Ein Sport, bei dem man nicht einatmen darf – was ist eigentlich „Kabaddi“?

Spieler beim Kabaddi-Spiel umfgasst den Fuß eines Gegenspielers
Der Nationalsport aus Bangladesh erfreut sich in Südasien immer größerer Beliebtheit.

Tamburello, Kabaddi, Sepak Takraw – nein, hierbei handelt es sich nicht um exotische Drinks oder Vogelbezeichnungen, sondern um kuriose Sportarten. Im kommenden Text soll es um eine dieser Sportarten gehen, die hierzulande kaum jemand kennt, anderorts jedoch sehr beliebt sind.

Nick Lindenau, funky-Jugendreporter

Erinnerst du dich noch daran, wie du als Kind mit deinen Freunden Fangen gespielt hast? Momentan erfreut sich eine aus Indien stammende Sportart, die stark daran erinnert, in Südasien immer größerer Beliebtheit. Das Konzept des Kinderspiels hat man dabei einfach um einige Regeln ergänzt und heraus kam „Kabaddi“. Und das kommt ziemlich gut an: Die Zuschauerzahlen bei Kabaddi-Wettkämpfen steigen, die Begeisterung für den Sport erreicht nun auch andere Länder. 

Das Wort „Kabaddi“ stammt aus dem tamilischen Wort „Kai-pidi“, was ins Englische übersetzt „Hold Hands“ bedeutet. Die Nationalsportart von Bangladesch wird zum größten Teil in südasiatischen Ländern gespielt. Indien war das erste Land, das Kabaddi als Wettkampfsport popularisierte. Bereits in den 1920er-Jahren fanden erste Veranstaltungen statt. 1938 wurde die Sportart dann in das Programm der Indischen Olympischen Spiele aufgenommen. Seit 2014 gibt es eine eigene Liga (Pro Kabaddi Legaue) mit zwölf Teams, die von Millionen Zuschauern vor Ort und vor dem Fernseher verfolgt wird.

Fangen… Ohne zu atmen?

Kabaddi ist eine Kontakt-Mannschaftssportart, bei der es darum geht, den Gegner aus einer Mischung aus Fangen und Ringen zu besiegen. Das Spiel wird von zwei Mannschaften mit jeweils sieben Spielern auf einem Spielfeld von 12,5 mal 10 Meter Größe ausgetragen. Beide Mannschaften haben ihre „eigene“ Hälfte des Platzes, welche durch eine klare weiße Linie in der Mitte des Feldes gekennzeichnet wird. Das Ziel des Spiels ist es, die gegnerischen Spieler gefangen zu nehmen oder abzuschlagen. Doch was ist dabei die Schwierigkeit?

Beide Teams greifen den Gegner abwechselnd mit einem Spieler an. Dies ist der sogenannte „Raider“ (Räuber). Dessen Aufgabe ist es, einen der sieben gegnerischen Spieler abzuschlagen und danach zu versuchen, in die eigene Hälfte zu gelangen, ohne dass die Gegenspieler ihn festhalten. Die Besonderheit dabei ist: Der Raider darf beim Angreifen nicht atmen. Damit die Schiedsrichter das überprüfen können, ruft der Raider während des Angriffs am laufenden Band „Kabaddi, Kabaddi…”. Hinzu kommt, dass es egal ist, mit welchem Körperteil der Gegner gefangen wird. Sei es nun mit dem Fuß oder der Hand – bei Kabaddi ist fast alles erlaubt. Der Raider erhält dann Punkte, wenn er seine eigene Hälfte berührt und den Spielzug damit beendet. Für jeden Spieler, den der Raider berührt und der es danach, ohne gefangen zu werden, über die weiße Line schafft, gibt es Punkte. Die Spieler, die dabei getaggt werden, müssen das Spielfeld verlassen, kommen aber einzeln zurück, wenn der Raider im nächsten Spielzug gefangen wird. Dafür erhält die angegriffene Mannschaft einen Punkt.  

Wie viele Punkte der Raider letzten Endes für den Angriff bekommt und welche Spieler den Platz verlassen müssen, kontrollieren drei Schiedsrichter am Spielfeldrand.  

Wir halten also fest: Wer lange die Luft anhalten kann und gerne mal wieder laut „Hab’ ich dich!“ rufen möchte, der sollte es ruhig mal mit Kabaddi versuchen. Ein wenig Wendig- und Schnelligkeit schadet sicherlich auch nicht! 

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