Zwischen Kamelen, Henna-Tattoos und Bauchtanz lässt sich ein warmer Sommerabend gut verbringen. Was einen in der Wüste von Abu Dhabi noch erwartet, erfahrt ihr in dieser Erzählung.
Von Sabrina Tholl, Klasse A02, Weiterbildungskolleg Emscher Lippe, Gelsenkirchen
Er nimmt lächelnd die Glasvase in die Hand. Sie ist so klein, dass sie bequem in seine Hand passt. Hitze weht uns durch die Haare, während wir ihn fasziniert beobachten. Seine von der Sonne gefärbten Hände arbeiten geübt und schnell. Bunter Sand der abwechselnd, mit geschickten Bewegungen hin- und her verteilt wird.
Die Vase ist fertig. Meine Schwestern und ich geben Applaus angesichts des fertigen Bildes auf der Vase. Ein aus Sand abgebildetes Wüstenbild samt Kamel. Es bildet den magischen Abend, den wir hier in der Wüste Abu Dhabis haben, perfekt ab.
Es beginnt langsam zu Dämmern, die Hitze der Sonne verflüchtigt sich allmählich und macht der kühleren Nacht Platz. Wie gut, dass wir Dezember haben und die Temperatur mit 27 Grad gut verträglich ist.
Das Wüstencamp, in dem wir uns befinden, schaltet seine dezente Beleuchtung an. Sanftes Licht erhellt unsere Gesichter und ich blicke mich um. Abgesehen von meinen zwei Schwestern, befinden sich etwa 150 Menschen im Wüstencamp, einschließlich der 20 einheimischen Fahrer der Jeeps und der Betreiber der verschiedenen Stände.
Kurz denke ich zurück an die Fahrt hierher. Die Reihe von circa 20 Jeeps und deren wartende Fahrer direkt vor unserem Kreuzfahrtschiff. Die Karawanenfahrt vom Hafen bis zur Wüste dauerte etwa eine Stunde. Dann ein kurzer Stopp, um Luft aus den Reifen zu lassen. Unser Fahrer erklärt uns mit seinem gebrochenen Englisch, dass es sich so auf dem Sand besser fahren lässt. Er dreht die Musik auf, als wir in die Wüste hineinfahren.
Die Beats passen zur Fahrweise. Schnell und wild gleicht die Autofahrt einer Achterbahn – nur mit deutlich besserer Aussicht. Immer wieder bekommt man das Gefühl, das Fahrzeug könnte seitlich oder vornüber kippen, so sehr rast der Fahrer über die Sanddünen.
Wir genießen die Fahrt in vollen Zügen. Doch das geht nicht jedem so, wie uns der Fahrer bei einem Stopp mitten in der wundervollen Wüste erzählt. Zwei Fahrzeuge aus unserer Karawane mussten anhalten. Ihren Insassen schlug die Fahrt mit ihrem Schaukeln und Wackeln doch zu sehr auf den Magen.
Es geht wieder weiter, diesmal gezielt Richtung Wüstencamp. Teppiche bedecken den gesamten Boden, darauf tiefe Tische umrandet von Sitzkissen, alle mit orientalischen Mustern. Sie bilden die Mitte des Camps. Angeboten wird das Bemalen mit Henna, arabische Süßigkeiten und traditioneller Beduinen-Kaffee. Man kann auch einen Falken auf dem Arm halten, eine Shisha rauchen und natürlich – mein persönlicher Favorit – einen Mann beobachten, wie er an einem Stand seine mit Sand befüllten Vasen fertigt.
Vor dem Camp darf man ein Kamel reiten oder die Sanddünen mit einem Board hinab sausen. Als Erstes steuern wir allerdings den Stand an, der die wunderbaren Vasen anfertigt. Nachdem wir ihn bei seinem Kunsthandwerk beobachten durften, entscheiden wir uns als nächstes, vor dem Camp auf einem Kamel zu reiten.
Der traumhafte Anblick der langsam untergehenden Sonne lässt uns kurz verstummen, dann sind wir auch schon an der Reihe. Eine Runde im Kreis, ein paar Fotos und ein paar Minuten später ist es schon vorbei.
