Auch fuer seine Polarlichter ist Island bekannt (c) Unsplash
Wer noch nicht selbst in island war, kennt wahrscheinlich zumindest ihre witzigen HUH-Rufe von der letzen Fußball-EM. So ist der Urlaub auf der rauen Insel
Von Victoria Haas, Klasse 8a, Schiller-Schule Bochum
Es ist neun Uhr und wir steigen in den Flieger am Düsseldorfer Flughafen. Es kommt eine kurze Ansage und dann starten wir auch schon in die Wolken. Nach ungefähr vier Stunden Flug erkenne ich eine kleine Insel am Horizont, die immer näher kommt. Ich blicke nach draußen und sehe viele Klippen. Alles wirkt eher grau und nicht wirklich einladend, wenig grün und das Meer rau.
Dann erkenne ich den Flughafen – den größten Islands – der in der sechstgrößten Stadt Islands liegt: Keflavík. Als ich aus dem Flugzeug steige, merke ich den hohen Temperaturunterschied, denn während im Hochsommer in Deutschland locker 25 Grad herrschen sind es hier nur noch knappe zehn Grad Celsius.
Mit dem Auto durch die Wildnis
Als erstes geht es zum Mietautoverleih: gesucht, gefunden und die Reise geht weiter. Der Motor startet und wir rollen mit unserem Mietauto, einem kleinen geländesicheren Viersitzer mit zwei Türen, über das Flughafengelände hinaus in die Wildnis. Ungefähr 40 Kilometer weiter sehe ich die Hauptstadt Islands: Reykjavik. Darüber aber später mehr.
In einem kleinen Vorort der Hauptstadt wohnen unsere netten Vermieter. Sie geben uns den Schlüssel und wir fahren noch ungefähr eine Stunde weiter in ein kleines Gebirge. Wir befinden uns übrigens auf der westlichen Seite Islands. Auf der Fahrt sehe ich einige der berühmten Islandpferde, die auf großen Wiesen stehen und Gras fressen und die ich später nochmal genauer besuchen werde.
Jugendreporterin-Victoria stellte ihre Reitkünste auch auf Island unter Beweis (c) Privat
Der Ort in dem wir wohnen, heißt Eyraskrogur und liegt mitten in der Wildnis. Zwischen ein paar kleinen Häuschen steht auch unsere am Berg gelegene, rote Hütte. Dabei darf ein typisches Gadget in einem traditionellen isländischen Haus nicht fehlen: der sogenannte ,,Hotpot‘‘. Dies ist ein kleiner Whirlpool, der erhitzt wird und draußen steht, sodass man die Natur drum herum bestaunen kann, während man ein Bad nimmt.
Heiße Quellen und Museen
Wir besichtigen einige Tage später die Stadt Reykjavik. Reykjavik ist dem deutschen Boot ,,Rauchbucht‘‘ ähnlich. Man vermutet, dass der Name daher stammt, dass in der Umgebung zahlreiche Dämpfe der heißen Quellen zu sehen sind. Dazu ist es nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt ganz Islands, deren Population rund 37 Prozent (Stand 1.1.17) der isländischen Bevölkerung ausmacht.
Die Stadt liegt am Nord-Atlantik und hat einige interessante Museen, wie zum Beispiel das Nationalmuseum, das Freilichtmuseum, das ,,die Naturgeschichte Islands‘‘-Museum und noch einige mehr. Reykjavik insgesamt ist nicht wirklich schön, alles eher ,,rau‘‘, eine Altstadt sucht man vergeblich und die Architektur besteht hauptsächlich aus Beton und buntem Wellblech.
Island ist kein Shopping-Ziel
Als kleines Ziel ,,klettern‘‘ wir auf die ,,Hallgrímskirkja‘‘, die höchste und wohl berühmteste Kirche Islands – ein typisches Wahrzeichen der Stadt. An ihr wurde mehrere Jahrzehnte gebaut, bis sie schließlich 1986 fertiggestellt war. Ich gebe zu, ihr Anblick und ihr Aussehen sind nicht wirklich prickelnd, dennoch ist sie aber auch irgendwie besonders.
Ach ja, und wer jetzt denkt, man könnte mal eben shoppen in der Hauptstadt gehen, falsch gedacht! Alles ist viel teurer als in Deutschland und man ist mit einer Umrechnungs-App auf dem Smartphone gut versorgt. Denn in Island wird statt mit Euros mit isländischen Kronen bezahlt. Dabei ist ein Euro ungefähr so viel wert wie 140 isländische Kronen.
„Der Kieselerde-Schlamm reinigt und entfernt abgestorbene Hautschuppen und die Algen geben der Haut Nährstoffe zurück.“
Victoria über den Grund, aus dem so viele die Blaue Lagune besuchen.
