Fünf funky Fragen an… Loa von FM Belfast

Die Band FM Belfast in einem Meer aus Lametta

„Island Broadcast“ ist die bestmöglichste Version eines neuen Albums von FM Belfast. Wir haben Loa, Sängerin der isländischen Band, über Skype gesprochen und ihr fünf funky Fragen gestellt.

Was würdest du deinem jüngeren Ich gerne sagen?
Hänge nicht mit Leuten ab, in deren Gegenwart du dich schlecht fühlst! Ich wollte immer mehr, als ich jung war, und schneller erwachsen werden. Deswegen hatte ich ältere Freunde. Aber sie waren nicht immer nett zu mir. Es ist witzig, ich habe gerade erst mit meinen Eltern dieses Thema gehabt. Ich hätte mir so viel erspart, wenn ich manchmal auf sie gehört hätte. Ich hatte so viele Schwierigkeiten und bin gegen so viele Wände gerannt. Ich hätte besser darauf hören sollen, was sie gesagt haben. Aber normalerweise will man das halt nicht. Das ist auch ok.

Was macht eine Person zu einem guten Menschen?
Das sind die ganz normalen Dinge: Nett zu anderen Leuten sein und so. Es ist die Art von Gut, die Lehrer ihren Kindern mitgeben. Lüge nicht, schlage keine Leute, klaue nicht! Wir hatten in Island eine schwere ökonomische Krise. Niemand hätte gedacht, dass wir korrupt wären. Niemand hätte gedacht, dass wir lügen. Und jetzt ist es schwer das aufzuarbeiten. Man kann es in der Luft spüren, dass die Menschen das Vertrauen verloren haben. Sie fragen sich selbst: Sind wir dumm, wenn wir den guten Dingen vertrauen? Von unserem ersten Album bis heute ist einmal alles zusammengebrochen. Aber es ist auch wieder aufgebaut worden. Und wieder zusammengefallen und wieder aufgebaut. Immerhin ist unsere Wirtschaft wieder dabei zu wachsen. Aber moralisch sind wir noch immer zerbrochen.

Was fällt dir zum Wort funky ein?
Hmm, ich denke an einen Geruch. Den merkwürdigen Geruch einer alten Wohnung. Mein Vater würde funky benutzen, um eine Wohnung zu beschreiben.

Wie steht es mit Social Media? Lieber Facebook, Instagram oder Snapchat?
Ich pflege eine Art Hassliebe zu Social Media. Ich denke immer, dass ich mehr machen müsste. Es ist ein wenig wie Hausarbeit. Aber ich mag Instagram am liebsten. Die Leute sind dort nicht ständig am Diskutieren, wie auf Facebook. Sie zeigen einem einfach nur: „hey, guck mal, das mag ich“ oder „diese lustige Sache ist mir passiert“ oder „das finde ich schön“. Es ist viel positiver als die anderen Plattformen.

Liest du noch Zeitung, also die gedruckte Zeitung?
Erst gestern hatte ich eine Zeitung in der Hand. Ich meine, ich mache Comics für Zeitungen, ich bin dem sehr verbunden. In Island schätzt man die gedruckte Zeitung aus mehreren Gründen sehr. Normalerweise kann man nicht lange in einer Wohnung bleiben und zum Umziehen braucht man Zeitungspapier, um all die Sachen darin einzuwickeln. Außerdem kann man aus Zeitungen Papierhüte falten und allerlei anderen Kram basteln. Zeitungen sind großartig! Und noch eine lustige Geschichte zu Zeitungen: Ein Freund von mir sagt, dass man sich, wenn einem im Auto schlecht wird, auf eine Zeitung setzen soll.

Du willst mehr? Du bekommst mehr!

Viele glückliche Umstände haben dafür gesorgt, dass ich nun hier sitze und als Teil der Redaktionsleitung funky betreue. Eigentlich wollte ich nur einen Job, der mir nie langweilig wird. Die Kulturszene, dachte ich mir, ist doch eine Szene voller Wandel. Deswegen habe ich Kulturarbeit studiert. Später habe ich festgestellt, dass es im Journalismus noch mehr Abwechslung gibt, weil man stets auf der konkreten Suche nach den neuen heißen Themen ist. So umgehe ich schreibend täglich meine Angst vor Unwissenheit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.