Reingelesen: „Long Way Down“ von Jason Reynolds

Porträt von Jason Reynolds, dem Autor von „Long Way Down“
Drei Regeln gibt es in Wills Viertel. Doch eine Fahrstuhlfahrt lässt ihn daran zweifeln, ob sie sinnvoll sind. „Long Way Down“ ist in vielerlei Ansicht ein besonderes Buch.

Wills Bruder ist tot. Er wurde erschossen. In seinem Viertel keine Seltenheit. Und es gibt in seinem Viertel drei Regeln: Nicht weinen, niemanden verpfeifen und den töten, der getötet hat. Doch auf der Fahrt mit der Waffe im Fahrstuhl steigen Tote zu – und erzählen, wer und wen sie wegen der Regeln getötet hat. Und der Weg nach Unten ist lang – A „long way down“ eben.

Cover des Buches „Long Way Down“
Der besondere Roman „Long Way Down“ von Jason Reynolds ist am 23. August 2019 bei dtv erschienen

Das Buch ist nicht klassisch geschrieben. Damit meine ich gar nicht den Schreibstil. Wenn man normalerweise ein Buch liest, ist es im Blocksatz mit einer einheitlichen Schriftgröße gesetzt. Die Worte stehen auf jeder Seite in gleichem Abstand zueinander und jede Seite hat ungefähr gleich viele Wörter. Dieses Buch ist anders. Es ist nicht im Blocksatz und je nach Handlung, stehen mal ein Wort, mal zehn Wörter, mal mehr auf der Seite. Bei Konversationen stehen die Texte kursiv, mal links, mal rechts – nach Gesprächspartner – und teilweise nehmen die Texte abstrakte Formen an. Auf einer Seite war der Text als Fragezeichen gedruckt. Außerdem ist das Buch in Versform geschrieben – also in einzelnen Blöcken mit jeweils vier Zeilen.

Doch auch das Thema ist interessant: Eine Mischung aus Waffengesetz-Problematik – ob die USA gemeint sind, kann man nur spekulieren –, Familiendrama und dem Problem, Regeln befolgen zu müssen, die nicht unbedingt sinnvoll sind. So eine Mischung liest man nicht alle Tage. Das Buch ist gerade wegen der Thematik etwas ganz besonderes.

Unsere Meinung: Ein, in mehrerer Hinsicht, besonderes Buch.

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Schreiben ist nicht einfach, finde ich. Während ich schreibe, muss ich so viel beachten. Ich muss verschiedene Meinungen finden und respektieren, muss Fakten und Fakes auseinanderhalten, muss Experten anschreiben und hoffen, dass sie antworten, und zum Schluss alles in die richtigen Worte fassen. Doch trotzdem macht Schreiben mir Spaß. Am meisten Spaß, wenn ich über Zukunft, Politik oder Umwelt schreibe. Oder wenn ich meine Meinung zu neuer Musik und neuen Filmen kundtue.