Auch einen Besuch wert ist der See Tjörnin, der im Zentrum Reykjaviks liegt. Er ist flach und ist für seine Größe relativ bekannt in Island. An seinem Ufer liegt auch das Rathaus, sowie die Nationalgalerie und die berühmte Statue des Bildhauers Sigurjón Ólafsson, die Ólafur Thors gewidmet ist. Der Teich ist größtenteils Lebensraum von Gänsen, Enten, Schwänen und anderen Vogelarten. Übrigens, für alle, die ein paar Worte isländisch lernen möchten: Tjörnin heißt übersetzt Teich.
Baden mit heilender Wirkung
Nun fahren wir zur ,,Blauen Lagune‘‘ – auf Isländisch: ,,Bláa Lónið‘‘, und warum der Ort so heißt, erfahrt ihr aus seinem Ursprung. Dort gilt: je schlechter das Wetter, umso schöner das Bad! Dass diese Lagune einzigartig ist, beweist allein, dass jedes Jahr 700.000 Leute in die Blaue Lagune hineinströmen. Aber zurück an den Anfang: 1969 nahm man Bohrungen in Svartsengi vor und stieß in der Tiefe auf 240 Grad heißes Wasser. Das Wasser entpuppte sich schnell als Salzlauge: Da sich die Reykjanes-Halbinsel aus poröser Lava zusammensetzt, sickert Meerwasser ein und mischt sich im Erdinneren mit Frischwasser.
Um Korrosionsschäden durch gelöste Salze und Mineralien zu vermeiden, wird das Wasser im Kraftwerk Svartsengi im Wärmeaustauschverfahren zur Erhitzung von Süßwasser und zur Stromerzeugung genutzt. Das ,,Abwasser‘‘ sollte in der Lava versickern, doch stattdessen bildete sich langsam ein See. Der See hat eine milchig-blaue Farbe, die er der gelösten Kieselsäure verdankt. Der Kieselerde-Schlamm reinigt und entfernt abgestorbene Hautschuppen und die Algen geben der Haut Nährstoffe zurück.
Ein Paradies für Pferdefreunde
Wenn ihr die Lagune besuchen möchtet, ist das leider ziemlich teuer und man sollte Monate vorher buchen, da die Plätze schnell ausgebucht sind. Ich fand die Lagune echt interessant, jedoch bin ich sowieso nicht begeistert vom Baden generell, daher hat es mir nicht so gut gefallen.
Meine Eltern fanden das Badeerlebnis jedoch einzigartig und würden es nochmal machen. Da ich zuhause in Deutschland reite, hatte ich den Wunsch, in Island auf Islandpferden zu reiten. In unserer Nähe war tatsächlich ein Hof, wo wir fragten und Glück hatten: Eine ausgewanderte junge deutsche Frau ließ mich einen Ausritt mitmachen.
Dann erkenne ich den Flughafen – den größten Islands – der in der sechstgrößten Stadt Islands liegt: Keflavík. Als ich aus dem Flugzeug steige, merke ich den hohen Temperaturunterschied, denn während im Hochsommer in Deutschland locker 25 Grad herrschen sind es hier nur noch knappe zehn Grad Celsius.
Mit dem Auto durch die Wildnis
Als erstes geht es zum Mietautoverleih: gesucht, gefunden und die Reise geht weiter. Der Motor startet und wir rollen mit unserem Mietauto, einem kleinen geländesicheren Viersitzer mit zwei Türen, über das Flughafengelände hinaus in die Wildnis. Ungefähr 40 Kilometer weiter sehe ich die Hauptstadt Islands: Reykjavik. Darüber aber später mehr.
In einem kleinen Vorort der Hauptstadt wohnen unsere netten Vermieter. Sie geben uns den Schlüssel und wir fahren noch ungefähr eine Stunde weiter in ein kleines Gebirge. Wir befinden uns übrigens auf der westlichen Seite Islands. Auf der Fahrt sehe ich einige der berühmten Islandpferde, die auf großen Wiesen stehen und Gras fressen und die ich später nochmal genauer besuchen werde.
Der Ort in dem wir wohnen, heißt Eyraskrogur und liegt mitten in der Wildnis. Zwischen ein paar kleinen Häuschen steht auch unsere am Berg gelegene, rote Hütte. Dabei darf ein typisches Gadget in einem traditionellen isländischen Haus nicht fehlen: der sogenannte ,,Hotpot‘‘. Dies ist ein kleiner Whirlpool, der erhitzt wird und draußen steht, sodass man die Natur drum herum bestaunen kann, während man ein Bad nimmt.
