Religion wird heutzutage oft als unccol empfunden. Vielen gibt sie jedoch Kraft. Gerade junge Menschen sollten deshalb offener über ihren Glauben sprechen.
Von Leonie Wendt

Die Jugend von heute ist ungläubig! Es gibt keinen christlichen Nachwuchs mehr! Die Kirchen werden immer leerer! Immer wieder kommen einem Kommentare wie diese zu Ohren. Doch ist da überhaupt etwas dran? Haben Jugendliche wirklich nichts mehr mit dem Christentum am Hut? Ereignisse wie das Jugendpfingstfest in Salzburg beweisen das Gegenteil und zeigen zudem auch, dass es vielen jungen Leuten eben nicht nur um die Geschenke an Weihnachten und Ostern geht, sondern dass sie auch die Bedeutung hinter religiösen Festen und Sitten kennen. Mehr als 8000 Jugendliche aus 25 Ländern feierten, sangen, beteten und zelebrierten Pfingsten das ganze Wochenende über.

Und das ist nicht das einzige Bespiel: Der Weltjugendtag findet alle zwei bis drei Jahre immer in einer anderen Stadt rund um die Welt statt. Zum Beispiel im Januar 2019 in Panama und das nächste Mal 2022 in Lissabon. Ich persönlich bin nicht sehr religiös. Jedoch finde ich auch, dass man nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen muss, um gläubig zu sein. Welche Rituale man befolgt, und wie, sollte jeder für sich selbst entscheiden dürfen.

Glaube schafft Zugehörigkeit

Ich genieße christliche Feste wie Weihnachten und Ostern sehr. Dabei geht es mir aber vor allem um die schöne Zeit mit meiner Familie und die familiären Traditionen, die mir sehr viel bedeuten. Trotzdem finde ich es schön, wenn Jugendliche aufgrund ihrer Religion Freundesgruppen und Zugehörigkeit finden. Oft geht es einfach um das Gemeinschaftsgefühl, was auch bei Veranstaltungen wie dem Weltjugendtag und dem Pfingstfest sehr deutlich wird. Dass man zusammen für etwas steht und an etwas glaubt. Das ist doch toll!

Immer öfter bekomme ich jedoch mit, wie Jugendliche ihren Glauben verstecken müssen, weil sie sich fast schon dafür schämen oder Angst haben, falsch angeguckt zu werden. Im Religionsunterricht in der Schule bekennt sich kaum noch jemand zum Christentum. Die meisten sind stolze Atheisten.

Oft sind Religion und Kirche uncool oder out. Da würde es vielleicht einfach schon helfen, wenn junge Menschen mehr von ihrem Glauben erzählen würden, mehr erklären würden, worum es ihnen geht und woran sie überhaupt glauben. Und alle anderen? Die sollten ein offenes Ohr haben und Religion nicht einfach nur als alte Tradition ihrer Großeltern abtun, sondern mehr hinterfragen oder einfach jeden das glauben lassen, was er will.

Titelbild: Loretto Gemeinschaft/ Michael Augusten (CC BY-NC-ND 2.0)