Reingelesen: „Keiner sagt die Wahrheit“ von Caleb Roehrig

Frau sitzt im Bett und liest einen Jugendthriller
Es ist die schlimmste Nacht von Rufus jungem Leben. „Keiner sagt die Wahrheit“ vom amerikanischen Autor Caleb Roehrig ist ein klassischer Jugendthriller: voller Spannung und mit Liebesgeschichte.

Rufus erlebt die schlimmste Nacht seines Lebens. Alles startet damit, dass sein Ex-Freund Sebastian auf der Party seiner besten Freundin auftaucht. Dann bekommt er einen Notruf von seiner Schwester und Sebastian fährt ihn hin. Dort angekommen, finden sie April in einer Blutlache: mit Messer in der Hand neben ihrem Freund. Für Rufus und Sebastian beginnt eine Nacht, in der sie Aprils Unschuld beweisen müssen und gleichzeitig mit ihren gegenseitigen Gefühlen klarkommen wollen.

Cover des Buches "Keiner sagt die Wahrheit" von Cale Roehrig
„Keiner sagt die Wahrheit“ von Caleb Roehrig ist am 8. Juli bei cbj erschienen.

Das Buch ist eigentlich typisch für einen Jugendthriller. Es ist durchgängig spannend und bietet einige überraschende Wendepunkte. Jedoch kommen mir leider einige Passagen im Buch eher so vor, als stammten sie aus einem einfachen Detektivrätsel. Zwar kommt man selten sofort auf die Lösung und es ist auch weitaus schlimmer als irgendein Detektivrätsel mit Diebstahl – es handelt sich schließlich um Mord! –, aber manchmal sind die Hinweise einfach zu offensichtlich. Zum Glück ist das nur bei manchen Passagen so, sodass man am Ende trotzdem noch nicht weiß, wer der Täter ist, was bei schlechten Jugendthrillern – zu denen dieser hier definitiv nicht gehört – oft vorkommt.

Wie man auch schon aus dem kleinen Text zum Inhalt rauslesen kann, ist Rufus, der Protagonist, schwul. Gut ist, dass es dadurch im Buch auch ziemlich viel um Coming-out und um die Situation von homosexuellen Menschen in der Gesellschaft geht. Der Autor, der selbst auch offen schwul ist, schildert, offenbar auch anhand von Erfahrungen, dass Homosexualität immer noch nicht von allen akzeptiert wird, was, nebenbei bemerkt, auch die Suche nach dem Täter erschwert.

Noch ein kleiner Kritikpunkt zum Schluss: Gut am Buch ist, dass es oft in Jugendsprache geschrieben ist und versucht, mit dem Leser auf Augenhöhe zu sein – zumindest im amerikanischen Original. Und hier die Kritik: Ins Deutsche übersetzt heißt zum Beispiel „Netflix and chill“ nicht „Netflix und Chillen“.

Lächelndes Emoji

Unsere Meinung: Ein spannender Jugendthriller, der einige kleine Übersetzungsfehler hat.

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Schreiben ist nicht einfach, finde ich. Während ich schreibe, muss ich so viel beachten. Ich muss verschiedene Meinungen finden und respektieren, muss Fakten und Fakes auseinanderhalten, muss Experten anschreiben und hoffen, dass sie antworten, und zum Schluss alles in die richtigen Worte fassen. Doch trotzdem macht Schreiben mir Spaß. Am meisten Spaß, wenn ich über Zukunft, Politik oder Umwelt schreibe. Oder wenn ich meine Meinung zu neuer Musik und neuen Filmen kundtue.