In Berlin trafen sich Jugendliche aus Deutschland und Frankreich, um Ideen für den Frieden zu entwickeln. In drei Tagen sammelten sie Ideen und stellten sie anschließend den Präsidenten der beiden Länder vor.
Von Moritz von Blittersdorff

Vom 15. bis 17. November fand in Berlin das Projekt „100 Botschafter für den Frieden“ statt. Veranstaltet wurde das Wochenende vom Institut français und es brachte 100 Schüler aus Deutschland und Frankreich zusammen, damit die gemeinsam Ideen für den Frieden entwickeln konnten. 

Meine Schule war nur eine von drei Schulen aus Niedersachsen, die für dieses Projekt ausgewählt wurden. Auf freiwilliger Basis konnten wir eine Idee für den Frieden einreichen. Innerhalb der Schule haben wir dann die beste ausgewählt. Das war glücklicherweise meine, wodurch ich die Möglichkeit erhielt, mit meiner Französischlehrerin nach Berlin zu fahren.

Bereits der Freitag war sehr besonders, da wir nach unserer Ankunft in die Französische Botschaft gebracht und dort von der Botschafterin begrüßt wurden. Ebenfalls in der Botschaft nahmen wir an einer Diskussionsrunde mit einer jungen FDP-Politikerin, einer Radiosprecherin und dem Leiter einer KZ-Gedenkstätte teil. Das war sehr beeindruckend, weil ich zum ersten Mal so richtig erkannte, wie groß das Thema Frieden wirklich ist, und auch, weil ich viele andere Sichtweisen und Ideen zu hören bekam.

Eine gute Idee sei immer umsetzbar, sagt Macron

Am nächsten Tag haben sich alle 100 Botschafter mit 400 weiteren jungen Menschen aus 48 Ländern getroffen. Die hatten bereits an dem Thema Frieden gearbeitet. Nach einer Vorstellungsrunde haben wir auch gleich mit den Workshops angefangen: Jeder durfte seine Idee für den Frieden vorstellen, von denen wir vier Stück ausgewählt und weiterentwickelt haben. Am Ende des Tages hat sich jede Gruppe für ein Konzept entschieden und das auf unterschiedliche Art und Weise allen anderen präsentiert. Da es 20 Gruppen waren, konnten nicht alle Vorschläge am nächsten Tag gezeigt werden. Es wurden vier dieser neu entwickelten Ideen ausgewählt, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Marcron vorgestellt wurden. Die übrigen wurden den Präsidenten in einem Büchlein bei der Abschlussveranstaltung überreicht.

Der Sonntag war aus mehreren Gründen der spannendste und eindrucksvollste Tag. Die Abschlussveranstaltung wurde im Kosmos in Berlin abgehalten. Zunächst gab es eine kleine Einleitung und mehrere Reden, wie von der Leiterin des Institut francais Dominique Treilhou und Frank-Walter Steinmeier – sehr interessant! Doch danach waren die vier Gruppen an der Reihe, ihr Werk zu präsentieren. Darunter war die Idee einer „Peace Line“. Das soll ein markierter Weg sein, der die wichtigsten Geschichtsmonumente in Europa verbindet. Diesen kann man entlangpilgern und die Geschichte studieren. Eine Organisation würde die Pilgerer auf ihrem Weg unterstützen.

Moritz und Emmanuel Macron bei der Friedens Konferenz

Links Jugendreporter Moritz von Blittersdorff, rechts der französische Präsident Emmanuel Macron.

Nach den Präsentationen diskutierten die Ideenfinder mit Steinmeier. Emmanuel Macron traf danach auch ein und betonte, dass eine gute Idee immer umsetzbar sei, egal wie schwierig es sei. Ein Abschlussfoto gehört zu so einer Veranstaltung natürlich auch dazu. Dann kam aber mein persönliches Highlight. Ich konnte nämlich mit dem französischen Präsidenten ein Foto machen und mich mit ihm unterhalten. 

Ich ziehe aus dem Event aber viel mehr als nur das Selfie. Ich habe viele andere Sichtweisen kennengelernt und konnte mich mit Jugendlichen aus 48 Nationen unterhalten. Ich habe viele Ideen, um zum Frieden beizutragen, aufgreifen können und werde all diese Eindrücke sicherlich nie vergessen!

Die drei besten Ideen aus den Workshops

1. Die erste Idee war die „Peace Line“. Diese Linie soll jegliche Monumente der Weltkriege verbinden, sodass man diese Linie abgehen kann und dadurch mehr über die Geschichte Europas lernt. Zudem soll es eine Organisation geben, die den Wanderern auf ihrem Weg hilft.

2. Die zweite Idee war es ein „Pan-European Youth Office“ zu kreieren. Diese Institution soll den Frieden durch Veranstaltungen und Bildung den Bürger Europas näherbringen, was Toleranz, Akzeptanz und Respekt fördern soll.

3. Da die Bildung ein sehr wichtiges Element für den Frieden ist, soll es eine neue Art des Geschichtsunterrichts geben. Das Motto ist dabei: von Jugendlichen für Jugendliche. Das Programm soll in Schulen stattfinden. Jugendliche vermitteln dabei an Schüler ihres Alters die Werte des Friedens.