Meinung

Wie wäre es mit Empathie als Schulfach?

Im schulfach Empathie lernen die Klassen, dass sich Probleme am besten gemeinsam lösen lassen.
Im schulfach Empathie lernen die Klassen, dass sich Probleme am besten gemeinsam lösen lassen.
In Dänemark sprechen die Schüler im Unterricht über Gefühle. Vielleicht gar keine so schlechte Idee?
Von Teresa Krall, funky-Jugendreporterin

Wie häufig sitzt man in der Klasse und denkt sich: Was soll es mir bringen, etwas über die Verdauung eines Laubfrosches zu lernen? Wann sollte ich später aufgeschmissen sein, weil ich spontan keine Quadratwurzel ziehen kann? Vieles, was man in der Schule lernt, kommt einem alltagsfremd vor.

In Dänemark läuft das ein bisschen anders. Dort wird bereits seit 1993 Empathie als Pflichtfach für Kinder zwischen sechs und 16 Jahren unterrichtet. Einmal in der Woche erzählen die Schüler von ihren Sorgen und Ängsten und suchen zusammen mit ihren Mitschülern nach Lösungsansätzen für ihre Probleme. Das fördert im besten Fall nicht nur das Einfühlungsvermögen, sondern zeigt den Schülern auch, dass man in der Gemeinschaft oft schneller zu einer Lösung kommt als alleine. Insgesamt soll dieses Konzept aber auch eine präventive Maßnahme gegen Mobbing sein. Doch hat dieses Unterrichtsfach auch über die Grenzen Dänemarks hinaus eine Chance?

Es ist essenziell, zwischenmenschliche Beziehungen so früh wie möglich zu fördern.

Teresa sieht die positiven Aspekte des dänischen Schulfachs

Empathie als Unterrichtsfach sollte in meinen Augen so schnell wie möglich auch hier in Deutschland seinen Platz im Schulsystem finden. Insbesondere während der Schulzeit haben viele Kinder mit Ängsten, Sorgen und vor allem Selbstzweifeln zu kämpfen. Kommt dann noch die Illusion hinzu, dass alle anderen sorglos und frei von Problemen durch den Alltag spazieren, macht das ganz schön zu schaffen. Mit Empathie als Unterrichtsfach könnte dieser Eindruck schnell zu den Akten gelegt werden. Außerdem ist es gut möglich, dass intimere Einblicke in das Leben eines jeden Schülers das Feingefühl in der Kommunikation fördern.  Betrachtet man die Entwicklung unserer Gesellschaft, lässt sich feststellen, dass dieses Unterrichtsfach einen Nutzen haben könnte. Es ist heute so einfach, sich zu isolieren, gerade in den sozialen Netzwerken. Dadurch wird auch Cybermobbing zu einem immer größeren Problem.

Es ist daher essenziell, zwischenmenschliche Beziehungen so früh wie möglich zu fördern und das Bewusstsein für die Gefühlslage der Mitmenschen zu schärfen. 

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.