Achtung Suchtgefahr: Wenn Jugendliche abhängig vom Internet sind

Hand haelt Schild mit Wifi-Zeichen
Hand haelt Schild mit Wifi-Zeichen (c) pexels.com

Ob beim Einkaufen, Arbeiten oder bei Verabredungen mit Freunden – Das Internet begleitet uns überall. Wenn man jedoch den Surf-Konsum nicht geregelt unter Kontrolle hat, kann man leicht abhängig werden. Besonders Kinder und Jugendliche werden schnell Opfer einer solchen Internet-Sucht.

Von Johanna Fuchs, Klasse 8a, Burggymnasium Essen

Die Betroffenen nutzen das Internet so exzessiv, dass sie sich meist völlig von ihrem sozialen Umfeld distanzieren. Forscher untersuchen seit einiger Zeit diese Form von Sucht: Mit einer „Internetsucht“ oder „Internetabhängigkeit“ ist heutzutage die maßlose und unkontrollierte Nutzung des Netzes oder der Medien gemeint. Die Internetsucht wird zu den Verhaltenssüchten gezählt.

Das Bundesministerium für Gesundheit schätzt, dass bei ungefähr einem Prozent der 14 bis 64-Jährigen eine krankhafte Form der Internetabhängigkeit vorliegt. Vom Internet krankhaft abhängig sind sowohl Frauen als auch Männer. In Studien stellte man außerdem fest, dass Frauen ebenso oft wie Männer betroffen sind. Dennoch sind es bei Personen des männlichen Geschlechts wohl eher Online- und Computerspiele, die schließlich zur Sucht führen. Bei Personen des weiblichen Geschlechts sind es eher die sozialen Netzwerke, wie beispielsweise Facebook.

Eine Internetsucht, unter der man auch eine Mediensucht versteht, kann enormen Einfluss auf das Leben der Betroffenen haben. Denn die virtuelle Welt kann sich negativ sowohl auf das soziale Umfeld als auch auf das berufliche Leben auswirken. Forscher konnten feststellen, dass eine Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen schnell zu einem massiven Abfall der Leistungen in der Schule und anderen Lebensbereichen führt.

Dies liegt bei den meisten Kindern und Jugendlichen zum einen daran, dass kaum noch Zeit für ihre schulischen Verpflichtungen bleibt, da sie diese Zeit im Netz verbringen.

Außerdem leidet aber auch die Konzentrationsfähigkeit stark unter dem massiven Medieneinfluss. Denn durch das ständige Verlangen nach dem Internet oder die Angst, etwas nicht sofort mitzubekommen, vernachlässigt man auch das Bedürfnis nach Schlaf.

Jedoch sind das gestörte soziale Umfeld, der Leistungsabfall und die Konzentrationsschwäche nicht die einzigen Konsequenzen einer Internetabhängigkeit.

Außerdem werden bei vielen derer, die vom Internet abhängig sind, auch andere Grundbedürfnisse wie Ernährung nur schlecht oder gar nicht befriedigt. Da für die meisten Abhängigen kaum Zeit für gesundes und frisches Essen und Trinken bleibt, ernähren sich viele ausschließlich von Fast Food und Süßigkeiten. Bei vielen führt dies zu starkem Übergewicht. Dies wird durch den ebenfalls damit einhergehenden Mangel an Bewegung verstärkt. Bei einigen wenigen kann es auch zu Untergewicht kommen, da sie die Nahrungsaufnahme unbewusst vernachlässigen oder sogar völlig vergessen.

Auch die Wirbelsäule und die Gelenke werden durch diese Form von Sucht negativ beansprucht. Das dauerhafte Sitzen an einem Bildschirm verursacht Gelenkschmerzen, Nacken- und Kopfschmerzen sowie auch Sehstörungen. Die Haupt-Symptome für eine Internetsucht sind somit ständiges Verlangen nach dem Netz oder technischen Geräten wie Handys und Computer. Außerdem Leistungsabfälle, Konzentrationsschwäche sowie unruhiges und aggressives Verhalten.

Diese Symptome können auch im Kontext von Entzugserscheinungen auftreten. Mögliche Ursachen für das konsequente Verlangen nach den Medien hat man bisher nur im geringen Maße erforscht. Jedoch vermuten viele, dass tieferliegende psychische Probleme und Konflikte Ursachen sein könnten.

Es wurde darüber hinaus festgestellt, dass Jugendliche, die Probleme haben, reale Kontakte zu knüpfen, häufig Opfer einer Internetsucht werden. Sie versuchen dann, in der virtuellen Welt Freunde zu finden.

Zusätzlich verursachen auch Konflikte innerhalb der Familie, also nicht vorhandener sozialer Beistand beziehungsweise soziale Unterstützung, eine maßlose Abhängigkeit. Forscher und Psychologen empfehlen, wenn man bei sich selbst oder in seinem Umfeld Symptome für eine Internetsucht bemerkt, sich an eine Klinik oder an einen Therapeuten zu wenden.

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