Interview

„Menschen hassen mich – und ich liebe sie dafür“

John Cena in Bumblebee
John Cena spricht mit uns über seine großen Rollen neben dem Wrestling: als Schauspieler („Bumblebee“) und Meme.
Von Anastasia Barner

Seine Schauspiel-Kollegin Hailee Steinfeld war am Set zunächst von ihm eingeschüchtert, wie sie uns im Interview erzählt hat. Unsere Jugendreporterin hatte da weniger Berührungsängste und hat dem kantigen Kerl mit der Wahnsinnsstatur mal auf den Zahn gefühlt.

Ja, wir sollten darauf hören, was junge Menschen zu sagen haben.

John Cena, Wrestler & Schauspieler

In „Bumblebee“ bist du der typische Erwachsene, der einem jungen Mädchen nicht glaubt, da er von seinem eigenen Urteilsvermögen überzeugt ist. Denkst du, Erwachsene sollten öfter auf das hören, was Kinder und Jugendliche sagen?

Das ist eine sehr gute Frage, gleichzeitig aber auch eine schwere. Weisheit ist etwas, was mit der Zeit kommt. Wenn also eine junge Person mit jemandem redet, der bereits diese Erfahrungen gemacht hat, ist es für den Älteren meist schwerer einzugestehen, dass der Jüngere recht hat. Ich finde aber, je älter man wird, desto offener sollte man werden. Das ist die lange Antwort.

Und wie lautet die kurze?

Die lautet: Ja, wir sollten darauf hören, was junge Menschen zu sagen haben. Denn wer wirklich weise ist, weiß, dass er eigentlich nichts weiß und von jedem etwas lernen kann.

Sei pünktlich, sei ordentlich und übertreffe alle anderen.

John Cena über den besten Rat seines Lebens.

Wer hat dir den besten Rat gegeben?

Eine Person, die einen sehr großen Einfluss auf mein Leben hatte, meinte zu mir: Sei pünktlich, sei ordentlich und übertreffe alle anderen.

Hast du eigentlich am Skript gemerkt, dass „Bumblebee“ von einer Frau geschrieben wurde?

Wenn du kreativ bist und du gute Arbeit leistest, sollte es nicht relevant sein, wer du bist, wie du aussiehst und welches Geschlecht du hast.

Ich hatte viel Sympathie für den liebenswerten Roboter. Glaubst du, es gibt in der Zukunft beseelte Maschinen? Und könnte das gefährlich für die Menschheit werden?

Jetzt kommen wir von „Tranformers“ zur echten Zukunft und Künstlicher Intelligenz. Ich denke, wir sollten da auf Wissenschaftler hören.

Sag mal, machst du eigentlich alle Stunts selbst?

Als Wrestler bin ich körperlich sehr aktiv, in „Bumblebee“ haben aber die Transformers mehr gekämpft als ich. Ich habe gelernt, wenn die Leute, die sich um deine Sicherheit sorgen, dich zur Seite nehmen und dir sagen, dass du den Stunt vielleicht jemand anderem überlässt, das auch ernst zu nehmen.

Was war der gefährlichste Stunt, den du gedreht hast?

Für den Film „Zwölf Runden“ an einem Stahlseil in Höhe des 30. Stockwerks zu hängen. Ich habe Höhenangst und ich habe mir gesagt: Guck einfach nicht runter. Natürlich habe ich nach unten geschaut. Ich werde so etwas nie wieder machen. Wer mich also in Filmen in solch einer Höhe sieht, kann sich sicher sein, das bin nicht ich, das ist mein Stuntman.

Ich weiß nicht viel über Wrestling, aber ich kenne dich durch Memes, Vines und Gifs, in denen Leute dich parodieren: „This is John Cena!“ Stört dich das manchmal?

Vine gibt es nicht mehr, heißt das, ich bin nicht mehr im Business?

Keine Sorge, es gibt noch genug Memes von dir bei Instagram.

Cool! Aber es stört mich überhaupt nicht, man sollte sich selbst nicht zu ernst nehmen. Das Ganze hat 2011 begonnen und es gab zwei Wege, wie ich damit umgehen konnte: „Hört auf, euch über mich lustig zu machen“ oder „Ah, das ist eigentlich ganz witzig“. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, weil es einfach lustig ist. Dadurch kennen mich sogar noch mehr junge Menschen, wie zum Beispiel du, die sich sonst nicht für Wrestling interessieren. Das ist für mich viel wichtiger, denn mein Ziel ist, dass viele Menschen sich Wrestling anschauen, auch wenn das manchmal für mich bedeutet, der Witz der Nation zu sein.

Also gefällt es dir, ein Meme zu sein?

Ich habe eine Hass-Liebe-Beziehung zum Internet. Menschen machen sich über mich lustig und hassen mich – und ich liebe sie dafür. Und hast du mal meinen Instagram-Account gesehen? Ich bin zwar kein Dinosaurier, aber ich mache gerade genug, um eine Präsenz auf Instagram zu haben. Jeder junge Mensch wird vermutlich dadurch beleidigt, wie wenig ich über das Ganze weiß.

Titelbild: Paramount Pictures

Du willst mehr? Du bekommst mehr!

Oh, I am feeling so funky! Seit ich denken (oder besser gesagt schreiben) kann, interessieren mich Menschen und deren Geschichten. Ob es nun John Cena oder mein Großvater ist – jede Story ist es wert erzählt zu werden. Ich gebe denjenigen eine Stimme, die gehört werden möchten. Zu dem arbeite ich für das Konferenzformat TEDx in einer Agentur. Irgendwas mit Medien eben. Bin ja auch echte Berlinerin.