Die Debatte um G8 oder G9 ist nicht abgeebbt. Im Gegenteil: Durch die teilweise Rückkehr vieler Bundesländer zu G9 überdenken viele Eltern die Entscheidung
Von Antonia Dokoohaki, Klasse 8b, Schiller-Schule Bochum

Eine repräsentative Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2012 kommt zu dem Ergebnis, dass acht von zehn Eltern mit schulpflichtigen Kindern G9 dem verkürzten Gymnasium vorziehen. Verständlich, schließlich ist die Schulzeit nicht nur ein Etappenziel auf dem Weg zur beruflichen oder akademischen Ausbildung, sondern auch prägend für die Persönlichkeitsentwicklung und das eigene Verhältnis zur Bildung.

Dennoch gibt es auch für G8 gute Gründe: beispielsweise eine bessere Vorbereitung der Schüler auf den späteren Leistungsdruck in der Uni und der Arbeitswelt. Doch eines der wichtigsten Argumente für die Einführung der verkürzten Schulzeit war ursprünglich, dass die deutschen Abiturienten im internationalen Vergleich zu alt und deshalb nicht wettbewerbsfähig sind. Doch macht ein Jahr weniger tatsächlich so viel aus?

Seit der Einführung von G8 hat sich das Alter der Absolventen international angeglichen. Zum Teil mag das allerdings auch an der Einführung des Bachelor-Abschlusses an den deutschen Universitäten liegen. Damit ist ein früherer Eintritt ins Berufsleben möglich, der bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen soll.

Ein Jahr mehr Lebensarbeitszeit bedeutet auch, ein Jahr früher Geld zu verdienen und in die eigene Rente einzuzahlen. Mit G8 ein Jahr früher das Abi in der Tasche zu haben, ermöglicht eine Auszeit nach dem Abi, ohne Zeit zu verlieren. Zum Jobben, zum Reisen, zum Nachdenken – für die persönliche Entwicklung.

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