Unter einer Frühgeburt versteht man eine Geburt, die vor dem natürlichen Geburtszeitpunkt erfolgt. Man sagt, alle Geburten vor der 37. Schwangerschaftswoche sind Frühgeburten. Das Kind kommt früher zur Welt, als es sollte. Meistens haben diese Kinder ein zu geringes Gewicht, doch meistens schaffen sie es trotzdem.
Von Amelie Viktoria Uhl, Klasse 11, Gesamtschule Haspe, Hagen
„90 Prozent der Frühgeborenen unter 1000 Gramm überleben in Deutschland“, sagt der neonatologische Kinderarzt Dr. Norbert Teig. Er selbst leitet eine Station im St. Elisabeth-Hospital in Bochum. Seine Station nimmt jährlich circa 200 Frühgeburten zu sich auf. Darunter sind ungefähr 40 Kinder, die weniger als ein Kilo wiegen.
Alter und gewicht müssen stimmen
Die Überlebenschancen eines Babys hängen von zwei Faktoren ab. Zum einen spielt das Schwangerschaftsalter und zum anderen das Geburtsgewicht eine entscheidende Rolle. Das bedeutet also, je länger ein Kind im Bauch seiner Mutter bleibt, desto höher sind die Überlebenschancen. Ursachen für eine Frühgeburt sind unklar, jedoch berichtet Dr. Norbert Teig von Babys, die in der Gebärmutter nicht mehr wachsen können. Die meisten Frühgeburten kommen mit einem Kaiserschnitt zur Welt.
Probleme durch unreife Organe sind typisch für das frühgeborene Kind. Die meisten Organe sind noch viel zu klein und ihre Struktur und Funktion sind unvollständig. Die häufigsten Komplikationen geschehen im Gehirn, im Auge, in der Lunge oder auch im Darm.
Auch neurologische und motorische Störungen
Dr. Norbert Teig sagt dazu: „Auch eine neurologische Entwicklung ist anders, als wenn das Kind diese Zeit im Uterus verbracht hätte“. Es kann durch Frühgeburt zu einer IQ-Minderung des Kindes kommen; außerdem zu Sehstörungen oder gar Blindheit. Auch motorische Störungen sind mögliche Folgen.
Trotzdem kann man nicht pauschal sagen, ab wann ein Kind mit diesen Komplikationen zu kämpfen haben wird. Entscheidend sind natürlich die unterschiedlichen Stadien und wie lange es sich im Mutterleib entwickeln konnte. Dazu kommt, dass alle Menschen unterschiedliche sind und jedes Krankheitsbild anders verläuft.
Frühgeborene haben anfangs sehr große Schwierigkeiten mit der Ernährung. Sie können nicht gleichzeitig schlucken und atmen. Deswegen gibt es in Krankenhäusern eine Magensonde, die den Neugeborenen hilft, Nahrung zu sich zu nehmen. Außerdem erfolgt dies auch durch Infusionen, mit denen dem Kind Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett zugeführt werden. Allerdings kann bis jetzt noch nichts die eigentliche Muttermilch ersetzen.





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