Zwischen Voyeurismus und Heldentum: Kostenlose Games, die süchtig machen

In fremden Handys zu schnüffeln, um Leben zu retten – fühlt sich ein bisschen verboten an aber macht (vielleicht auch deshalb) richtig Spaß. Hier kommen kostenlose Games, die mit unserer Neugier und Empathie spielen.

Von Tanja Ransom

Das Mädchen auf dem Display wirkt verstört. Die langen, dunklen Haare hängen ihr strähnig ins Gesicht, ihre Augen hat sie unnatürlich nach oben gerollt. Was ist mit ihr geschehen? Vielleicht verstecken sich ja Hinweise in ihren Bildergalerie oder den letzten Chatverläufen …

„Simulacra“ ist der neuste Coup von Kaigan Games. Die Spieleentwickler aus Malaysia dürfte seit ihrem ersten Überraschungserfolg „SIM – Sara is missing“ dem ein oder anderen ein Begriff sein. Auch in diesem Indiespiel ging es um ein verschwundenes Mädchen – und ihr Smartphone, das der Spieler in seinen Fingern hält. Für die kostenlose App räumten die Macher bei den International Mobile Gaming Awards Southeast Asia gleich zwei Auszeichnungen ab.

Danach blieb das Entwicklerteam rund um Shahrizar „Shah“ Roslan dem Konzept, Spiele auf dem Handy einer fiktiven Person stattfinden zu lassen, treu. Im Nachfolger Finding Home“ ging es allerdings um die 16-jährige Kathijah, die sich auf der Flucht befindet. Das Handy ist ihre einzige Chance, in einem Land, in dem sie illegal ist, zu überleben: Sie versucht Kontakt zu ihrem Bruder zu halten, Schlafplätze zu finden und vor Kontrollen gewarnt zu werden. Nach dem Spielen kann man sich tatsächlich ein bisschen besser vorstellen, wie so ein Leben auf der Flucht sein könnte.

Kaigan Games scheinen ihre Nische gefunden zu haben. Ganz neu ist ihre Idee allerdings nicht. Immer wieder gab es Spiele, die auf fremden Bildschirmen stattfanden. 2016 war das  Spiel „Replica“ der Überraschungserfolg bei internationalen Game Awards. In dieser App muss man Terroristen das Handwerk legen – indem man im sozialen Netz und Handy nach Hinweisen sucht.

Leider gibt es sowohl „Replica“ als auch die Spiele der Kaigan-Games-Entwickler nicht in deutscher Sprache, dafür verbessert man nebenbei beim Zocken auch seine Englisch-Skills.

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Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.

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