Im Laufe der Zeit stellen wir unseren Eltern tausendundeine Fragen. Wir drehen den Spieß um und hören ausnahmsweise mal ihnen zu. Bei uns dürfen Eltern all das fragen, was sie immer schon mal von uns wissen wollten.

Der Vater einer 25-jährigen Tochter aus Berlin fragt: Was hältst du für alterskonform für die Generation deiner Eltern? Wie jugendlich darf sich die Generation 50 plus geben, ohne sich lächerlich zu machen? Was ist peinlich, was ist cool?

Katharina Rabeler aus der funky-Jugendredaktion antwortet: Ist man irgendwann „zu alt“, um gewisse Dinge zu tun? – Das ist ja hier die eigentliche Frage. Es fängt an mit „Bin ich zu alt, um Unterwäsche mit Fußballern oder Kätzchen zu tragen?“ und kommt dann irgendwann bei der Frage an: „Bin ich zu alt, um zu tanzen, zu feiern, mich danebenzubenehmen?“

Ich wäre gerne so cool und abgebrüht, zu sagen: Das Alter ist egal, Hauptsache, man ist glücklich. Aber der kleine Spießer in meinem Kopf verschafft sich gerade unangenehm laut Gehör. „Nein“, schreit er, „mit 50 kennt man seine Grenzen. Mit 50 muss man wissen, wie viel Alkohol man verträgt, wie laut die eigene Stimme auf andere wirkt, welche Sprüche lässig sind und welche zu weit gehen. Denn mit 50 hat man Lebenserfahrung.“ Man ist so alt, dass man eigentlich alle Fehler schon einmal gemacht hat. Doch das setzt voraus, dass man aus seinen Fehlern lernt. Und das ist halt einfach nicht selbstverständlich.

Wir können von unseren Eltern nicht erwarten, dass sie unfehlbar sind.

Was wäre das für ein Übermensch, der keinen einzigen Fehltritt wiederholt? Auch von unseren Eltern können wir das nicht erwarten, schon gar nicht von der gesamten Elterngeneration – bei den eigenen hat man schließlich ein wenig mit erzogen.

Sei einfach du selbst!

Dazu kommt, dass manche Situationen schlichtweg das Kind in uns wecken. Ob nun 16-Jährige manchmal noch den Snoopy-Schlüpper tragen, weil er so bequem ist, sich 25-Jährige wieder zum Topfschlagen treffen oder 50-Jährige besoffen auf Rockkonzerten pogen, macht da nicht so den Unterschied. Fakt ist: Man will ab und an einfach mal nicht konform sein. Und ja, ich kann alle Leute 50 plus verstehen, die privat ausrasten, weil sie im Job immer akkurat und schlichtend sein müssen.

Entscheidend, um dabei cool und nicht peinlich zu sein, ist die sagenumwobene Authentizität. Daran scheitern Tausende, reiche YouTuber, es ist also wahrlich nicht so einfach. Aber es ist machbar. Die einfache Grundregel lautet: Benimm dich jugendlich, weil du dich jugendlich fühlst, nicht, weil du dich wieder jung fühlen willst. Noch einfacher gesagt – auch für Erwachsene gilt: Sei du selbst!