Mit nur 19 Jahren gewann Lirim Zendeli die Formel 4. Wir trafen den jungen Bochumer, um mit ihm über seine Motorsport-Karriere zu reden
Von Florian Nowotnik und Tom Lagers, Klasse 8d, Schiller-Schule Bochum

Wie fühlt es sich an, schon mit 19 die Formel 4 zu gewinnen?
Es ist schon ein cooles Gefühl, da nicht viele die Chance haben, Motorsport zu betreiben. Und im nächsten Schritt in die Formel 3 zu wechseln, ist auch etwas ganz Großes.

War es schon immer dein Traum, Motorsport zu betreiben?
Früher habe ich immer mit meinem Vater Formel 1 geschaut und er war mit mir oft Kart fahren. Dort war ich schon sehr schnell unterwegs und teilweise sogar schneller als manche Erwachsene. So habe ich mich dann entschieden, in den Motorsport zu gehen.

Lag der Motorsport schon in der Familie?
So richtig hatte keiner etwas mit dem Motorsport zu tun. Da meine Familie nicht aus den reichsten Verhältnissen stammte, war dies gar nicht möglich für sie. Im Großen und Ganzen bin ich sozusagen der Anfang einer Motorsportfamilie.

Wie war das früher mit der Schule, wie konntest du das Lernen mit dem Fahrtraining vereinbaren?
Mein Schuldirektor war sehr tolerant, da er mich für jede Testfahrt und bei jedem Rennen beurlaubt hat. Am Ende der 11. und 12. Klasse hatte ich 600 Fehlstunden. Die Schule hat mich wirklich gut unterstützt. Unter anderem war ich aber auch nicht gerade der Dümmste und konnte das mit dem Lernen ganz gut managen.

Hattest du als Kind ein Idol und wer ist heute dein Vorbild?
Ja, Michael Schumacher. Als ich ein Kind war, war er mein großes Vorbild, da er die Legende schlechthin im Motorsport ist und ich ihn auch persönlich kenne. Außerdem ist er immer bodenständig geblieben. Heute ist mein Vorbild Lewis Hamilton, weil ich mich mit seinem Fahrstil am besten identifizieren kann.

Lirim Zendeli zwischen den beiden Jugendreportern

Lirim Zendeli zwischen den beiden Jugendreportern (c) Privat

Glaubst du, du hast nächste Saison wieder gute Chancen auf viele Podien?
Ich will gar nicht mit so hohen Erwartungen in die Formel 3 aufsteigen, weil dort auch Fahrer fahren werden, die schon mehr Erfahrung haben als ich. Trotzdem versuche ich natürlich, am Ende der Saison auf dem Treppchen zu stehen.

Was sind deine Ziele für die nächste Saison?
Erstens will ich mich so schnell wie möglich aufs neue Auto einstellen und mit denen, die mehr Erfahrung haben, auf ein Level kommen. Zweitens möchte ich im nächsten Jahr gerne die anderen beiden deutschen Fahrer in der Punktewertung besiegen.

Fährst du auch in Simulatoren zum Üben?
Je professioneller die Karriere wird, desto wichtiger werden solche Simulatoren. Wenn man auf einer Strecke – aufgrund von Testverboten – nicht fahren darf, kann man diese in einem Simulator kennenlernen.

Was waren deine größten Enttäuschungen in deiner Karriere?
Mein größter Tiefschlag fand in der 2. Saison der Formel 4 statt. In dieser bin ich ganz oft ausgeschieden wegen Defekten am Auto. Aber auf Rückschläge im Motorsport muss ich mich jetzt auch langsam einstellen, weil es nie eine Karriere geben
wird, die perfekt läuft.

Beitragsbild: Kartpress