Besserwisserwissen: So kam das RKI zu seinem Namen

Ein Buch als Symbol fürs Besserwisserwissen

Es gibt wieder eine neue Portion Wissen zum Mitnehmen und Angeben. Diesmal geht es um einen Namen, den man im vergangenen Jahr täglich gehört hat: Weißt du, wie das Robert Koch-Institut zu seinem Namen kam?

Seit Beginn der Corona-Krise steht das Robert Koch-Institut (RKI) im Zentrum der Medienberichterstattung. In fast jeder Nachricht zur Lage der Pandemie berufen sich Journalistinnen und Journalisten auf Daten, Analysen und Einschätzungen des RKI, das Informationen zu COVID-19 sammelt und bewertet und so das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland einschätzt. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Namen des Instituts? 

Der Mediziner Robert Koch wurde 1843 im Harz geboren und studierte in Göttingen erst Naturwissenschaften, wechselte dann jedoch zum Fach Medizin und schloss das Studium mit einem Doktortitel ab. Schon während des Studiums erforschte er den Milzbrand, eine akute Infektionskrankheit, die für Menschen und Tiere tödlich sein konnte. 1876 gelang es ihm, ein Bakterium als Ursprung der Krankheit zu identifizieren. Mithilfe von mikroskopischen Studien schaffte er es, den Erreger zu kultivieren und ausgiebig zu studieren. Damit war Koch ein Durchbruch gelungen, denn die Bedeutung von Bakterien bei der Entstehung von Krankheiten wurde bis dahin stark angezweifelt. Mit seiner Forschung konnte der Mediziner als Erster wissenschaftlich belegen, dass Mikroorganismen die Ursache von Infektionskrankheiten sind. 

Der Erreger des Milzbrandes sollte jedoch nicht der letzte Mikroorganismus sein, den Koch entdeckte. 1882 bestimmte er den Krankheitskeim für die bakterielle Infektionskrankheit Tuberkulose, die damals auch „Weiße Pest“ genannt wurde und viele Menschen das Leben kostete. Auch die Cholera, eine weitere bakterielle Infektionskrankheit, die zu Lebzeiten Kochs ebenfalls viele Todesopfer forderte, war ein großes medizinisches Problem der damaligen Zeit. Ein Jahr nach der Entdeckung des Tuberkulose-Erregers wies der Mikrobiologe auch das Cholera-Bakterium nach. 

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Doch Koch beschränkte sich nicht nur auf die Entdeckung und Erforschung der Erreger, wollte er doch auch etwas zur Heilung der Infektionskrankheiten beitragen. So kam es 1890 dazu, dass Koch das vermeintliche Tuberkulose-Heilmittel Tuberkulin erfand, das er auch auf dem Zehnten Internationalen Mediziner-Kongress in Berlin präsentierte. Eine Langzeitheilung konnte das Medikament jedoch nicht bringen, die erhoffte positive Wirkung blieb aus. Im Gegenteil: Einige Patienten starben sogar aufgrund der Behandlung – ein Tiefschlag für Koch. Heute dient Tuberkulin lediglich noch zur Erkennung von Tuberkulose. 

Trotz dieses Fehlschlags erhielt der Mediziner bereits zu Lebzeiten viel Anerkennung für seine wissenschaftlichen Leistungen. So leitete er etwa bis zum Jahr 1904 das 1891 gegründete Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten. Für die Entdeckung der Tuberkulose-Bazillen erhielt er 1905 zudem den Nobelpreis für Medizin. In seinem weiteren Leben widmete sich der Mikrobiologe vor allem Tropenkrankheiten in kolonialen Seuchengebieten wie Südafrika, Ägypten und Indien. 1910 starb er schließlich im Alter von 66 Jahren in Baden-Baden. 

Zwei Jahre nach seinem Tod wurde das 1881 gegründete Institut ihm zu Ehren in das „Robert Koch-Institut“ umbenannt. Heute tragen mehrere Straßen und Plätze in Deutschland seinen Namen. Des Weiteren wurde ein Denkmal auf dem heutigen Robert-Koch-Platz in Berlin-Mitte errichtet. Durch die Erkenntnis, dass Mikroorganismen die Ursache einer Infektionskrankheit sind, gilt Koch als Begründer der Bakteriologie und Wegbereiter der Mikrobiologie.

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Gerade volljährig geworden gehe ich gerne ins Kino und treffe mich mit Freunden. Meine Hobbys sind lesen und schreiben, was beides die Gründe sind, warum ich für funky schreibe. Schon in der Grundschule habe ich davon geträumt Journalistin zu werden und hier kann ich diesen Traum verwirklichen.