Highlights des Human Rights Film Festivals

Das Human Rights Film Festival findet in diesem Jahr auch digital statt. Was ihr auf keinen Fall verpassen dürft.

Das Human Rights Film Festival findet momentan in Berlin, aber auch online statt. Im Fokus des Filmfestivals steht die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen mitsamt der damit zusammenhängenden Probleme, aber auch deren Lösungsansätze. Die Filme können auf der Website des Festivals gegen einen kleinen Preis angeschaut werden und laufen darüber hinaus in einigen Berliner Kinos. Wir sind für euch dabei und rezensieren ausgewählte Filme.

Mrs. F.

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Bei der Gleichberechtigung von Männern und Frauen gibt es in vielen Ländern Afrikas noch immer eine ganze Menge zu tun. Auch in Nigeria sind die Geschlechter weit davon entfernt, gleichgestellt zu sein. Glücklicherweise gibt es Menschen wie Mrs. F., die versuchen, etwas an dieser Situation zu ändern. Der Dokumentarfilm begleitet die Aktivistin dabei, wie sie versucht in Makoko – einem Slum in Nigeria – das Theaterstück „Hear Word“ auf die Beine zu stellen, in dem Frauen aus der Gegend über Benachteiligungen in ihrem Leben sprechen.   

Dabei zuzusehen, wie das Stück entsteht, ist wirklich schön. Als Zuschauer erfährt man so auch eine ganze Menge über die Probleme und die Mentalität der Menschen. Dabei wird nichts beschönigt, dennoch werden die im Film porträtierten Protagonisten würdevoll dargestellt, was ich überaus wichtig finde.  

Unsere Meinung: Ein gut gemachter Film über die Entstehung eines Theaterstücks, das Frauen in Nigeria eine Stimme geben soll.

Discount Workers

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Bei einem Brand in einer pakistanischen Textilfabrik verliert Saeeda Khatoons vor acht Jahren ihren Sohn. „Discount Workers“ erzählt, wie die Mutter nun um Gerechtigkeit für ihren Sohn aber auch für bessere Arbeitsbedingungen in der Branche kämpft. Dazu zieht sie vor Gerichte in Pakistan und in Deutschland, wo KiK, der größte Abnehmer der Fabrik sitzt, und versucht es schließlich sogar bei der UN.

Als Zuschauer erfährt man so viel über die schlechten Bedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen, die einst zu dem Tod von 259 Menschen führten. „Discount Workers“ ist verständlicherweise sehr bewegend und man ist fassungslos, dass die Familien der Opfer keine wirkliche Gerechtigkeit erfahren. Die Reden, die Saeeda hält, nahmen mich persönlich sehr mit, denn sie zeigt, was es eigentlich bedeutet, für Gerechtigkeit zu kämpfen.

„Discount workers“ ist sicherlich kein Film, der für heitere Stimmung sorgt, doch er behandelt ein wichtiges Thema, über das gesprochen werden muss. Teilweise hätte ich mir nur eine Art Moderator gewünscht, der die Geschehnisse etwas stärker einordnet.

Unsere Meinung: Ein bewegender Film über den Kampf für Gerechtigkeit und bessere Arbeitsbedingungen in den pakistanischen Textilfabriken.

Youth Unstoppable

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Slater Jewell-Kemker war 15 als sie anfing, ihre Aktivitäten in der Klimaschutzbewegung zu filmen. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren entstand so ein Film, der den Aufstieg der Jugendklimabewegung dokumentiert. Wir werden mitgenommen zu den Anfängen, den Erfolgen, den Rückschlägen und zu den zahlreichen Demonstrationen – eben zu allem, was zu einer Bewegung dazugehört.

Doch auch Hintergrundinformationen fehlen in „Youth Unstoppable“ nicht, wie etwa in einem Abschnitt deutlich wird, in dem sich Slater die Lage in Nepal anschaut – einem Land, das stark unter dem Klimawandel leidet.

Mich hat der Film persönlich sehr bewegt. In manchen Momenten hatte ich Gänsehaut. Beeindruckend ist dabei auch die lange Drehdauer, die es möglich macht, die Entwicklung der Bewegung noch besser nachzuvollziehen.

Youth Unstoppable ist nicht nur interessant für Befürworter des Klimaschutzes, sondern auch für alle anderen, die sich für die Bewegung interessieren. Denn die gab es schon lange bevor Greta Thunberg sie mit ihrem Schulstreik bekannt machte. Da die Geschichte der Klimaschutzbewegung nur selten in den Medien thematisiert wird, ist es großartig, dass Youth Unstoppable hier nun einen tieferen Einblick gewährt. Teilweise zog er sich zwar etwas, doch insgesamt hat mir der Film gut gefallen.

Unsere Meinung: Ein bewegender Film über die Geschichte Klimaschutzbewegung.

Learning to Skateboard in a Warzone (If you’re a girl)

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In Afghanistan sind die Rechte von Frauen und jungen Mädchen im Vergleich zu Europa stark eingeschränkt. Vieles ist ihnen verboten und ihr Leben wird oft von Männern bestimmt. Eine Schule in Kabul jedoch lehnt sich gegen diese Ungerechtigkeit auf. Wie sie das macht? Sie gibt Mädchen aus armen Familien die Möglichkeit, Skateboard fahren zu lernen.

