Social Media als Übeltäter? Warum sind wir Jugendlichen so Marken-geil?

Jemand macht ein Foto von dem Nike-Logo auf seinem roten Pullover
Sind wir mit so einem pulli ein liebenswerterer mensch? (c) Unsplash
Wer keine Marken-Klamotten trägt, wird an so mancher Schule dafür ausgeschlossen oder gemobbt. Unsere Autorin sieht Social Media als Ursache.
Von Liv Titkemeyer, Klasse 8a, Graf-Engelbert-Gymnasium Bochum

„Nimm doch die Turnschuhe, sie sind nur halb so teuer und sehen genauso aus.“, ruft Mama. „Was? Nein, Mama! Die Nikes sind ganz anders!“ Na klar weiß ich, dass das Quatsch ist, doch ich werde viel besser ankommen, wenn ich die neusten Schuhe der Topmarke habe, als mit der billigen Abklatsche, die nur genauso aussieht.

Doch warum eigentlich? Machen uns nicht eigentlich andere Dinge aus als ein Dreistreifenlogo auf unserem Hoodie oder der Calvin Klein-Schriftzug auf unserer Unterhose? Gerade zur heutigen Zeit, die durch Social Media und den immer größer werdenden sozialen Druck unter Jugendlichen geprägt ist, beurteilen viele ihre Mitmenschen aufgrund ihrer Anziehsachen. Der Spruch „Kleider machen Leute“ ist somit wohl aktueller als je zuvor.

Unterbewusst beeinflusst

Viele Jugendliche können sich mit einer Marke besser identifizieren. Sie können sich durch das Markenklischee auszeichnen und zeigen damit einen Teil ihrer Persönlichkeit. Oft ist einem selber nicht klar, wie stark man sich dabei von seinem Umfeld beeinflussen lässt und nur wegen der Bemerkungen anderer zu den teureren Markenklamotten greift.

Und was passiert eigentlich mit den Menschen abseits dieses Markenfetischismus? Oft werden diese Leute, teilweise auch unbewusst, ausgeschlossen. Bemerkungen wie ,,Heute schon wieder im Kik-Look“ oder ,,Da kommt doch wieder unser Fake Gucci“ können tiefer verletzen als die meisten denken werden. Ich persönlich habe kein Problem damit, wenn man auf die Kleidung anderer achtet. Aber diese zu kommentieren oder gar ausfällig zu werden, gehört meiner Meinung nach in die unterste Schublade und ist aus meiner Sicht keinesfalls vertretbar.

Also dies gilt für alle: Egal, ob die Hose von Kik, Gucci, Lidl, Adidas oder Nike ist, ein Mensch bleibt Mensch und sollte sich nicht allein über seine Klamotten, sondern vielmehr über seinen Charakter, definieren und definiert werden.

Beitragsbild: Sind wir mit diesem Pulli ein liebenswerterer Mensch? (c) Kristian Egelund via Unsplash

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Von Reinickendorf bis Bochum, von Fulda bis Ottensen – überall schreiben Schülerinnen und Schüler Artikel über das, was um sie herum passiert. Jeder und jede aus ihrer eigenen Sichtweise, mit eigener Meinung und eigenem Schwerpunkt. Bei all den Unterschieden eint sie, dass sie mit ihrer Klasse an MEDIACAMPUS teilnehmen, dem medienpädagogischen Projekt der Funke Mediengruppe. Das erlernte Wissen wenden sie dann praktisch an, indem sie erste journalistische Texte schreiben. Auf funky können sie die Früchte ihrer Arbeit präsentieren.