Wem schmeckt was? Eine Anleitung zur Vogelfütterung

kleiner Vogel auf Ast
kleiner Vogel auf Ast (c) pexels.com

Während der kalten Monate ist die hiesige Vogelwelt auf zusätzliche Versorgung angewiesen. Doch wisst ihr, welcher Vogel welche Leibspeise hat?

Von Johann Kriege, Klasse 8c, Gymnasium Oberalster, Hamburg

Meisen, schwarz und blau

In den Futterhäuschen am stärksten vertreten sind Meisen: überwiegend Kohlmeisen aber auch die etwas kleineren Blaumeisen. Solange keine Säckchen mit geschälten Erdnüssen dort hängen, bevorzugen beide Arten Sonnenblumenkerne. Diese werden einzeln von der Futterstelle zu einem nahegelegenen Ast geflogen und dort genüsslich zerhackt. Die Meisen treten meistens in Gruppen von drei bis acht Tieren auf, die gemeinsam von Futterstelle zu Futterstelle ziehen. In einem großen Garten kann man gut beobachten, wie sie eine Futterstelle nach der Anderen testen. Futterspender und Futterhäuschen werden gleichermaßen akzeptiert.

Amseln und Spatzen

Völlig anderes Futter bevorzugen die Amseln und Spatzen. Diese Arten suchen ihr Futter gewöhnlich auf dem Boden und können mit weicherer Nahrung mehr anfangen, als mit Sonnenblumenkernen. Ein Gemisch aus Haferflocken, Körnern und Fettfutter sollte auf dem Boden oder im Futterhaus vorzufinden sein. Während Amseln meistens alleine zur Nahrungsaufnahme kommen, treten Spatzen immer in lautstarken Gruppen auf. Um Spatzen überglücklich zu machen, sollte es einen Unterschlupf in der Nähe geben, damit schreckhaften Vögel bei Gefahr abtauchen können.

Eichelhäher, Elstern und Raben

Die größeren Arten wie Eichelhäher, Elstern und auch Raben können mit auf der Terrasse verteilten Erdnüssen angelockt werden. Die zunächst sehr misstrauischen und vorsichtigen Tiere werden mit der Zeit mutiger und trauen sich bald bis ans Fenster, um die Leckerbissen zu erbeuten. Oftmals ist der Rabe der Vorsichtigste von den Dreien. Aber spätestens für eine Walnuss geht der Rabe selber auf die Jagd. Während er immer alleine unterwegs ist, kommen Eichelhäher und Elstern in Gruppen von bis zu vier Tieren. Sobald einer dieser Rabenvögel zu sehen ist, sind die Anderen nicht mehr weit. So scheint es eine stetige Kommunikation und gegenseitige Überwachung im gemeinsamen Revier zu geben.

Specht, Rotkehlchen und Dompfaff

Seltenere Gäste sind Spechte, Rotkehlchen und auch Dompfaff-Pärchen. Der Specht mag große Erdnusssäckchen und fette Meisenknödel zum Anklammern und Zerpicken. Wenn das Futterhaus morsch wird und Insekten einziehen, schmeckt ihm auch das. Das Rotkehlchen kommt alleine, die Dompfaffen in Paaren. Sie halte es wie die Meisen, zerbeißen die Sonnenblumenkerne jedoch direkt vor Ort.

Eindringlinge

Helle Aufregung entsteht, wenn das Eichhörnchen für einen Imbiss vorbei schaut und mit seinem Hintern mitten im Futterhaus sitzt, während es sich die Backen vollstopft. Nun bleibt den kleinen Vögeln nichts anderes über, als aufgeregt im Kreis zu fliegen und unter lautem Gezwitscher das Eichhörnchen zu beschimpfen. Wagt das Eichhörnchen die Entwendung einer Erdnuss, wird es gelegentlich vom Eichelhäher oder Raben als lohnendes Jagdobjekt eingestuft und durch die Bäume gescheucht, bis es die Nuss fallen lässt.

Beitragsbild: pexels.com

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