Ein Medikament gegen HIV – was kann PrEP?

HIV Schriftzug

Seit ziemlich genau einem Jahr bestimmt die Angst vor dem Corona-Virus das Leben vieler Menschen. Die Pandemie und die Gefahren, die von COVID-19 ausgehen, beherrschen die Medien und beeinflussen den Großteil unseres Alltags. Andere Krankheiten rücken dabei fast zwangsläufig in den Hintergrund – so auch das Humane Immundefizienz-Virus, besser bekannt als HIV. Bis heute suchen Forscher erfolglos nach einem wirksamen Impfstoff. Allerdings konnte die Medizin auf dem Gebiet auch schon große Fortschritte verzeichnen. So bleibt Aids zwar weiterhin unheilbar, aber nicht unbehandelbar. Viele Medikamente können HIV-Patienten das Leben erleichtern, sodass die schreckliche Diagnose schon lange kein Todesurteil mehr ist.
Von Paula Bartelt, funky-Jugendreporterin

Durch die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten rückte HIV in den letzten Jahren jedoch zunehmend in den Hintergrund, weshalb viele Menschen wieder unvorsichtiger beim Geschlechtsverkehr werden. Daher konnte in den vergangenen Jahren ein erneuter Anstieg der Infektionszahlen beobachtet werden. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn man sich mit HIV ansteckt?

Bei einer Infektion, die oft durch ungeschützten Sex verursacht wird, befällt der sogenannte HI-Virus die Körperzellen. Symptome wie Fieber, Durchfall und Hautausschlag treten meistens ein paar Wochen später auf. Darauf folgt eine meist symptomfreie Phase, die sich über Jahre hinweg erstrecken kann, weshalb viele Menschen von ihrer Infektion nichts wissen und den Virus weiter verbreiten. Irgendwann kann das Immunsystem dem Virus jedoch nicht mehr standhalten, sodass die anfänglichen Beschwerden wieder auftreten können. Das Endstadium der Infektion wird auch als Aids bezeichnet und steht für Aquired Immune Deficiency Syndrome, eine Immunkrankheit, die sich meistens durch Lungenentzündungen oder Krebs äußert, deren Ausbruch heute aber durch Medikamente verhindert werden kann.

Und obwohl Aids heutzutage gut behandelt werden kann, bleibt es enorm wichtig, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen und die Infektionskette früh zu durchbrechen. Um eine Übertragung zu verhindern, gibt es seit einiger Zeit das Medikament PrEP.

PrEP ist eine Vorsorge für mögliche HIV-Kontakte und steht kurz für Prä-Expositions-Prophylaxe. Durch die regelmäßige Einnahme der kleinen Tabletten bleibt man HIV-negativ, selbst wenn man mit dem Virus in direkten Kontakt kommt. Wie genau das funktioniert? In PrEP sind die Stoffe Tenofovir und Emtricitabin enthalten, die sich in den Körperzellen der Schleimhäute absetzen. Normalerweise vermehrt sich der HI-Virus in den Körperzellen, was durch die angelagerten PrEP Wirkstoffe werden kann. So kann das Medikament vor dem HI-Virus so gut schützen wie ein herkömmliches Kondom. Bestimmte Ärzte können PrEP verschreiben und die Kosten werden seit 2019 von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Zur Nachuntersuchung muss man alle drei Monate, was dazu führt, dass auch weitere sexuell übertragbare Krankheiten schneller entdeckt werden können.

Natürlich endet der Kampf gegen Aids und HIV nicht durch die kleine PrEP-Pille. Allerdings sie ermöglicht vielen die Freiheit, sich selbst besser zu schützen. Gerade wenn man eine Beziehung mit jemandem führt, der HIV-positiv ist, kann PrEP eine große Entlastung sein. Ob die HIV-Infektionen sich durch PrEP zurückentwickeln, wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren zeigen.

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