Pressekonferenz mit Tennis-Profi Dominic Thiem

Tennisprofi Dominic Thiem
Er sieht aber auch wirklich nett aus: Dominic Thiem bei der Pressekonferenz
Unser Autor ist nicht nur riesiger Tennisfan, sondern auch jedes Jahr als Balljunge beim Hamburger Rothenbaum. Dieses Jahr durfte er seinem Idol Dominic Thiem bei der Pressekonferenz eine Frage stellen.

Jedes Jahr beim Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum bin ich als Ballkind dabei. Daher bin ich es gewohnt, Kontakt zu den besten Tennisspielern der Welt zu haben, doch dieses Jahr kam eine besondere Erfahrung dazu.

Am Freitag erfuhr ich nämlich, dass ich noch am selben Tag mit auf die Pressekonferenz von Dominic Thiem, der Nr. 4 der Weltrangliste, darf, um ihm ebenfalls eine Frage zu stellen. Als ich das morgens in der U-Bahn auf dem Weg zum Rothenbaum erfahren habe, war ich schlagartig sehr aufgeregt. Denn Dominic Thiem ist ein Idol für mich als langjähriger Tennisspieler und -fanatiker. Ich habe ihn zwar bereits das Jahr zuvor als Ballkind kennengelernt und konnte ein Foto mit ihm ergattern. Doch ihm als Jugendreporter eine Frage stellen zu dürfen … das ist dann doch etwas anderes.

Sein Match begann um 13:30 Uhr gegen Andrey Rublev. Thiem war als Erstgesetzter in Hamburg klarer Favorit gegen den Russen. Ich kam bei seinem Spiel sogar zu Anfang als Ballkind auf den Platz, eine gewohnte Erfahrung. Thiem unterlag Rublev überraschenderweise in beiden Sätzen mit 6:7; es war ein sehr spannendes und umkämpftes Match. Meine Aufregung stieg weiter, weil ich mir Gedanken machte, ob Dominic Thiem eventuell genervt bei der Pressekonferenz erscheinen würde, die direkt im Anschluss geplant war. Ob er sich wohl trotzdem auf meine Frage einlassen würde? Ich wusste, dass er sehr freundlich ist und das daher eigentlich ausgeschlossen ist, doch trotzdem verunsicherte mich seine Niederlage ein wenig. 

Thiem verliert – ob er wohl bei der Pressekonferenz gute Laune hat?

Kurze Zeit später bekam ich die Info, dass die Pressekonferenz um 15:45 Uhr starten würde. Ich nahm all meine Sachen mit und machte mich auf den Weg zum Pressecenter. Meine Frage hatte ich mir aufgeschrieben, da ich Angst hatte, sie durch meine Nervosität zu vergessen. Ich habe sie mir im Vorhinein auch sehr oft durchgelesen, damit nichts schiefgehen kann.

Also ging ich ins Pressecenter und wartete noch kurz vor dem Raum. Um 15:40 durfte ich reingehen und mir einen Platz suchen. Ich las meine Frage sicherheitshalber noch einmal durch. Fünf Minuten später wurde es stiller. Denn Dominic Thiem kam und setzte sich. Ich wollte meine Frage nicht zu früh stellen, aber musste auch darauf achten rechtzeitig auf mich aufmerksam zu machen, denn die ganze Veranstaltung dauerte nur eine Viertelstunde.

Die Grundidee meiner Frage habe ich relativ schnell gefunden. Als Ballkind hat man nämlich noch eine andere Sicht auf das Match und die Spieler. Die meisten Spieler haben ihre speziellen Gewohnheiten bezüglich der Bälle oder dem Handtuch. Thiem auch und das in einer sehr sympathischen Weise: Er bedankt sich bei uns, wenn wir ihm das Handtuch reichen, und spielt uns die Bälle, die er nicht mag, direkt in die Hände zu, anstatt sie auf dem Boden liegen zu lassen.

Ballkinder – das ist mein Stichwort

Eine andere Reporterin stellte nach gut zehn Minuten ebenfalls eine Frage über die Ballkinder an Thiem und da wusste ich, dass jetzt meine Zeit gekommen war. Als Thiem geantwortet hatte, hob ich also meinen Arm und bekam das Mikrofon. Ich fing schon an mit meiner Frage, doch Thiem suchte noch nach dem Reporter, der gerade die Frage stellt. Also machte ich auf mich aufmerksam, indem ich noch einmal meinen Arm hob. Dann hat er mich gesehen und mir in die Augen geschaut. Das war der Moment, in dem meine Aufregung am größten war. Um dann nichts falsch zu machen, fing ich einfach wieder mit meiner Frage an.

„Ich bin Ballkind am Rothenbaum und wollte Ihnen ein kleines Dankeschön ausrichten, weil Sie uns die Arbeit auf dem Platz erleichtern. Sie reichen uns immer die Bälle an und warten, bis wir bereit sind, sie aufzunehmen. Außerdem bedanken Sie sich auch, wenn wir Ihnen das Handtuch reichen. Woran liegt das? Waren Sie früher ebenfalls Ballkind?“

Thiem grinste ein wenig und antwortete: „Nein, es war zwei Mal so, dass ich es hätte sein können, aber ich habe mich dann nicht getraut. Und, nein, ich finde es katastrophal, wenn man die Bälle hinrollt, weil wie kommt ihr dazu, dass ihr euch bücken müsst. Für uns ist es ganz einfach, wenn wir euch die Bälle in die Hand geben. Und auch das Handtuch: Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ihr uns immer das grausige, verschwitzte Handtuch bringt. Deshalb bedanke ich mich meistens.“

Geschafft. Ich habe Dominic Thiem eine Frage gestellt und eine sehr sympathische Antwort bekommen. Nächstes Jahr werde ich ihm bestimmt wieder am Hamburger Rothenbaum begegnen.

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Ich gehe in Buxtehude zur Schule, spiele seit 10 Jahren Tennis und bin großer Fan vom BVB – so viel dazu. Da ich drei Jahre in Frankreich gelebt habe, spreche ich fließend französisch, daneben außerdem englisch und spanisch. Seit Anfang 2018 schreibe ich für funky, vor allem über Sport und Politik. Ich schreibe so gerne, weil man sich mit Themen beschäftigt, die einen interessieren, und dazu seine Meinung vertreten kann.