Mitten in Südafrika steht ein Stadion mit dem Namen An der alten Försterei 2″. Es gehört zum 1. FC Union Berlin. Wie kam es dazu?

Von Collin Hahn, Klasse 10a, Private Stadtteil-Schule St. Georg, Hamburg

Ein zwölfstündiger Flug trennt den 1. FC Union in Deutschland und seinen Ableger in Lategansvlei, Südafrika. Ein Verein im Nirgendwo und ein dazugehöriges Stadion mit dem Namen „An der Alten Försterei 2“, gesponsert vom 1. FC Union Berlin, Vfl Wolfsburg, FC Schalke 04 und von der Eintracht aus Braunschweig. Doch wie kam es dazu, dass dort ein Stadion gebaut wurde?

Dario Urbanski, ein ausgewanderter Union-Fan, kontaktierte seinen Lieblingsverein in Deutschland, um einen Ableger-Verein in Südafrika aufzubauen. In seiner Umgebung wohnen viele fußballbegeisterte Kinder, die in Blechhütten aufgewachsen sind und noch viel Übung brauchen. Das hat wiederum Union Berlin interessiert. Am Ende hat Dario Urbanski eine positive Rückmeldung von Union Berlin erhalten: Sie würden ihn gerne unterstützen.

Es dauerte nicht lange – da fing der Bau an. Sogar Fans aus Berlin und Schalke kamen, um mit anzupacken. Fünf Monate später stand das Stadion, mit einer Tribüne, Flutlichtanlage, Ballhütte und einem Rasenplatz. Das Training begann. Die Kinder wurden mit einem Pickup abgeholt und zum Stadion gefahren, da der Weg zu weit ist, um zu Fuß zu gehen. Eine Trainingseinheit dauerte eineinhalb Stunden, denn die Kondition der jungen Spieler wurde bis dato noch nicht trainiert.

Die Trainings-Tage sind Dienstag und Donnerstag. Spontanes Training wird nicht per Telefon angekündigt, sondern über die Eltern verbreitet. Die meisten Kinder kommen ohne Fußball-Kluft zum Training. Sie haben nur wenige Anziehsachen und tragen diese bis sie kaputt sind.

Da ich gehört habe, dass wohl viele Spenden, die aus aller Welt kommen, nicht direkt bei den Kindern ankommen, habe ich zwei Reisetaschen persönlich vorbeigebracht. So konnte ich sichergehen, dass sie auch wirklich ankommen. Die Kinder haben sich sehr gefreut und gleich in ihrer neuen Fußball-Kleidung gespielt.

Beitragsbild: dpa / Jennifer Heck