Heiße Quellen und Museen
Wir besichtigen einige Tage später die Stadt Reykjavik. Reykjavik ist dem deutschen Boot ,,Rauchbucht‘‘ ähnlich. Man vermutet, dass der Name daher stammt, dass in der Umgebung zahlreiche Dämpfe der heißen Quellen zu sehen sind. Dazu ist es nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt ganz Islands, deren Population rund 37 Prozent (Stand 1.1.17) der isländischen Bevölkerung ausmacht.
Die Stadt liegt am Nord-Atlantik und hat einige interessante Museen, wie zum Beispiel das Nationalmuseum, das Freilichtmuseum, das ,,die Naturgeschichte Islands‘‘-Museum und noch einige mehr. Reykjavik insgesamt ist nicht wirklich schön, alles eher ,,rau‘‘, eine Altstadt sucht man vergeblich und die Architektur besteht hauptsächlich aus Beton und buntem Wellblech.
Island ist kein Shopping-Ziel
Als kleines Ziel ,,klettern‘‘ wir auf die ,,Hallgrímskirkja‘‘, die höchste und wohl berühmteste Kirche Islands – ein typisches Wahrzeichen der Stadt. An ihr wurde mehrere Jahrzehnte gebaut, bis sie schließlich 1986 fertiggestellt war. Ich gebe zu, ihr Anblick und ihr Aussehen sind nicht wirklich prickelnd, dennoch ist sie aber auch irgendwie besonders.
Ach ja, und wer jetzt denkt, man könnte mal eben shoppen in der Hauptstadt gehen, falsch gedacht! Alles ist viel teurer als in Deutschland und man ist mit einer Umrechnungs-App auf dem Smartphone gut versorgt. Denn in Island wird statt mit Euros mit isländischen Kronen bezahlt. Dabei ist ein Euro ungefähr so viel wert wie 140 isländische Kronen.
Auch einen Besuch wert ist der See Tjörnin, der im Zentrum Reykjaviks liegt. Er ist flach und ist für seine Größe relativ bekannt in Island. An seinem Ufer liegt auch das Rathaus, sowie die Nationalgalerie und die berühmte Statue des Bildhauers Sigurjón Ólafsson, die Ólafur Thors gewidmet ist. Der Teich ist größtenteils Lebensraum von Gänsen, Enten, Schwänen und anderen Vogelarten. Übrigens, für alle, die ein paar Worte isländisch lernen möchten: Tjörnin heißt übersetzt Teich.
Baden mit heilender Wirkung
Nun fahren wir zur ,,Blauen Lagune‘‘ – auf Isländisch: ,,Bláa Lónið‘‘, und warum der Ort so heißt, erfahrt ihr aus seinem Ursprung. Dort gilt: je schlechter das Wetter, umso schöner das Bad! Dass diese Lagune einzigartig ist, beweist allein, dass jedes Jahr 700.000 Leute in die Blaue Lagune hineinströmen. Aber zurück an den Anfang: 1969 nahm man Bohrungen in Svartsengi vor und stieß in der Tiefe auf 240 Grad heißes Wasser. Das Wasser entpuppte sich schnell als Salzlauge: Da sich die Reykjanes-Halbinsel aus poröser Lava zusammensetzt, sickert Meerwasser ein und mischt sich im Erdinneren mit Frischwasser.
Um Korrosionsschäden durch gelöste Salze und Mineralien zu vermeiden, wird das Wasser im Kraftwerk Svartsengi im Wärmeaustauschverfahren zur Erhitzung von Süßwasser und zur Stromerzeugung genutzt. Das ,,Abwasser‘‘ sollte in der Lava versickern, doch stattdessen bildete sich langsam ein See. Der See hat eine milchig-blaue Farbe, die er der gelösten Kieselsäure verdankt. Der Kieselerde-Schlamm reinigt und entfernt abgestorbene Hautschuppen und die Algen geben der Haut Nährstoffe zurück.
Ein Paradies für Pferdefreunde
Wenn ihr die Lagune besuchen möchtet, ist das leider ziemlich teuer und man sollte Monate vorher buchen, da die Plätze schnell ausgebucht sind. Ich fand die Lagune echt interessant, jedoch bin ich sowieso nicht begeistert vom Baden generell, daher hat es mir nicht so gut gefallen.
Meine Eltern fanden das Badeerlebnis jedoch einzigartig und würden es nochmal machen. Da ich zuhause in Deutschland reite, hatte ich den Wunsch, in Island auf Islandpferden zu reiten. In unserer Nähe war tatsächlich ein Hof, wo wir fragten und Glück hatten: Eine ausgewanderte junge deutsche Frau ließ mich einen Ausritt mitmachen.
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