Eltern fragen Elternfragen: Was willst du essen?

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Im Laufe der Zeit stellen wir unseren Eltern Tausendundeine Frage. Wir drehen den Spieß um und hören ausnahmsweise mal ihnen zu. Bei uns dürfen Eltern all das fragen, was sie an uns noch nie verstanden haben.

Der Papa einer 25-jährigen Tochter fragt: „Was möchtest du zum Abendbrot essen?”

Ich hätte gerne einen veganen Burger. Schön mit Zuccini- oder Rote Beete-Puffer und leckerer Erdnuss-Paste. Dazwischen kommt knackiger Salat und noch ein wenig Gemüse. Die Brötchen solltest du lieber selbst backen. Die Fertigen aus dem Supermarkt sind immer so pappig. Dazu passen gut Süßkartoffel-Pommes und den Rest vom Salat können wir auch noch essen.

Obwohl, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, eigentlich will ich ja so spät keine Kohlenhydrate mehr essen. Dann ist ja der ganze Trainingseffekt dahin und nur mit dem Soja-Shake morgens gleiche ich das nicht aus. Dann lassen wir das Brötchen weg und ersetzen den Zuccini-Puffer mit einem Stück Hähnchenfleisch? Aber nur das vom Bio-Schlachter. Das aus dem Supermarkt ist immer so zäh und geschmacklos. Und außerdem muss ich dann an die süßen Küken … Nein, wir ersetzen das Fleisch gegen Falafel. Kichererbsen enthalten auch sehr viel Protein und es muss kein gackerndes Federvieh dafür sterben. Dazu ein frischer Salat. Das schmeckt auch ohne das Pita-Brot. Und das bisschen Frittieren bekommst du schon hin!

Andererseits, Falafel liegt immer so schwer im Magen. Wie kleine Boule-Kugeln fühlt sich das an. Nein, ich möchte lieber etwas Leichtes, ich will ja gut schlafen können. Wie wäre es mit einem Quark mit frischem Obst. Ich habe gehört, das soll auch satt machen. Und Vitamine können neben Proteinen ja nie schaden. Allerdings habe ich letztens gelesen, dass nach aryuvedischer Lehre Milchprodukte nur einzeln gegessen werden sollten. Das Obst im Quark würde uns danach nicht gesund sondern eher krank machen.

Käsestulle kommt aus zweierlei Hinsicht nicht in Frage: nicht vegan und Kohlenhydrate. Nudeln mit Bolognesesoße gehen überhaupt nicht. Das können gerne die Marathonis der alten Schule vor ihrem großen Tag machen, aber ich nicht. Und nur Tee trinken macht auch nicht zufrieden.

Weißt du was, wir lassen das alles und bestellen uns Pizza. Die essen wir direkt aus dem Karton vorm Fernseher. Zum Nachtisch teilen wir uns eine große Tafel Milka Vollmilch-Nuss. Sollen die anderen doch ihren Körper stählen und sich den Kopf über das Rezept zur ewigen Jugend zerbrechen – wir lachen das einfach weg. Denn Essen sollte glücklich machen.

Deine Antonia Eichenauer

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Viele glückliche Umstände haben dafür gesorgt, dass ich nun hier sitze und als Teil der Redaktionsleitung funky betreue. Eigentlich wollte ich nur einen Job, der mir nie langweilig wird. Die Kulturszene, dachte ich mir, ist doch eine Szene voller Wandel. Deswegen habe ich Kulturarbeit studiert. Später habe ich festgestellt, dass es im Journalismus noch mehr Abwechslung gibt, weil man stets auf der konkreten Suche nach den neuen heißen Themen ist. So umgehe ich schreibend täglich meine Angst vor Unwissenheit.

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