Arsa Bushi, funky-Jugendreporterin
Von TikTok über WhatsApp bis hin zu Insta-Stories – Jugendliche erfinden ständig neue Wörter und Abkürzungen. Manchmal fragt man sich selbst als junger Mensch: Was bedeutet das jetzt eigentlich? Das neue Jugendwort „unc“ ist ein solches Wort. Auf den ersten Blick klingt es geheimnisvoll. Wer es verwendet, signalisiert Zugehörigkeit zur Gruppe, zeigt Humor oder einfach, dass man die sozialen Trends kennt.
„unc“– abgeleitet vom Englischen uncle (dt.: Onkel) – hat sich seit diesem Jahr als viraler Begriff durchgesetzt, der vor allem von der Generation Alpha und der Gen Z genutzt wird, um ältere Personen, meist Männer ab Mitte Zwanzig, zu beschreiben. Es ist der humorvolle Nachfolger von „Boomer“ oder „Alter“.
Anders als „Boomer“ ist „unc“ weniger beleidigend gemeint, sondern eher ein humorvoller Kommentar zum Älterwerden oder dem typisch „onkelhaftem“ Verhalten. Ein „Unc“ ist jemand, der zwar alt wirkt, etwa durch konservative Ansichten oder einen speziellen Kleidungsstil, aber oft als ein Mentor oder „cooler Onkel“ wahrgenommen wird.
Das Wort beschreibt weniger das biologische Alter als vielmehr den „Vibe“ oder „Unc-Status“. Wer sich „unc“ verhält – vielleicht zu viel über die „gute alte Zeit“ redet oder den neuesten TikTok-Trend nicht versteht –, wird zum „Unc“. Es ist eine Art „sanftes“ Altwerden im Internetzeitalter, ein Werkzeug der jüngeren Generation, um sich von den „Jungen Alten“, zu denen Millennials und die Gen Z zählen, abzugrenzen, die sich selbst noch jung fühlen. Es ist eine respektvolle, aber distanzierte Art zu sagen: „Du gehörst nicht mehr ganz zu unserer Lebenswelt.“
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