„Learning to Skateboard in a Warzone (if you´re a girl)“ führt den Zuschauer durch die verschiedenen Lektionen beim skaten und gibt ihm zwischendurch interessante Zusatzinformationen zu den Umständen im Land. Dabei werden auch die einzelnen Protagnisten näher vorgestellt, die sich durch den Skateboard-Unterricht zu selbstbewussteren Menschen entwickeln.

Mir hat dieser oscarprämierte Film gut gefallen. Die Aufnahmen sind wirklich toll und mit 40 Minuten hat er eine gute Länge um ihn zwischendurch zu schauen. Der Film ist sinnvoll gegliedert, wodurch die Handlung gut nachvollziehbar wird. Learning to Skateboard in a Warzone (if you´re a girl) widmet sich einem wirklich beeindruckendem Projekt und stellt mutige Menschen vor, die für ihre Rechte einstehen und für eine bessere Zukunft sorgen wollen.

Unsere Meinung: Ein sehenswerter Film über ein außergewöhnliches Projekt in Afghanistan.

Stop Filming Us

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Armut, Krankheiten, Hunger und Krieg: Das Bild, das westliche Medien von Afrika zeichnen, ist oft ein sehr negatives. Im Vordergrund stehen vor allem die Probleme des Kontinents, wodurch ein unvollständiges und meist verzerrtes Bild der Realität entsteht. „Stop Filming Us“ möchte zeigen, wie diese westliche Sicht auf Afrika Vorurteile verfestigt, die überhaupt nicht der Realität entsprechen.

Im Fokus steht dabei der Kongo. Deutlich authentischer als viele andere Filme beschreibt „Stop Filming us“ das Leben in diesem Land und erklärt, dass es mehr als ein Kriegsgebiet ist. Der Film hat mir dadurch eine ganz neue Perspektive geboten, was ich sehr gut finde. Interessant ist dabei auch, dass viele Afrikaner*innen zu Wort kommen, die so ihre Kritik an Teilen des Films ausdrücken können.

Manchmal hat mir bei „Stop Filming Us“ der rote Faden gefehlt aber davon abgesehen ist es ein toller Film mit authentischen Bildern.

Unsere Meinung: Ein gelungener Film, der ausgezeichnet zur momentanen Rassismusdebatte passt.

Questions

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Als der Journalist Michael Kranz vor ein paar Jahren den Film „Whore´s Glory“ sieht, in dem es um Zwangsprostitution in Bangladesch geht, bleibt ihm eine der jungen Frauen ganz besonders in Erinnerung. Kurzerhand fasst er den Entschluss, etwas zu tun und sie zu finden. Hier beginnt „Questions“ – ein Film, der nicht nur die Geschichte dieser Prostituierten zeigt, sondern sich auch mit dem Schicksal vieler anderer Frauen beschäftigt, die dem Journalisten auf seiner Suche begegnen. Kranz spricht dabei auch mit Menschen, die versuchen, die Lage der Prostitutierten in Bangladesch zu verbessern.

Besonders gut gefällt mir die Kameraführung, die den Eindruck erweckt, als wäre man selbst vor Ort. Da Kranz seine Suche unglaublich spannend inszeniert, kann man als Zuschauer oft gar nicht anders, als gebannt mitzufiebern.

Die Geschichte, die „Questions“ erzählt, ist bewegend. Man fühlt mit den porträtierten Menschen mit, weshalb man am liebsten selbst aufstehen und helfen möchte. Gerade vor diesem Hintergrund ist es schön, dass der Film nicht nur Probleme sondern auch Perspektiven und Lösungsansätze aufzeigt.

Unsere Meinung: Ein wirklich toller Film über Zwangsprostitution in Bangladesch, der neue Perspektiven bietet.

WOMENstruate

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Sieben Frauen aus Afrika und ihre Erfahrungen mit der Periode. Eigentlich etwas total Natürliches, oder? Aber das ist es eben für viele nicht. Die Menstruation kann auf mehr als nur eine Art und Weise Probleme verursachen, die dieser Film eindrücklich schildert. Dabei geht es zum Beispiel um fehlende Hygieneprodukte, aber auch um die Ausgrenzung der Frau, nur weil ihr Körper einen ganz natürlichen biologischen Zyklus durchläuft.

Besonders gut gefällt mir, dass dem Zuschauer eine vielschichtigere Sicht auf Afrika geboten wird, als sie sonst üblicherweise präsentiert wird. Die Menschen werden mit Würde gezeigt und erzählen ihre Geschichten selbst. Zwischendurch zieht sich der Film etwas, dafür wird ein schönes Fazit gefunden.

Unsere Meinung: Eine gelungene Dokumentation über die Menstruation, die auf einen anderen Kontinent anders erlebt wird, als hier in Europa.

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Ema Klahn

Es macht mir unglaublich viel Spaß, meine Meinung und meine Recherchen mit euch zu teilen. Nach einigen Stunden Arbeit den fertigen Artikel vor mir oder eine Woche später sogar in der Zeitung zu sehen, macht mich jedes Mal unglaublich stolz und glücklich. Meine Lieblingsthemen sind Politik und alles was mit Gesellschaft und Umwelt zu tun hat.