#lbm19: Vertragen sich Bücher und Bildschirme?

Eine Frau blättert auf einem Tolino am 13.03.2015 auf der Leipziger Buchmesse in Leipzig (Sachsen). Auf der Messe spielen digitale Buch-Veröffentlichungen eine immer größere Rolle. Bis zum 15. März präsentieren sich auf der Messe rund 2000 Verlage aus 42 Ländern mit ihren Neuerscheinungen. Foto: Jan Woitas/dpa | Verwendung weltweit
Eine Frau blättert auf einem Tolino am 13.03.2015 auf der Leipziger Buchmesse in Leipzig (Sachsen). Auf der Messe spielen digitale Buch-Veröffentlichungen eine immer größere Rolle. Bis zum 15. März präsentieren sich auf der Messe rund 2000 Verlage aus 42 Ländern mit ihren Neuerscheinungen. Foto: Jan Woitas/dpa | Verwendung weltweit
Auf der Leipziger Buchmesse lief Vieles digital ab: E-Books, Buchportale, große Bildschirme. Stellt diese Digitalisierung eine Bedrohung für Bücher dar?
Von Marti Mlodzian

Schon wenn man in die erste Halle der Leipziger Buchmesse kommt, fällt auf: Vieles wird auf großen Bildschirmen angezeigt. Das Programm der einzelnen Lesebereiche, in denen Autorinnen und Autoren ihre Bücher vorstellen, auch der Programmkatalog ist nicht nur in gedruckter Form, sondern auch online zu sehen. Der Eintritt wird auf der Leipziger Buchmesse von Personal mit digitalen Kassengeräten kassiert. Doch das ist nur die Art und Weise, wie sich die Buchbranchen auf der Leipziger Buchmesse präsentieren. Die Frage ist: Wie sieht es wirklich aus?

Eine Vertreterin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sagt dazu, dass es innerhalb der Buchbranche eine große Neuigkeit gibt, die vielen Lesern vielleicht noch gar nicht so aufgefallen ist: Vorschauen, die Buchhändler von Verlagen bisher immer in Papierform zugeschickt bekommen haben, werden inzwischen oft durch ein neues Programm digital bereitgestellt.

Digitalisierung als Chance

Eine Vertreterin von Book-on-Demand macht zudem klar: „Die Digitalisierung bietet auch eine ganz neue Chance für junge und neue Autoren.“ Welche? Unter anderem bei Book-on-Demand, aber auch bei Kindle Publishing oder Tolino Publishing können Newcomer ihr Werk ohne Verlag drucken lassen. Mit ISBN, Cover und allem, was noch zu einem Buch dazugehört.

Autoren können auf den entsprechenden Websites ihre Geschichte eingeben, selbst ein Cover gestalten und dann einen Verdienst pro Buch wählen. Die Kosten für Druck und Verlag kommen dann zum Buchpreis dazu – für den Autor quasi kostenlos. Um Marketing, Presse und die vielen anderen Aufgaben, um die sich sonst der Verlag kümmert, kümmern sich hier die Autoren selbst. Das nennt sich dann Selfpublishing.

Eine ganz neue Möglichkeit des Internets sind auch Buchportale. Buchportale sind Communitys, in denen Verlage, Autoren und Leser zueinanderfinden. Dort tauschen sie sich aus und Leser schreiben Bewertungen. Das größte deutschsprachige ist LovelyBooks. Desirée von Pfetten, Sprecherin von LovelyBooks, sagte mir, dass das Portal eine gute Chance für Verlage und Autoren sei, um die Bücher reichweitenstark zu platzieren. LovelyBooks hat 1,5 Millionen Besucher pro Monat und 360.000 Mitglieder. Das Angebot wird also gut genutzt.

E-Books ersetzen Bücher nicht

Auch E-Books werden oft im Zusammenhang zu diesem Thema gebracht – liegt ja auch durchaus auf der Hand. Hierzu sagte mir aber die Vertreterin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: „E-Books werden eher als Zusatzprodukt für Buchliebhaber genutzt.“ Für sie stellen E-Books keine Konkurrenz zum Buch dar. Viele würden beides eher parallel nutzen.

Offenbar spielt die Digitalisierung also gar keine kleine Rolle in der Buchbranche – egal ob aus Gründen der Effizienz, wie bei den Vorschauen der Buchhändler, als Werbemethode für Verlage und Informationsquelle für Leser bei Buchportalen oder als Chance für neue Autoren.

Beitragsbild: Schon 2015 waren e-Reader auf der Leipziger Buchmesse zu sehen. (c) Jan Woitas/ dpa

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Schreiben ist nicht einfach, finde ich. Während ich schreibe, muss ich so viel beachten. Ich muss verschiedene Meinungen finden und respektieren, muss Fakten und Fakes auseinanderhalten, muss Experten anschreiben und hoffen, dass sie antworten, und zum Schluss alles in die richtigen Worte fassen. Doch trotzdem macht Schreiben mir Spaß. Am meisten Spaß, wenn ich über Zukunft, Politik oder Umwelt schreibe. Oder wenn ich meine Meinung zu neuer Musik und neuen Filmen kundtue.