Im Kino sind Janina Fautz und Emma Bading gerade als gegensätzliches Freundespaar zu sehen. Im Interview erzählen sie, wie sie im echten Leben drauf sind.

Von Madita Koßmann

Jeder wünscht sich eine gute Freundin, so auch die Außenseiterin Greta in dem neuen  Kinofilm „Meine teuflisch gute Freundin“. Vielleicht könnte das ja Lilith werden, wenn die nicht die Tochter des Teufels wäre und das genaue Gegenteil zu Greta. Wir haben mit Emma Bading und Janina Fautz, den beiden Darstellerinnen des ungleichen Freundespaares, gesprochen.

Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch! Der Film hat mir sehr gut gefallen. Lilith hat in dem Film magische Kräfte. Welche Kräfte hättet ihr gerne?
Janina: Ich würde sehr gerne fliegen können. Oder mich unsichtbar machen.
Emma: Ich würde gerne die Zeit anhalten können. Plötzlich ist alles still und ich habe alle Zeit der Welt, um das zu tun, was ich will.

Wer hatte während des Films die meisten Versprecher?
Emma: Janinaaa!
Janina: Emma!
Emma: Ey, ganz ehrlich, Samuel Finzi hatte die meisten Versprecher von uns allen!!!

Lilith, Figur in dem Film Meine teuflisch gute Freundin

Emma Bading spielt Lilith, die Tochter des Teufels.

Was gefällt euch am besten an dem Beruf der Schauspielerin?
Emma: Ich liebe es, dass ich nie weiß, was als Nächstes kommt. Ich brauche einfach Freiheiten und Überraschungen. Es ist für mich eine große Ehre und auch oft eine große Bürde, einer Rolle meinen Körper zu leihen. Oh Gott, das klingt jetzt wie Exorzismus!
Janina: Ich mag die Arbeit im Team sehr gerne, dass man gemeinsam an einem Projekt arbeitet und am Ende einen fertigen Film hat. Außerdem ist es toll, dass man sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss und auch mit Dingen konfrontiert wird, mit denen man sich sonst vielleicht nicht auseinandergesetzt hätte. Und es ist einfach spannend, sich immer wieder auf andere Rollen einzulassen.

Wie seid ihr zu diesem Beruf gekommen?
Janina: Ich habe zum Ausprobieren mit acht Jahren an einem Schauspielkurs für Kinder teilgenommen. Über diesen Kurs bin ich dann an mein erstes Casting und so an meine erste Rolle gekommen. Mein erster Film war die Verfilmung von einem Kinderbuch („Die wilden Kerle 4“ – Anm. d. Red.). Dabei hatte ich so viel Spaß, dass ich unbedingt weitermachen wollte.
Emma: Puh … na ja, ich habe mich so mit zwölf gefragt, was meine Eltern eigentlich so beruflich machen, und wollte das auch mal kennenlernen. Also bin ich zu einer kleinen Kinderagentur in Berlin gegangen und habe gesagt: „Ich will Schauspielerin werden!“ Wie wahrscheinlich jedes Kind, was da hinkommt. Dann bin ich immer sonntags zu einem Coaching gegangen und so hatte ich dann erstmal gaaaaaanz viele Castings. Ziemlich deprimierend, wenn man nie genommen wird. Sogar das Werbecasting für meinen Lieblings-Frischkäse Bresso habe ich verkackt. Dann habe ich aber meine erste Kinorolle (in dem Film „Halbschatten“ – Anm. d. Red.) bekommen, und vielleicht bin ich einfach begabter, was Filme angeht.

Emma, wie war es, in die Rolle des Teufels zu steigen?
Emma: Gar nicht so einfach! Ich habe mich gefragt: Wie sieht die Teufelstochter aus, wenn ich noch nicht einmal weiß, wie der Teufel aussieht? Es waren viele Fragen in meinem Kopf, die ich dann alle erst mal mit dem Regisseur, der Produzentin, der Maske und dem Kostüm beantworten musste. Ich glaube, es ist uns ganz gut gelungen!

Greta, Figur in dem Film Meine teuflisch gute Freundin

Janina Fautz spielt Greta, die liebe, brave Maus.

Janina, Greta trägt in dem Film meistens gestrickte Kleider. Haben die sehr gekratzt?
Janina: Gekratzt haben sie zum Glück nicht, aber leider durfte man sie nicht waschen, da sie sich sonst komplett verformt hätten. Das ist natürlich ein Problem, wenn man mehrere Tage dreht. Da mussten meine Kollegen und ich leider damit leben, dass ich meistens nach nassem Schaf gerochen habe.

Seid ihr eher Engel oder Teufel?
Janina: Die Rollen zeigen ja die beiden Extreme. Also ich bin definitiv nicht so perfekt wie Greta, aber sicherlich auch nicht so böse wie Lilith. Ich denke mal, irgendwo dazwischen. Jeder hat wahrscheinlich auch ein bisschen Teufel in sich.
Emma: Abgesehen davon, dass ich halt ein Mensch bin, der beide Seiten immer auf seinen Schultern sitzen hat, überwiegt der Teufel meistens. Er flüstert dann so Sachen wie: „Mach es doch mal anders …“ „Trau dich!“ „Das muss dir nicht peinlich sein … tu es einfach.“ Haha, na ja …!

Lilith hat versucht, Greta zum Lügen zu bewegen. Findet ihr es okay, zu lügen, und wenn ja, in welchen Situationen?
Janina: Eigentlich sollte man natürlich nicht lügen, aber ich glaube, das schafft niemand. Kleine Notlügen sind manchmal auch in Ordnung!
Emma: Lügen ist in unserer heutigen Zeit allgegenwärtig, was ich echt ziemlich scheiße finde. Ich habe das Gefühl, es gehört im 21. Jahrhundert einfach zum Überleben dazu. Hoffentlich wird sich das ändern!

Hättet ihr Lust auf eine Fortsetzung?
Emma: „Mein engelsgleicher Freund“ oder was?!

 

Alle Fotos: Wild Bunch Germany