat coins“ für Schlagzeilen. Die Währung der Tigerking-Rivalin Carole Baskin unterstützt ihre Organisation Big Cat Rescue und ist überwiegend für ihre Fans von Interesse. 

Wie funktionieren Kryptowährungen und wie werden sie reguliert? 
Die Werthaltigkeit herkömmlicher Währungen, beispielsweise des Euro, wird durch Zentralbanken und Staaten garantiert. Bei Kryptowährungen hingegen wird der Gegenwert durch das Vertrauen der Nutzer bestimmt. Das heißt, ausschließlich Angebot und Nachfrage regulieren den Preis, und es findet kein Eingriff seitens der Zentralbanken statt. Kryptowährungen basieren auf komplexen Rechenvorgängen. Bitcoin beispielsweise basiert auf der sogenannten „Blockchain“-Technologie. Sobald eine Transaktion getätigt wurde, wird diese verschlüsselt und dezentral gespeichert. Um diese Informationen in Datenblöcke zusammenzufassen, bilden die Computer der Teilnehmer ein Netzwerk beziehungsweise eine Kette. Daher rührt die Bezeichnung „Blockchain“. Dieser Prozess macht die Software sicher, denn das Manipulieren oder Löschen von Daten wäre nur möglich, wenn alle Computer des Netzwerks gehackt würden.

Was sind Vor- und Nachteile der digitalen Währung?
Kritiker*innen bemängeln die fehlende Regulierung der Währung durch beispielsweise Zentralbanken. Genau darin sehen Befürworter allerdings ihren Vorteil, da die Transaktionskosten aus diesem Grund sehr niedrig sind und weniger Abhängigkeit vom Staat entsteht. Die Vorteile von Kryptowährungen sind außerdem ihre Schnelligkeit und weltweite Verfügbarkeit.
Da ausschließlich der Besitzer Zugang zu dem Geld hat, ist es vor Inflation und Einfrieren geschützt. Das kann vor allem Bürger*innen in Krisengebieten zugutekommen, die so ihre Rücklagen vor dem Staat schützen können. Allerdings schwankt der Kurs beispielsweise bei den Bitcoins sehr stark und die gegebene Anonymität schafft einen Raum für Missbrauch wie Drogenhandel oder Terrorfinanzierung.

Haben Kryptowährungen eine Zukunft? 
Viele Länder tasten sich langsam an diese Art der digitalen Zahlung heran. Schweden ist derzeit dabei, die E-Krone zu entwickeln, die, wie Bitcoin, auf der Blockchain-Technologie beruht. Allerdings würde die Reichsbank die Stabilität kontrollieren, was dem Staat weiterhin Einfluss auf die Finanzen der Nutzer garantieren würde. In Slowenien kann man bereits in einer Mall mit Bitcoins bezahlen und spezielle Geldautomaten ermöglichen den Kauf der Währung. China, die Schweiz und die Europäische Zentralbank machen ebenfalls erste Schritte in diese Richtung, die in eine bargeldlose Zukunft führen könnten. 

Während der Corona-Pandemie haben Kryptowährungen an Beliebtheit gewonnen, und vor allem die Angst vor Inflation führt dazu, dass Investoren immer häufiger Kryptowährungen wie Bitcoin in Betracht ziehen. Die Erfindung von Kryptowährungen schuf die Möglichkeit eines virtuellen, unabhängigen Finanzsystems. Inwieweit dieses Potenzial in der Zukunft ausgeschöpft wird, bleibt abzuwarten. 

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