Das Beste am Winter sind doch der Schnee und das Skifahren. Knackig kalte Luft und steile Pisten lassen mich jeden Schulstress vergessen.
Von Kai Kellmann, Klasse 8a, Schiller-Schule Bochum

Einmal im Jahr fahre ich mit meinen Eltern und meinen Zwillingsbrüdern nach Valmorel in Frankreich. Doch weil diesmal meine Eltern in den Ferien arbeiten müssen, haben wir uns für eine Jugend-Skifreizeit entschieden. Jedes Jahr organisiert die Ski-Zunft Marl Jugend-Skireisen zum wunderschönen Mölltaler Gletscher in Kärnten Österreich. Das Skigebiet liegt im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern. Der Mölltaler Gletscher, kurz „Mölli“ genannt, liegt auf über 3000 Metern Höhe und gilt als besonders schneesicher. Mit 17 Pistenkilometern bei traumhaftem Bergpanorama ist die Pistengaudi garantiert. Von blauen bis zu schwarzen Tiefschnee Pisten gibt es hier alles, was ein Wintersportler begehrt.

Unser Bus startet pünktlich um 20 Uhr in Marl und wir kommen ohne Stau sogar fast eine Stunde früher als geplant am Reiseziel an. 25 Jungen und Mädchen im Alter von elf bis 16 Jahren sind dieses Mal dabei. Manche sind noch Anfänger, andere sind Profis oder sogar Experten. Die Trainer teilen die Jugendlichen ihrem Können entsprechend in diesen drei Kategorien auf.

Fünf Betreuer sorgen für das Wohl der Jugendlichen. Sie kümmern sich um das Ausleihen der Skiausrüstung, bereiten spaßige Aktionen für die Pausen vor und haben auch für manche Nöte ein offenes Ohr.

Das erwartete Chaos bei der Gepäckausgabe bleibt überraschenderweise aus. Alle Jungs und Mädels helfen sich gegenseitig mit ihren Koffern und marschieren dann gemeinsam zur Gletscherbahn. Als wir vor der Gletscherbahn stehen, steigt die Vorfreude auf die erste Abfahrt. Mit der Gletscherbahn geht es 3122 Metern in die Höhe. Überall leuchten die mit Schnee bedeckten Berge in der Sonne. Eine weitere Fahrt mit der nächsten Gondel bringt uns auf 3150 Metern Höhe, wo unsere Unterkunft uns mit einem atemberaubenden Panoramablick willkommen heißt.

Das Gepäck ist schnell auf den Zimmern verstaut und nichts hält uns mehr auf, die nähere Umgebung zu erkunden. Viel Schnee, der in der Sonne glitzert, blauer Himmel und klare Luft versprechen tagelangen Ski-Spaß auf abwechslungsreichen Pisten.
Aber wie das Leben so spielt, begrüßt uns der nächsten Tag mit einem Schneesturm, der die Bedingungen zum Skifahren mit starkem Wind und Schneetreiben erschwert.

„Wir pflügen durch den Schnee wie durch Puderzucker.“

Kai Kellmann erinnert sich an seine Ski-Freizeit

Trotz dieses Wetters lassen wir uns den Spaß nicht nehmen, und schnallen uns unsere Skier an. Gemeinsam mit den Skilehrern absolvieren wir Aufwärmübungen. Dann kann es endlich losgehen. Wir fahren eine Weile bei schlechter Sicht auf den frisch gewalzten Pisten, die sich echt gut anfühlen. Während die Gruppe mit den Skianfängern ihre ersten Versuche auf den leichteren Hängen starten, dürfen wir Profis die Tiefschnee-Piste erobern.

Über fünfzig Zentimeter ist der Neuschnee hoch, was zwar anstrengend zu fahren ist, dafür aber viel Spaß bringt. Wir pflügen durch den Schnee wie durch Puderzucker, kosten jeden Schwung in vollen Zügen aus. Unsere Skilehrer sind richtig gut, sie zeigen uns, wie man rückwärts den Hang hinabfährt, auf einem Ski ohne umzufallen fährt oder auch elegant im Slalom ins Tal wedelt.

Nach dem Skifahren entspannen wir uns bei heißem Tee. Die Verpflegung ist abwechslungsreich und hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Herzhafte Fleischgerichte genauso wie der Klassiker Kaiserschmarrn kommen jeden Tag frisch auf den Tisch. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wird gebastelt, geklönt und viel gelacht. Zufrieden und müde freue ich auf mein Bett, ausnahmsweise habe ich nichts gegen einen Mittagsschlaf einzuwenden.

Gerade will ich in meinem Zimmer die Vorhänge am Fenster zuziehen, als ich einen flauschigen, roten Fuchs im Schnee sitzen sehe. Ein Freund erzählt mir, dass der Fuchs jedes Jahr hierher kommt, weil Gäste ihn füttern. Ich habe noch ein buntes hartgekochtes Ei übrig, pelle es und gehe noch mal raus. Bis auf etwa zwei Meter nähere ich mich dem Tier und werfe ihm dann das Ei zu. Der Fuchs, gar nicht scheu, holt sich sein Schmankerl und läuft eilig davon. Ich taufe den Fuchs „Emil“ und nehme mir vor, ihm morgen etwas vom Frühstückstisch mitzubringen.

Als krönenden Abschluss unserer Skifreizeit haben die Betreuer am letzten Tag eine Wettabfahrt organisiert. Dazu haben wir uns lustige Kostüme übergestreift. So gingen Pinguin, Dinosaurier oder Katze, nur um einige zu nennen, an den Start und bieten einen lustigen Anblick für die Zuschauer.

Eine ereignisreiche Woche geht zu Ende, zum Glück sind alle Knochen heilgeblieben, wir freuen uns auf Zuhause. Den Bus beladen, einsteigen und losfahren. Wehmütig schaue ich den Bergen noch ein letztes Mal nach, bis die Sonne sie vollständig verschluckt.

Beitragsbild: Kai Kellmann