Beim Schülerzeitungskongress konnten sich die SchülerzeitungsredakteurInnen zu verschiedenen Themen weiterbilden. Wir teilen hier einige Erkenntnisse aus den Workshops mit euch. Denn: Sharing is Caring.
Von Julia Sauer

„Journalismus als Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in Entwicklungsländern“ von Engagement Global

Wie kann man ohne die eigene kulturelle Brille vor den Augen schreiben? Was macht man als Auslandskorrespondent? Wie kann man aus Ländern oder Regionen berichten, in denen es keine Pressefreiheit gibt? Sollte man sich von unserer eurozentrische Perspektive auf die Welt als Journalist nicht manchmal besser verabschieden?

Um diese Fragen ging es beim Workshop „Journalismus als Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in Entwicklungsländern“, den ich im Rahmen des Schülerzeitungskongresses besuchen durfte. Geleitet wurde der Workshop von Martin von Engagement Global. Er hat selbst drei Jahre lang als Auslandskorrespondent aus Guatemala in Mittelamerika berichtet und macht jetzt seine journalistische Arbeit von Berlin aus. Wobei er weiter auf die Region um Guatemala spezialisiert ist.

Meine Top 3 Erkenntnisse aus dem Seminar:

  1. Es heißt nicht mehr Entwicklungshilfe, sondern Entwicklungszusammenarbeit! Warum? Entwicklungsländern soll geholfen werden, sich selbst zu helfen, damit eine langfristige Besserung sichergestellt ist.
  2. Martin’s Tipp, um Auslandskorrespondent zu werden: Sucht euch ein Nischenthema. Dann seid ihr auch mit relativ wenig Wissen gleich ein Experte von vielleicht zehn in Deutschland. So wie er selbst für Zentralamerika, speziell Guatemala und seine Nachbarländer. Es gibt einfach weniger Konkurrenz…
  3. Journalismus ist definitiv eine Möglichkeit, um die gesellschaftliche Entwicklung eines Landes voranzutreiben. Allerdings ist hier vor allem investigativer Journalismus gemeint, also das Aufdecken von Skandalen und Missständen nach eigener Recherche. Das ist oft mit einem kleinen Budget und großen persönlichen Risiken verbunden. Nicht nur der Verlust des Jobs und damit der finanziellen Grundlage, sondern auch ein Verlust der Heimat ist möglicherweise damit verbunden.

Das hat auch David, ein Menschenrechtler aus Honduras, erfahren, der Korruption mit aufgedeckt hat (und weiterhin von Deutschland aus aufdeckt). Er wurde so lange bedroht (zwei seiner Familienangehörigen wurden ermordet!), dass er entschieden hat, sein Land zu verlassen. In Deutschland hat er politisches Asyl bekommen.

 Titelbild: Jugendpresse Deutschland/Annkathrin Weis