Viele Kinder haben zu wenig Interesse und Aufmerksmakeit für Bücher und Bausteine. Stattdessen dürfen sie an’s Tablet. Ein Kommentar
Von Sarah Samy, Klasse 8b, Schiller-Schule Bochum

Eltern dürfen beim Thema Medienkonsum ihrer Kinder die Verantwortung nicht auf den Staat abwälzen. Tun sie es dennoch, schaden sie ihrem Kind. Es geschieht wie von Zauberhand: Sobald kleine Kinder einen Zeichentrickfilm sehen oder am Tablet spielen, sind sie wie gebannt. Selbst die zappeligsten Wildfänge erstarren vor dem Bildschirm zu glotzenden Salzsäulen.

Für Eltern ist das oft praktisch: Die Kinder sind ruhiggestellt, solange Mutter und Vater Ruhe wollen. Ab und zu hat das wahrscheinlich die große Mehrzahl der Eltern schon einmal ausgenutzt. Und hin und wieder ist das auch okay, es wird den Kindern nicht schaden. So wie es nicht schadet, hin und wieder einen Schokoriegel zu essen.

Elektronische Medien gehören zum Leben in diesem Jahrtausend, und es ist richtig, wenn Kinder sie kennenlernen. Auch Erwachsene erliegen oft dem Reiz der Geräte. Aber Kinder, besonders sehr kleine, können Bilder noch schlechter filtern. Es ist also Aufgabe der Eltern, die richtige digitale Dosis zu finden.

Kinder können heute oft nicht mehr mit Lego, nicht mit Playmobil, nicht mit Bastelzubehör, Fußball oder einem Buch umgehen. Und der Verdacht liegt nahe, dass diese Defizite auch etwas damit zu tun haben, dass viele Kinder von klein auf ohne klare Limits glotzen und daddeln dürfen – oft sehr viel länger als eine halbe Stunde am Stück. Weil ihnen nichts anderes angeboten wird. Oder weil keiner das Gerät ausschaltet, denn sonst gäbe es Geschrei. Und Geschrei kann anstrengend sein.

Beitragsbild: Kelly Sikkema via Unsplash