Dann wird das Buffet eröffnet. Die meisten Touristen stellen sich zum Essen an. Zeit für uns, uns mit Henna bemalen zu lassen. Sorgfältig bemalt uns die einheimische Künstlerin abwechselnd Handrücken und Unterarme. Wir sind sehr zufrieden mit den orientalischen Ornamenten auf unserer Haut. So bemalt gehen wir zum Buffet.
Es gibt die unterschiedlichsten Speisen. Abgesehen von Pommes auch zahlreiche traditionell orientalische Speisen, die sehr lecker sind. Nach dem Essen gönnen wir uns eine für uns fertig gemachte Shisha. Die Nacht ist komplett hereingebrochen, doch die Lampen im Camp werden nicht heller, sondern mehr und mehr gedimmt.
Orientalische Musik erklingt und nun fühlt es sich tatsächlich an wie das Märchen von tausend und einer Nacht, mitten in der traumhaften Wüste Abu Dhabis.

In der Mitte des Camps befindet sich eine quadratische Fläche, die etwas erhöht und mit bunten Teppichen ausgelegt ist. Jetzt wird einzig und allein diese Fläche noch ausgeleuchtet. Ein paar Augenblicke später, betritt eine Bauchtänzerin die „Bühne“.
Ihr buntes Outfit aus knappem Oberteil und tiefsitzender luftiger Haremshose glitzert stark mit seinen vielen Pailletten. 15 bis 20 Minuten lang tanzt sie atemberaubend und über die Maßen geschickt für ihr Publikum. Dafür erntet sie nach ihrem Auftritt tosenden Applaus und gibt daraufhin eine Zugabe.
Wir lassen den Abend mit unseren gewonnen Eindrücken gemütlich ausklingen, als wir zu unseren Fahrzeugen und der Rückfahrt zum Schiff gerufen werden. Mit etwas Bedauern verlassen wir das Camp, aber ich habe meine kleine Vase in der Tasche, die mich in Zukunft an dieses fremde und aufregende Erlebnis mit Freude zurückdenken lassen wird.
Beitragsbild: pexels.com
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Von Sabrina Tholl, Klasse A02, Weiterbildungskolleg Emscher Lippe, Gelsenkirchen
Er nimmt lächelnd die Glasvase in die Hand. Sie ist so klein, dass sie bequem in seine Hand passt. Hitze weht uns durch die Haare, während wir ihn fasziniert beobachten. Seine von der Sonne gefärbten Hände arbeiten geübt und schnell. Bunter Sand der abwechselnd, mit geschickten Bewegungen hin- und her verteilt wird.
Die Vase ist fertig. Meine Schwestern und ich geben Applaus angesichts des fertigen Bildes auf der Vase. Ein aus Sand abgebildetes Wüstenbild samt Kamel. Es bildet den magischen Abend, den wir hier in der Wüste Abu Dhabis haben, perfekt ab.
Es beginnt langsam zu Dämmern, die Hitze der Sonne verflüchtigt sich allmählich und macht der kühleren Nacht Platz. Wie gut, dass wir Dezember haben und die Temperatur mit 27 Grad gut verträglich ist.
Das Wüstencamp, in dem wir uns befinden, schaltet seine dezente Beleuchtung an. Sanftes Licht erhellt unsere Gesichter und ich blicke mich um. Abgesehen von meinen zwei Schwestern, befinden sich etwa 150 Menschen im Wüstencamp, einschließlich der 20 einheimischen Fahrer der Jeeps und der Betreiber der verschiedenen Stände.
Kurz denke ich zurück an die Fahrt hierher. Die Reihe von circa 20 Jeeps und deren wartende Fahrer direkt vor unserem Kreuzfahrtschiff. Die Karawanenfahrt vom Hafen bis zur Wüste dauerte etwa eine Stunde. Dann ein kurzer Stopp, um Luft aus den Reifen zu lassen. Unser Fahrer erklärt uns mit seinem gebrochenen Englisch, dass es sich so auf dem Sand besser fahren lässt. Er dreht die Musik auf, als wir in die Wüste hineinfahren.
