Richtig Sprechen – Im Interview mit einem Logopäden

Mikrophon auf leerer Buehne
Mikrophon auf leerer Buehne (c) pexels.com

Was für Voraussetzungen muss man erfüllen, um Logopäde zu werden?
Man sollte sich auf der einen Seite für Menschen interessieren und auf der anderen Seite Freude an Sprache und Sprechen haben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Logopäde zu werden: Logopädie ist zur Zeit noch eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Logopädie. Sie dauert drei Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung. Als schulische Grundvoraussetzung benötigt man mindestens die mittlere Reife. Viele der Berufsfachschulen bieten seit einiger Zeit Kooperationen mit staatlichen oder privaten Universitäten an, sodass man zusätzlich noch einen Bachelor- Abschluss erlangen kann. Um diesen Studiengang absolvieren zu dürfen, benötigt man mindestens eine Fachhochschulreife.

Einige Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland bieten einen Studiengang in Deutschland für Logopädie an. Dieser beinhaltet sowohl das Staatsexamen, als auch den Bachelor-Abschluss. Dieser Studiengang dauert dreieinhalb Jahre. Einer der Vorreiter solcher Universitäten ist zum Beispiel die Fachhochschule für Gesundheit bei uns in Bochum.Nach einem erfolgreichen Bachelor-Abschluss kann man noch einen Masterstudiengang besuchen. Das mittelfristige Ziel ist es, dass Logopädie nur noch als Studiengang angeboten wird. Die Akademisierung ist in der heutigen Zeit wichtig, um den zukünftigen Anforderungen in diesem Beruf gerecht zu werden. Allerdings sollte die praktische Ausbildung nicht zu kurz kommen.

Worin liegt denn der Vorteil eines Studiums?
Aktuell gibt es noch keine Vorteile. Das bedeutet, dass sowohl mit einem Studiengang als Bachelor, als auch als staatlich anerkannter Logopäde die gleiche Art von Patienten therapiert werden darf. Die Krankenkassen machen keinen Unterschied, ob die Therapie von einem staatlich anerkannten Logopäden, oder von einem Bachelor-Absolventen durchgeführt wird. Die Studiengänge machen dennoch zukünftig Sinn, wenn der Wunsch da ist, in die Forschung zu gehen oder in die Lehre. Dafür wären die Studiengänge Voraussetzung.

Gibt es denn einen finanziellen Unterschied? Das wäre ja für Schüler und ihre Berufswahl oder für die Entscheidung, ein Studium aufzunehmen, wichtig.
Den gibt es bei der Arbeit und Therapie am Patienten nicht. Wenn man aber in der Lehre oder in der Forschung arbeitet, kann man aber mit einem akademischen Grad mehr Geld verdienen. Weiterhin wird es zukünftig sicher so sein, dass Krankenhäuser lieber in den Führungspositionen Studienabsolventen sehen wollen, die dann auch besser bezahlt werden würden.

Die Krankenkasse bezahlt also eine logopädische Behandlung?
Die Kosten der Therapie übernimmt in der Regel die Krankenkasse, weil Logopäden als Heilmittelerbringer auf ärztliche Verordnung hin tätig sind. Das bedeutet, dass bei Patienten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, die gesetzliche Krankenkasse die Kosten zu 100 Prozent übernimmt. Menschen, die älter als 18 Jahre alt und gesetzlich versichert sind, müssen einen Eigenanteil von zehn Prozent bezahlen. Privatpatienten haben mit der entsprechenden Krankenkasse individuelle Verträge zur Erstattung der Kosten.

Wie zukunftssicher ist denn der Beruf Logopäde?
Ziemlich zukunftssicher, da die Menschen immer älter werden und häufiger auch neurologische Erkrankungen vorliegen. Außerdem ist das Bewusstsein für Förderung und Frühförderung von Kindern höher als in der Vergangenheit. Derzeit fehlen an allen Ecken und Enden Logopäden. Es können aktuell gar nicht so viele Logopäden ausgebildet werden, wie benötigt werden.

Arbeiten Sie in Ihrem Traumberuf?
Ja das tue ich. Ich übe meine Arbeit jeden Tag mit großer Freude aus.

Beitragsbild: pexels.com

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