Was kann die zweite Staffel von „How to sell drugs online (fast)“?

Der Netflix-Algorithmus kann manchmal echt nerven: Da guckst du einmal aus Lust und Laune einen Trash-Film und schon ist dein ganzer Feed versaut. Oder, wie in meinem Fall: Du befindest dich so sehr in deiner eigenen Film- und Serien-Blase, dass du selten etwas Neues entdeckst. Daher bin ich sehr dankbar, dass Netflix mir im letzten Jahr die Serie „How to sell drugs online (fast)“ vorschlug, obwohl zum einen deutsche und zum anderen High-School-Serien generell bis dato absolut nicht mein Fall waren.

In der Serie geht es um den klugen, aber nerdigen Moritz, der seine an die Pseudo-Coolness verlorene Freundin zurückerobern möchte, indem er Drogen verkauft. Mit seinem besten Freund Lenny programmiert er einen anonymen Online-Drogenhandel, der schnell über die Schule hinauswächst. Doch mit dem ungeplanten Wachstum wird die ganze Angelegenheit noch heikler und nun gehören Probleme mit Lieferanten und Kundenrezensionen zum Alltag der beiden …

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Auch Runde zwei nimmt uns wieder mit in die öde Kleinstadt Rinseln. Das Drogen-Startup MyDrugs von Moritz, Lenny und Dan ist mittlerweile zum Marktführer geworden. Aber die Jungs wollen aussteigen – zu viel ist in den letzten Monaten passiert. Moritz kann sein Privatleben – in Form seiner Freundin Lisa – und seine Arbeit bei MyDrugs nicht mehr voneinander trennen. Lisa weiß nämlich nicht, was Moritz und Lenny da wirklich für eine Seite programmiert haben. Und so fährt Moritz zu den Lieferanten nach Rotterdam, um den Ausstieg seines Trios anzukündigen. Die Jungunternehmer fürchten die üblen Filmstereotype von Drogenzulieferern und vermuten, man wolle sie töten, würden sie aussteigen. Aber ihre niederländischen Zulieferer hegen keinen Groll. Das versichern die zwei netten Damen dem Abiturienten Moritz, als dieser ihnen nervös gegenübersitzt. Doch als ihm verkündet wird, sie könnten ganz einfach bei aussteigen und Good Times würde den Versandhandel weiterführen, entscheidet sich Moritz dagegen. Statt auszusteigen, gibt er seine Expansionsideen preis, ohne das mit seinen Geschäftspartnern abgesprochen zu haben. Zu sehr hängt er an dem Start-Up, dass er aufgebaut hat, als dass er die Gefahr des illegalen Produkts wahrnimmt, das sie verkaufen. Zurück in Rinseln warten seine Freunde gespannt auf die Ausstiegskonditionen. Stattdessen erzählt ihnen Moritz, die Niederländer würden sie umbringen, sollten sie jetzt aussteigen. Und damit beginnt das spannende, amüsante Drama der zweiten Staffel.

Die Serie hat absolutes Binge-Potenzial. Der einzige Nachteil: Es gibt leider insgesamt nur 12 Folgen à 30 Minuten. Da war auch die zweite Staffel mit seinen sechs Folgen schnell durchgeguckt. Trotzdem lohnt es sich. Die Dialoge sind klug und zugleich witzig, die Geschichte so spannend wie absurd. Die Figuren sind eine gute Mischung aus moderner Teenie-Stereotypen-Adaption sowie deren Abweichungen. Auch Sympathiewerte ändern sich im Laufe der Staffel. Sogar die gruselige Pferdehof-Drogen-Omi wird irgendwie mit der Zeit sympathisch. Und nicht zueltzt sind auch die Bilder und der Soundtrack wieder überzeugend. Also: unbedingt reinschauen!

Unsere Meinung: Witzig, spannend, klug, unterhaltsam – unbedingte Empfehlung. Aber Vorsicht – Suchtpotenzial!

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