Die Beats passen zur Fahrweise. Schnell und wild gleicht die Autofahrt einer Achterbahn – nur mit deutlich besserer Aussicht. Immer wieder bekommt man das Gefühl, das Fahrzeug könnte seitlich oder vornüber kippen, so sehr rast der Fahrer über die Sanddünen.
Wir genießen die Fahrt in vollen Zügen. Doch das geht nicht jedem so, wie uns der Fahrer bei einem Stopp mitten in der wundervollen Wüste erzählt. Zwei Fahrzeuge aus unserer Karawane mussten anhalten. Ihren Insassen schlug die Fahrt mit ihrem Schaukeln und Wackeln doch zu sehr auf den Magen.
Es geht wieder weiter, diesmal gezielt Richtung Wüstencamp. Teppiche bedecken den gesamten Boden, darauf tiefe Tische umrandet von Sitzkissen, alle mit orientalischen Mustern. Sie bilden die Mitte des Camps. Angeboten wird das Bemalen mit Henna, arabische Süßigkeiten und traditioneller Beduinen-Kaffee. Man kann auch einen Falken auf dem Arm halten, eine Shisha rauchen und natürlich – mein persönlicher Favorit – einen Mann beobachten, wie er an einem Stand seine mit Sand befüllten Vasen fertigt.
Vor dem Camp darf man ein Kamel reiten oder die Sanddünen mit einem Board hinab sausen. Als Erstes steuern wir allerdings den Stand an, der die wunderbaren Vasen anfertigt. Nachdem wir ihn bei seinem Kunsthandwerk beobachten durften, entscheiden wir uns als nächstes, vor dem Camp auf einem Kamel zu reiten.
Der traumhafte Anblick der langsam untergehenden Sonne lässt uns kurz verstummen, dann sind wir auch schon an der Reihe. Eine Runde im Kreis, ein paar Fotos und ein paar Minuten später ist es schon vorbei.
Dann wird das Buffet eröffnet. Die meisten Touristen stellen sich zum Essen an. Zeit für uns, uns mit Henna bemalen zu lassen. Sorgfältig bemalt uns die einheimische Künstlerin abwechselnd Handrücken und Unterarme. Wir sind sehr zufrieden mit den orientalischen Ornamenten auf unserer Haut. So bemalt gehen wir zum Buffet.
Es gibt die unterschiedlichsten Speisen. Abgesehen von Pommes auch zahlreiche traditionell orientalische Speisen, die sehr lecker sind. Nach dem Essen gönnen wir uns eine für uns fertig gemachte Shisha. Die Nacht ist komplett hereingebrochen, doch die Lampen im Camp werden nicht heller, sondern mehr und mehr gedimmt.
Orientalische Musik erklingt und nun fühlt es sich tatsächlich an wie das Märchen von tausend und einer Nacht, mitten in der traumhaften Wüste Abu Dhabis.
In der Mitte des Camps befindet sich eine quadratische Fläche, die etwas erhöht und mit bunten Teppichen ausgelegt ist. Jetzt wird einzig und allein diese Fläche noch ausgeleuchtet. Ein paar Augenblicke später, betritt eine Bauchtänzerin die „Bühne“.
Ihr buntes Outfit aus knappem Oberteil und tiefsitzender luftiger Haremshose glitzert stark mit seinen vielen Pailletten. 15 bis 20 Minuten lang tanzt sie atemberaubend und über die Maßen geschickt für ihr Publikum. Dafür erntet sie nach ihrem Auftritt tosenden Applaus und gibt daraufhin eine Zugabe.
Wir lassen den Abend mit unseren gewonnen Eindrücken gemütlich ausklingen, als wir zu unseren Fahrzeugen und der Rückfahrt zum Schiff gerufen werden. Mit etwas Bedauern verlassen wir das Camp, aber ich habe meine kleine Vase in der Tasche, die mich in Zukunft an dieses fremde und aufregende Erlebnis mit Freude zurückdenken lassen wird.
Beitragsbild: pexels.com
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