Eine Welt ohne Waffen und Krieg – geht das? In Zeiten, in denen Millionen von Menschen flüchten müssen, weil die kämpferischen Auseinandersetzungen in ihrem Heimatland nicht enden wollen, eigentlich unvorstellbar. Aber Moment, es ging auch mal anders: Ein Blick in die indische Geschichte genügt.

Von Ema Klahn, funky-Jugendredaktion

Manchmal sitze ich abends vor dem Fernseher, schaue Nachrichten und habe das Gefühl, die ganze Welt ist verrückt geworden. Die einen verwenden chemische Bomben und die anderen verschießen Raketen im Wert von Millionen, statt damit etwas Sinnvolles anzufangen. Überall ist gefühlt nur Krieg und Zerstörung. Vom atomaren Säbelrasseln ganz zu schweigen. Wir sollten uns nicht daran beteiligen!

Um ein konkretes Beispiel herauszugreifen: Was in Syrien passiert, ist furchtbar und darf nicht ohne Folgen bleiben. Doch abgesehen davon, dass nicht zu 100 Prozent sicher erwiesen ist, dass der syrische Diktator Assad tatsächlich Chemiewaffen verwendet hat – bei den „Antworten“ des Westens kommen bei mir Zweifel auf: Die Leidtragenden sind doch schon wieder hauptsächlich die Zivilisten, die eigentlich nichts mit dem ganzen Chaos um sie herum zu tun haben und nur in Frieden leben wollen.

Friedlich kämpfen – ganz ohne Waffen

Und genau deshalb brauchen wir jetzt jemanden, der wie Mahatma Gandhi handelt. Mahatma Gandhi war ein Freiheitskämpfer in Indien, der sich gegen die Besatzung der Briten gewehrt hat. Das Besondere an ihm: Er war ein friedlicher Kämpfer. Das klingt zunächst paradox: friedlich kämpfen. Aber Gandhi hat eben andere Wege gefunden zu kämpfen. Nämlich ganz ohne Waffen. Nur durch Proteste und mithilfe seiner Stimme. Und seine Stimme war laut, die Stimme aller Protestierenden war laut und sie haben es geschafft: Indien wurde unabhängig. Ohne Raketen zu verschießen.

Vor 70 Jahren wurde Mahatma Gandhi bei einem öffentlichen Gebet erschossen, doch sein Erbe lebt weiter. Es wäre schön, so mancher Staatenlenker würde sich ein Beispiel daran nehmen. Wir brauchen jemanden, der nicht zur Waffe greift. Jemanden, der andere Wege sucht.

Ja, ganz ohne Waffen geht es nicht. Denn wir müssen unsere demokratischen Werte und Normen zur Not verteidigen können. Für Terroristen wären wir ein leichtes Opfer, wenn wir all unsere Waffen aufgeben würden. Und mit manchen höchst gefährlichen Menschen kann man eben nicht mehr vernünftig reden. Aber es gibt eben auch noch Menschen, mit denen wir zwar nicht einer Meinung sind, mit denen wir aber trotzdem noch ins Gespräch kommen können. Da sollten wir die Waffen dann lieber stecken lassen.

 

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